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Ben Chananja · 1862-10-03 · 39 (3.10.1862) · p. Seite 326

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
39 (3.10.1862)
Date
1862-10-03
Page
Seite 326 (sequence 2)
Language
German
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021) Der Svnagoge, es sei dies ein Jude oder ein Christ, ohne sich jedoch dabei scharfer Waffen zu bedienen und cs kann durch einen Juden oder einen Christen, der Osnabrücker Bürger ist, und bei den Juden eines guten Rufes sich erfreut, erwiesen werden, so soll er dafür dem Bischof 12 Mark Osnabrücker Pfennige bezahlen. Schlagt aber ein Jude einen Glaubensgenossen oder einen Christen in dem Hause eines Juden oder Christen und es kann durch 2 Bürger erwiesen werden, die bei den Schöffen in gutem Rufe stünden, so soll derselbe für einensolchen Erzeß 6 Mark und wenn es auf offener Straße geschieht, 4 Mark zahlen. Werden jedoch bei einer Schlagerei scharfe Waffen gebraucht oder kommt dabei ein Todschlag vor, so soll der Schuldige nicht mit einer Geldstrafe abkommen, sondern nach dem im Stifte geltenden allgemeinen Landrechte abgeurtheilt werden. In gleicher Weise soll eine Jüdin, welche einer Glaubensgenoffin in der Synagoge ehrenrührige Beleidigungen zufügt, wenn sie durch 2 Juden überführt )vorden ist, dem Bischof einen halben Ohm guten Weineö geden; thut dies ein Jude in der Synagoge, so wird er mit einem ganzen Ohme guten Weines bestraft. Diese Bestimmungen sollten wenigstens auf 4 Jahre Giltigkeit habend) Drei Jahre später, nämlich am 7. November 1312 erließ derselbe Bischof eine ergänzende Bestimmung dahin, daß, wofern ein in der Stadl damals oder in Zukunft wohnender Jude die Schöffen oder Bürger auf irgend eine Weise beleidigen sollte, er als Hauptherr demselben 'mit Rath und Hilfe der Bürger nach Kräften entgegentreten wolle. Auch setzte er fest, daß, nachdem ihm durch vielseitige Klagen bekannt geworden sei, wie die Juden durch zu hohe Zinsen die Christen benachtheiligen, er jenen ferner nicht mehr gestatte, ihr Geld auf Wucher auszuleihen und bestimmte er, daß wenn die Christen in die Lage kämen, sich gegen Pfänder oder Versetzung von Pferden von Juden Geld borgen zu müssen, diese nicht mehr als einen Pfennig von der Mark wöchentlich sollten nehmen dürfen.^) Jeder Jude, der dawider handeln und dieses Zinsmaaß überschreiten würde, sollte dafür 5 Mark zahlen, von denen die Hälfte dem Bischof und die andere Hälfte den Schöffen zufallen sollte. °) (Fortsctzung folgt.) Anmerkungen. ') S- Slüve in den Mittheilungen des histor. Bereinö zu Osn.it'rücf VI., 137. ■) Borgt. denselben in seiner Geschichte des HochstifieS Osna- -rück P. 148. 3) S. Beilage I ') Dies beträgt jährltch 36'/״ Prozent Zinsen. cic oeinnach gesetzlich erlaubt waren und erscheint dieser Satz auch nicht zn doch, wenn man erwägt, daß in jener Zeit der Natt, in Zürich 43'/, Prozent als gesetzt. Zinsfuß sestsetzte und baß in d. benachbarten Lindau an Bodensee im I. 1344 einheimische Bürger den wucherl. Gewinn sogar bis auf 21 ß% vom 100 trieben. In dieser Stadt war dabcr die Bürgerschaft froh, als sich ein jüd. Bürger das. niedcrließ, der jene Christen beschämte und sich mit geringcrn Zinsen begnügte. A. Hüllmann Städlcweseil des Mittelalters II.. 56. Für die Juden ,» Oesterreich ordnete König Rudolf I. nach dem Norgange des Herzogs Friedrich in einer Urkunde vom 4. März 1277 an. daß sie vom Pfunde wöchentlich 8 Pfenn. Zinsen nehmen dürften: 3tutuimn3 nt Judaoi de talento per singulas hebdoinades nonnisi octo denarios pereipinnt in usuris (f. Kur; Oesterreich unter Ottocar II., 189) ka nun das Pfund —12 Schillinge und ein Schilling — 12 Pfenn. war, יו machen 8 Pf. die Woche den 30. Theil des HauptgnlcS ans also 173' , von 100 ans daS Jahr. 4׳ S. Beilage II. Beilage I. Bischof Engelbert II. bittet die Schöffen der Stabt Osnabrück um Schutz für die dortigen Juden und setzt für die G.'waltthaten und Beleidigungen, welche diese sich zu Schulden kommen lassen möchten, Strafen fest, am 28. November 1309. Nos Engclbertus Dei gratia Osnab. eccl. electus et confinnatus universis presentia visuris et audituris cupimus esse notum publice protestantes, quod viros discretos .... Scabinos rostrac civitatis Osnab. presentes et futuros annis singulis rogabimus et rogamus ut Isac cum familia sua. Dominam Agicam cum familia sua. Natan cum curvo pedc et suam familiam. Lozan cum sua familia. Duos Jacobos, qui habent Mos Lozan. Jacobum de Minda etc. Surdum Judaeuin, maritum ülii ejusdem Abraham Rebecam cum familia sua item filiam ejus viduam. Gertan cum familia sua. Aron et maritum filie sue et paruum nathan. Judeos nostros in civitate nostr Osnab. morantes Nobiscuin protegant et defendant pro omni iniuria et violentia ipsis Judeis quomodo libet inferenda. Arbitramur etiain, quod si nos aut Oficiales nostri aut aliqui alii dictis Judeis injuriari vellemus quod absit Scabini predicti carebunt et impedient, ne ejisdem Judeis hujus modi injuria inferatur. De excessibus autem Judeorum taliter ordinamus. Si Judeus intra Synagogam suam percutit Judeum aut Judeus Cliristianum sine arrnis acutis et hoc probari poterit per unum Judeum aut unum Christianum civem Osnaburgen, quem Judei reputent bone fame pro tali excessu nobis dabit reus XII. marcas denarios. Osnabr. Et si percutiat Judeus Judeum vel Judeus Christanum in domo Judeorum aut Christianorum quod probari possit duobus civibus, quos Scabini reputent bone fame pro tali excessu dabit nobis reus VI. Marc. dn. Osnab. Si vero Judeus in platea publica percutiat Judeum vel Christianum quod probari poterit per duos cives Osnab. similiter bone fame iudicio Scabinorum pro tali excesssu dabit nobis reus IV. marcas den. Osnabr. Si autem percussio huius modi hat arrnis acutis aut ex ipsa percussione quocunque modo mors inferatur tunp reus non predicto modo emendabit sed iuri communi terre et me. diocesis subiacebit. Item si inde dixerit couvicia seu opprobria alteri Judee in Synagoga «zue vergunt in

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