Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 39 (3.10.1862)
- Date
- 1862-10-03
- Page
- Seite 329 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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329 den erwähnten Statuten niemals zur Befriedigung aller Parteien gehandhabt werden konnten, sondern im Gegcntheile der Einfluß de» Gouvernements auf die religiösen und WohlthätigkeitS-Jnstitute der Israeliten von einem Theile derselben als ein den Tendenzen, einer jeden ihrer Sekten cntgegensteheiideS Hinderniß angesehen wurde, bcsondcrS auf das, was den Cultus und bic anderen Interessen dieser Gemeinde betrifft. In Anbetracht der vom Minister des Innern ausgestellten Meiinnig bestimmt d. Ministerrath, indem er sich dieser Meinung anschlicßt, daß alle Israeliten, einheimische oder fremde, in Znkulift, waS ihre Verbindlichkeiten und Pflichten als Einwohner des Landes betrifft, denselben Gesetzen unterworfen sind, welchen die einheimischen oder fremden Einwohner anderer Conscssioncn nnterstehcn. In die Kultus und Wohlthätigkeitü-Iustitntc wird sich das Gouvernement in der Zukunft nicht eiumischeu; den Israeliten, die in dem Lande wohnen, ohne Untcrschied der Protektion unter welcher sie sich befinden, steht künftighin frei, sich selber so zu regeln, wie sic sich in Bezug ans ihre Interessen in Ansehung der Religion, der WohlthätigkeitS-Jnstitute und Schulen verständigen können, ohne daß die Majorität der Minorität und umgekehrt etwas ansbürden könnte. In Bezug ans die Organisation der Schulen und Spitäler haden sich die Israeliten den bestehenden, wie auch den in der Zukunft vom CultuSminister zu veröffentlichenden Gesetzen und Vorschriften zu unterwerfen. Der Minister des Innern ist beauftragt, diese Beschlüsse, nachdem er die hohe Genehmigung des regierenden Fürsten erlangt habe» wird, dnrchznsühren. Unterzeichnet: Cretzulesco, Cautacuzene, Catargi, Th. Ghika, D. Cornea. M. Kopenhagen, im September. Aus einem mir vorliegenden Schreiben aus New Zealand ersehe ich, daß dort seit einem Jahre sich viele Inden namentlich ans Australien niedergelassen. In Dunedin, der Hauptstadt der Provinz Otago, beträgt ihre Anzahl bereits über 150 Seelen und geht man daselbst sogar schon mit dem Plane um, eine Synagoge, die erste auf New Zenland, zu erbauen. Inland. ' Briefe eines Lehrers aus Ungarn an feinen bvhm. AmtSgenosfen. U. L. Fr. Ich komme nun auf eine wichtige Spezialität. Die Conserenz gieng nemlich in ihrem frommen Eifer, anderes kann cö nichts sein — so weit, an die Stelle der bisherigen vorgeschriebcuen 30 wöchentlichen Lehrstunden auf 37 anzutragen. Ich muß gestehen, daß ein derartiger Antrag, wenn er von einzelnen Gemeinden so oft gemacht wurde, mich nie überrascht hat. Die betreffenden Familienväter sind in der Regel in der Sorge für daö Wohl ihrer Kinder befangen genug, zu glaube», daß hierdurch ihren Kindern eine Wohlthat geschähe und die ihnen nur durch die Bequemlichkeit der Lehrer entzogen wird. Wenn aber ein derartiges Verlangen von einer Versammlung ausgeht, die aus der Intelligenz des Landes, ans Nabbinen, Borste- Hern und Lehrern besteht, von einem Vereine, der sich die große Aufgäbe stellt, die Zukunft der jüd. Schnle in Ungarn zu sichern, so ist dies gewiß etwas, was uns nicht weniger überrascht, als es Euch Lehrer in Böhmen befremden muß. Fassen wir die Sache gehörig ins Auge, so finden wir, daß eine derartige Maßregel nur wenig für aber viel gegen sich hat. Lehrern und Kindern soll einfach gesagt, ihre Aufgabe erschwert werden. Aber zum Nutzen d. letztem! wird man uns rinwerfen. In dem Falle müßte freilich der gewissenhafte Lehrer, der ein für allemal sein Leben dem Gemeinwohl geweiht hat, sich jedes Eiuwurfeö enthalten. Aber ist dem so? Wer weiß es nicht, wie wenig natürlich Schnluiiterrichc überhanpr ist! Kinder, die von der Natur angewiesen sind, in ewiger körperlicher Bewegung zu sein, müssen diese ihre Neigung, was aber unabwcislich nothwendig ist, auf Stnnden unterdrücken und sich in die Schule einspcrrcn lassen. Wer den Schulunterricht nur mit einiger Aufmerksamkeit begleitet, der weiß, um wie viel schwieriger cS ist, in einer zweiten, geschweige in einer dritten Stunde die nöthige Disziplin zu erhalten, als in einer ersten; und nun verlangt man noch eine vierte! Ist das nicht von Kindern zu viel verlangt, ihrer kindlichen Natur derartigen Zwang anzulegen, um hierdurch der Natur ihre langsame aber sichere Einwirkung auf die Entwickelung des Kindes zu hindern. Endlich muß aber denn doch die Kraft d. h. die physische Kraft des Lehrers in Betracht gezogen werden. Ist cs nicht grobe Täuschung anznnchmen, ein Lehrer könne vier Stunden mit gleichem Eifer unterrichten, und thut er anders, hat er der Schule nicht mehr geschadet als genutzt? Auch dürfen wir hierbei nicht außer Acht lassen, daß der Lchrstand selbst hierdurch nur wieder weniger Anziehendes erhält. Werden nicht lieber jüngere Kräfte einen Stand aufsuchcn, der weniger geist- und körpercrmüdcnd ist, der ihre Gesundheit weniger untergräbt, ihrer geistigen Ausbildung also ihrem Fortschritte mehr Zeit und Muße gönnt? Daß die Conserenz so Wefentliches übersehen konnte, muß uns deshalb um so mehr überraschen, nachdem sie in ganz richtiger Auffassung ihrer hohen Aufgabe, sich wohl die Frage aufgeworfen hat, wie man einen tüchtigen Lchrstand schaffen könne. Das ist und war bei einer Berathung über die Zukunft der Schule unstreitig der Schwerpunkt. Soll aber ein wackerer Lchrstand herangcbildet werden, so muß er zunächst mehr lockende Aussichten für den jungen Manu haben, der daran geht, sich einen Lebensbernf zu wählen, und sollen nicht fürder nicht nur solche nach dem Lehrst, greisen, die alle andern Aussichten für sich verschlossen sehen. Nicht erschweren soll man die Aufgabe des Lehrers um der Schule willen; man lasse ihm die nöthige Zeit zu seiner Fortbildung. Präparandien können und werden uns nie vollkommene Lehrer liefern, der Lehrer muß selber an seiner eigenen Ausbildung arbeiten. Damit ihm dazu Zeit bleibe, muß seine materielle Stellung verbessert werden. Einer der bedeutendsten christlichen Schulmänner Oesterreichs, wir wollen seinen Namen hier nicht nennen, hat bei einer Gelegenheit sich dahin ausgesprochen, daß man dem Lehrer eine größere Ausbildung nicht geben könne, weil man zur Deckung der Bedürfnisse die eine svlche im Gefolge hat, nicht die Mittel habe. Wir Juden können und wollen in unseren Ansprüchen auf die geistige Stufe d. Lehrers nicht so milde sein, wir brauchen um jeden Preis Männer, die unsere künftige Generation heranbilden sollen, Männer, die geachtet werden, und sollen sie das. müssen sie nicht treue Taglöhner sein, sondern eine nicht unbedeutende wissenschafrliche Bildung besitzen. Nur ans diese Weise ist die Zukunft unserer Schule gewiß, nur dann kann von einem wahrhaft gedeihlichen Wirken der jüdischen Schule die Rede sein, anders, wird sie nur vegetiren, wird bei etwas verschärfterer Controll zeitweilig etwamehr leisten um bald wieder einen Rückfall zu thun. Silberstern. M. Szegedin, September. Aus dem Legate des sel. Heinrich Fischer find in d. I. zum erste» Male zwei arme Schulknaben mit Kleidungsstücken versehen worden. f Stuhlweißenburg, Septemb. Hören und staunen Sie: ein hiesiger Gimnasialschülcr, Ignatz Goldzieher, hat eine Ab- Handlung über die Liturgie veröffentlicht (Pest, Jos. Herz. 8. 19). Die Abhandlung e nthält nur Bekanntes; aber bei fortgesetztem Studium wird d. junge Vrf. gewiß Treffliches leisten. S. Brünn, im Sept. Von dem ehrwürd- Austerlitzer Rabbiner, Hermann Du schal, ist erschienen: Der Baum Oesterreich'S. Rede, geh. am Geburtstage S. Majestät (Brünn Epstein 11. BrandeiS