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Ben Chananja · 1862-09-12 · 37 (12.9.1862) · p. Seite 314

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
37 (12.9.1862)
Date
1862-09-12
Page
Seite 314 (sequence 6)
Language
German
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314 hat hier nicht Gelegenheit gehabt, sich dabei zn betheiligen, es hat hoffentlich dem Urtheile nicht geschadet. Lebendige innere Anschauung, von sachlicher Kenntniß gestützt, haben vielleicht auch ihr Nützliches. Die verschiedenen Werke, welche wir hier dem Leser vorführten, wenn auch nur in der unansebnlichen Form von bibliographischen Schatten, hatten wohl ans eine ausführliche Besprechung die gerechtesten Ansprüche machen können, die Umstande aber erlaubten hier nur eine Andeutung. DaS alte Wort deö Ben Stra sagt aber ״ להביבזאברכליואdem Weisen genügt eine Andeutung.׳')" Daß wir die Leser dieses Aussatzes zu den Weisen zahlen, bedarf wohl keiner Entschuldigung/') Anmerkungen. ') Amüsement sur 1:1 lan.1׳age des Iletes. Amsterdam 1750. (Nonvelle Edition). Diese Ausgabe liegt vor und. Der englische Dichter Gray führt in seine» Briefen dieses Buch an. Mil ton (verlorcncs Paradies VIII. v. 372) spricht im Allgemeinen anch von der Sprache der Thicrc. Die (Kommentatoren führen dieses so eben genannte französische Buch dazu an. ־) Herder hat bereits diesen Gedanken Swifts irgendwo angeführt, um dcufelbcn zu mildern. י) Bergt, nufere Blumenlcse S. 78, Nro 38. Daß sich die« ser Spruch beinahe wörtlich in Burkhards arab. Sprichwörter (Nro 64) findet, darf gelegentlich hier bemerkt werden. ׳') Es mag hier nachträglich noch zn dem was wir oben (S. 246) über den Raben gesagt haben, noch Folgendes bemerkt werden. In den Wissenschaft-Blättern .re. von S t e 1 n sch n c i d er findet sich (S. 19) auch die Stelle ans einer alten Handschrift ״daß das Schreien des Naben den König beängstigte" oe. (Wir wollen diefern gelehrten dreigliedrigen Werke in diesen Blättern einige Zeilen widmen). Mriip jur tlMmuMM Sjitarijfbrfdjimg uni) JU'lütlljiimslumil!׳. 152. Das Aberlassen und Schröpfen. Die Flebotomie und d. Ansetzcn von Schröpsköpfen heißt in der Mischna הקיץ (Bechor. 5, 2). Die Etimologie d. Ztwt's הקיז ist dunkel. Luzzatto denkt an das sprische נו^וא — punctum, und vergleicht das italienische: pungei- Ia vena (S. Rosenkranz Additam. zu Nath. b. Jcch. Lerikon II. 11!) , a). Er sühlc aber selbst das Unbefriedigende dieser Erklärung, indem ja nicht das Blut das Objekt des Stechens ist. Vielleicht wäre das syrische קין saliit, saltavit, transsiliit zn Grnnde zn legen. Dasselbe vertritt in d. syr. Bibel- Übersetzung die Stelle des hebr. )ל"!. Wörtlich also: das Vlnt springen lassen. Solchergestalt müßte )'£>?1 und DJpn, nicht aber, wie Lnz. thttt,!הרך nnd הקזה punktirl werden. Als Berbnm quieseens Ain führt auch Aunors das fragliche Wort an. □”!מקי heißt nach thalm. Sprachgebranche auch der sich schröpfen läßr (Ncdar. 54, b. Ab. Zara 29, a). Der gcmarischc Ausdruck "CO oder בר□ , wclcher schröpfen bedeutet (s. d. Wrtrb.) ist ctimologisch noch nicht erläntcrt. Gufcmistisch wird adcrlasscn und schröpfen mit עבד כ.לתא—- etwas thnn bezeichnet (Taan. 21 , b. 25, a). Die Operation des AdcrlaffcnS nnd SchröpfenS verrichtete der אומן. Handwerker oder Meister heißt אמן schon im jünger» biblischeu Hebraismns (Hohesl. 7, 2); ebenso in der Mischna, wo Um an eine» Handwerker, Poel dagegen einen Taglöhner bezeichnet: eine Unterscheidung, welche schon de» Tosafistcn unbekannt war (B. Mcz. 75 , b. Schlgw. שוכר“)• Das Handwerk heißt daher אומנות- Sehr prägnant ist die Stelle im Iernschalmi Sabb. I , 3. : אומן דרך אומנותו הייב הא שאר כל אדם יוצאין• S. anch b. Ab. Zara 34, b. Im enger» Sinne nennt der Thalmnd, wie bereits erwähnt, den Aderlässe)׳ oder Schröpfer ״Uinan." Rasch) erklärt dieses Wort zuweilen mit ״Arzt" (רוי£א) z. B. Berach. 64, a. Diese Er^ klärnng ist aber nicht genau, ta an manchen Stellen der Rose nnd Uman neben einander angeführt werden, wie B. Bathra 21, a. Sank). 17, b., wo Raschi ״Uman" mit ״Blntentleerer"!מקי) erläutert. Barbier wäre heutzutage eine passende Vezcichnnng für Uman ׳, merkwürdiger Weise kommt dieser Ausdruck schon bei Maimonidcs vor: סרין□ Maach. Aßnr. 17 , 2!). Karo läßt denselben au entsprechender Stelle weg (2- Dea 116, 6). ״Rose Uman" (jer. Sabb. 14. 4) heißt: gcschrckter Arzt, eigentlich: Arzt von Fach. Der Rose oder Uman pflegte anch die Beschncidnng zn vollziehen (Sabb. 133, b). Die in Wien erscheinende Neuzeit, die mit dem Sprachgebrauche deö Thalmnd nicht vertrant ist. übersetzt d. W. ״ :אימיאein Kunstfertiger" nnd fügt hinzu ״Uman für Operateur;" in Wahrheit ist Uman der technische Ansdrnek für Barbier oder die Synonyme dieser Bezeichnung. Die Neuzeit schließt ans dieser Stelle, daß cs zur Bornahnic der Beschncidnng schon in der thalm. Zeit ״eigens vorgebildete dcsignirte Personen" gegeben habe. Ich will in diesem Punkte der Nz. nachhclscn. Zwei berühmte Lehrer des 2. Jahrhunderts diskntiren die Frage, ob zur Bvllziehnng der Zirkumzision ein heidnischer Arzt einem samaritauischen, oder dieser jenem vorznziehen sei (Ab. Zara 26, b). Die DiStussiön setzt voraus, Laß die Operation mindestens in der Regel Aerzten übertragen wurde. Ein Schriftgclehrtcr lasse sich, sagt die Baraitha, in keiner Stadt nieder, die keinen Arzt hat; der Arzt, erläutert Raschi, rst erforderlich, um die Knabe» zu beschneiden (Sani׳. 17, b). Diese Erläuterung muß aber so anfgefaßt werden, daß Raschi die rituelle Seite der ärztlichen Praris hervorhcbt, ohne jedoch die ganze Praris hierauf rednziren zu wollen. In diesem Sinne ist es auch zu nehmen, wenn Raschi B. Bathra 21 , a. das Wort ״Rose" geradezu mit ״Möbel" erläutert; viel präziser Ab. Zara 26, b. שיורע למול Aus diesen Stellen geht unzweideutig hervor, daß die Beschneidging in der thalm. Zeit in der Regel durch Aerzte oder Barbirer vollzogen wurde, und daß dies den Thalmudausleg.ru des Mittelatters genau bekannt war. Als Dr. Kraus in Wien, wo cs an jüd. Aerzten und Wundärzten sicherlich nicht fehlt, mit der Motion hervortrat, daß die Beschncidnng nur durch Aerzte vollzogen werde, hätte ihn die Neuzeit aus Grundlage des Thalmnd unterstützen sollen. 2ch rathe ihr, dies noch nachträglich zn thnn. Ncberhanpt wird es für die Neuzeit nützlicher sein, von Ben Chananja zu lernen, als mich zur Zielscheibe ihrer Schmähungen zn machen. Ich sagte übrigens nur, daß die Bejchn. in der Regel von Aerzten verrichtet wurde; denn in der jüngern thalm. Zeit kamen anch nichtärztliche Beschneidcr vor, wie ans folgendem astrologischen Lehrsätze zu ersehen ist: ״Wer unter der Herrschaft des Mars das Licht der Welt erblickt, wird ein Bardir (אומנא) oder ein Dieb oder ein Fleischhauer oder ein Besehueider (Sabb. 156, a)." Der Schröpfkopf (cucm'bUula) heißt im Thalmud H orn (קרנא); Bnrtvrf führt das deutsche ״Schröpshörnle" an. Karna

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