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Ben Chananja · 1862-09-12 · 37 (12.9.1862) · p. Seite 315

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
37 (12.9.1862)
Date
1862-09-12
Page
Seite 315 (sequence 7)
Language
German
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315 kommt öfters vor, wie Sabb. 154, b. Makk. 16, b. Vurtocf schließt aus der Benennung Karna, daß die Scbröpfköpfc aus Horn versertigct wurden, und fugt llinzn. daß man später mctallne und gläserne Köpfe anwendete (Lcrikon chald. p. 119). Non gläsernen Schröpköpfen spricht jedoch schon MaimonideS (Manch. Aßnr. 17, 29). Ucber die Blntentleernng durch Aderlaß und Schröpsköpse erthcilt der Thalmnd verschiedene Norschriften, die wir liier zilsammenstellen. 1. Einfluß der Witterung und der Zeit: ״An einem Tage, an welchem der Himmel ninwölkt ist, oder cm Südwind (nach Naschi, nach Arnch ein Ostwmd) wellt, darf weder geschröpft noch beschnitten werden. So lellrte N. Papa b. Ehanan (gcst. 975) in NareS, von dein auch andere diätetische Regeln herrührcn. Später fügte man hinzu: ״Jetzt, wo Niete diese Norschrift übertreten, bewährt sich der Psalmsprnch: Die Einsältigen behütet Gott (Jcbam. 72, a)." — An gewissen Tagen der Woche und des Monates wurde, thcils aus astrologische» , theilö ans anderen Gründen , jede Blntentlecrung vermiede». Am Nüsttage des WochcnfesteS galt jede Blntentlecrung für gefährlich, an den Nüsttagen anderer Feste wurde sic ebenfalls vermieden (Sabb. 129, a). Letztere Bestimmung ist von reu germanofränkischeii und Polnischen Kasuisten sanktionirt worden, nur meinte R. Jakob Ha-Lcvi (gcst. 1427 in Worms), daß nur der Aderlaß, nicht aber daS Schröpfcn vcrbown sei. N- Mos. JfferleS: אי^ לשמת) (O-Chajj. 468,10)! 2. Periodische Wiederkehr: ״Jeden Monat nehme man eine Blntentlecrung vor-, bei znnehinendem Alter geschehe dies seltener. So Samuel, der Arzt (Sabb. 129, b). MaimonideS empfiehlt eine kleine Blnkentleernng im Frühling und Herbst vom 50. Lebensjahre an soll jede Blntentleernng vermieden werden (Dcoth 4, 18). R. Josef Karo findet hier die Opposition gegen den Thalmnd unverfänglich, indem nicht gefordert werden kann, daß Vabilon, wo die Lehrer der Gemara lebten, in Bezug ans Medizin und LebcnSsitte für andere Länder maßgebend sei. Er hätte hinzufügen sollen, daß MaimonideS auch r:cksichtlich der Blutentleerniig am Nüsttage des Wochenfestes gegen den Thalmnd opponire, lvcit die Warnung des Thalmnd, als ans dämonologifchen Anfchannngen beruhend, keine Bedeutung für ihn hatte. 3. Diät: ״Nor der Bluiciitleernng soll man keine Nahrung zu sich nehmen-, unmittelbar nach derselben ebenfalls nicht." — ״Nach der Blntentleernng ist Nuhe wohlthnend." — Auf eine gute Tafel wurde viel gehalten: ״Man verkaufe die Balken des HanseS, um sich Schuhe zn verschaffen; man verkaufe die Schuhe, um sich nach der Blutentlecrnng ein Mahl bereiten zu lassen Wer es mit diesem Mahle (ET! סעורת הקזת) leicht nimmt, mit dessen Leben wird's im Himmcl leicht genommen ׳. denn leine Schonung verdient, wer sich selbst nicht schont." Fleisch und Wein durften bei diesen Mahlen nicht fehlen (Sabb. 129, a. Nedar. 54, b. Taan. 25, a). Mail«, (a. a. O.) steht auch hier mit dem Thalmnd im Widerspruche. 4. Gebet vor der Blntentleernng: ״Es sei dein Wille, Ewiger, mein Gott, daß mir dieser Akt zur Heilung gereiche, denn du heilst, ohne Lohn dafür zu verlangen (Berach. 60, a. lieber das Weitere s. B. CH. 3, 545.)" Nach der Entleerung: ״Gelobt seist du Gott, der die Kranken heilt (Maim. Berach. 10, 21). Schließlich sei noch der Barbier Abba erwähnt, der an einem verborgenen Orte ein Kassette angebracht hatte, in welche d. Patienten ihr Honorar warfen, damit d. Armen nicht beschämt würden. Schrislgelehrte wurde von illm überdies gratis bewirthet, und seine Nerchrung gegen dieselben kannte keine Grenzen (Taan. 2l. b. ff). 1 ,il<M׳iirische Anzeigen. Wissenschaftliche Blätter aus d. Veitl — Heine Efraimifchen Lehranstalt in Berlin. 1. Samml.: Handschriften und erste Ausgaben des bab. Thalmnd. V. F. Lehre cht. 2. Zur psendepigrafischen Literatur, insbesondere der geheimen Wissenschäften d. Mittelalters. Ans hebr. und arab. Quellen v. M. Steinschneider. 3. R. Tanchum Jeruschalmi's arab. Kommentar zum Bnche Josua. Znm erftcnmalc heranSg. v. Th. Haarbrücker. Berlin, Ascher und Comp. 1862. 8. n). VIII. und 114. b). 97. c). IV und 40 S. (2 Thlr 20 Sgr.) Angezeigt v. Herrin. Grünfeld in Berlin. Die auf dem Litclblattc genannte Anstalt gericth 1840 in Berfall, die Nermächtnissc wurden auf Bcranlassnng der Regierung an christl. Theologen zur Förderung der Studien derselben vertheilt. Jur. Dr. Nnbo erwirkte im Jahre 1856, daß die Legate wieder ihrer ursprünglichcn Bestimmung zugcwendet wurden, und die Anstalt in's Leben treten konnte. Erster Lehrer der Anstalt wurde Dr. Le brecht, mehrjähriger SchülG N. Mos. Sofcr's-, zweiter Lehrer Dr. H a a rbrückcr, Dozent aU^tz»er Universität, Uebcrsetzer Scharastani'ö. Im Jahre 1859 wurden anch^Iunz und Steinschneider an, die An« stakt berufen. Durch Lebrccht wird das wissenschaftliche Thalmrtdstudinm, durch Haarbrücker die semitische Linguistik, durch Zunz und Steinschneider die Wissenschaft des jüd. Mittelalters im weitesten Umfange vertreten. Das Nähere bringt der Borbcricht des vorliegenden Werkes: Der vorl. Aufsatz v. Lebrccht, in welchem d. gelehrte Vrf. mit aller Pietät v. d. Lehrern d. Thalmnd und den Geonim spricht, und der mit einer später zn erscheinenden Schrift über die ersten Ausgaben d. Thalm. ein Ganzes bilden wird, hat die Aufgabe, die Gcnesis unserer Thalmudanögabcn nachznweiseu: ein Thema, welch cö bisher v. d. wissenschaftlichen Forschung ausgeschlossen war. lieber die von ChajeS, Krochinal, Lnzzatto, Napoport, Geiger, Reggio und Anderen besprochene erste Niederschreibung der Mischna, entscheidet der Vers, dahin , daß das Verbot, die mündliche Lehre niedcrzuschreibcn von Palästinensischen Lehrern ausging und nicht in allen Ländern vorhanden war. Die Untersuchungen von Schorr im Ehalnz und Dr. Weil im B. Eh. konnte der Vrf. noch nicht benützen. Das Verbot des Niedcrschrcibenö der mündlichen Lehre führt der Vrf. auf 3 Gründe zurück: 1) auf einen religiösen Grund. Die mündl. Lehre sollte nicht von der Glorie der Offenbarung umgeben sein, wie eS d. h. Schrift ist. Sic sollte der Cinwirlnng der Zeit zugänglich bleiben. Sie sollte den Heiden nicht in die Hände gerat(,cn. 2) auf einen püdagogischeu Grund. Nicht Sache des Buchstaben, sondern Sache des GedächtnisseS sollte die Gelehrsamkeit sein. Durch das hierzu erforderliche fleißige Wiederholen und den Verkehr mit Gelehrten (שמוש תלמידי הכמים) ging das Gelernte in succum et sanguinem über. 3) auf eilicn gewerblichen Grund, da die Ordner der Mischna (ממדדי הכל), welche d. Mi sch na st off grnppirten u. so vortrugen, honoririt wurden; deren Slcttnng wäre durch Ailfzeichnung d. Mischnah'S gefährdet worden. Kühn 11. vielleicht noch weiterer Untersuchung bedürftig ist wol d. Behauptung d. Hrn Vrf. S. 10., d. R. Ich. Ha-Naßi seine eigene Mischna-Anffassungktt vergaß, und daß dieselbe durch 9t. Chaja, zum Theil mit Hilfe eines Wäscher'S ans dem Gcdächtllisse gerettet wurden (Nedar. 41), und daß so das Bedürfniß, die Mischna schriftlich zu besitzen, erst recht fühlbar wurde. Die in unseren ThalmueauSgaben vorkommendc מגלת מחרים soll ursprünglich מ, סדרים geheißen, und die v R. Ehaja geschriebenen 6 Mischnaorduniigeil enihalteu haben. Gewiß ist. daß N. Ehaja der erste ist, der das Wort מממתא gebraucht und die 6 Ordnungen der Mischna nennet (B. Mez. 85, 6). Von R. Ellaja geht der Vrf. S. l2. aus Abba Arekka oder 9tab über, den Sammler uuo Ordner des Sifra und Sifre. Nach Dr. L. hat Nab den ganzen Pentateuch mit Midrasch-Glossen begleitet, und dieses Werk ספר אגדתא״" hat auch halachische Elemente cnthaltru. Auch Samuel, Jlpa, Jos. b. Lcvi, Levi und Seira werden als Schriftstel-

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