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Ben Chananja · 1862-09-05 · 36 (5.9.1862) · p. Seite 304

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Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
36 (5.9.1862)
Date
1862-09-05
Page
Seite 304 (sequence 4)
Language
German
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304 thut, Wacher und Antworter ans Jakobs Gezeiten, und Darbringer von Gaben dem Herrn der Heerscharen. דז)" In der Beschwerde, welche die VolkShänpter vor Ezra brachten, nennen dieselben folgende Völker, mit denen verbotene Epigamie eingegangen wurde: Kenaaniter, Hethiter, Feresiter, Jebnsiter, Ammoniter, Moabiter, Aegypter, Emoriter; die Heviter und Girgastter sind ausgefallen. Das 3. Buch Ezra setzt Edomiter an die Stelle der Emoriter. In der Relation Nehemia'S werden bloß ASdodische, Ammonitische unb Moabitische Weiber genannt. In ersterer Relation ist die Anführung der Aegypter sehr auffallend, da von einer Verschwägerung mit Aegypten! sonst nicht die Rede ift.'^) Die Voraussetzung, daß das Gesetz die Ehe mit Moabiterinnen und Ammoniterinnen verbiete, ist mit der thalmudischen Halacha kaum in Einklang zu bringen. ''-') Andererseits ist aber auch Geiger's Hipothese, welche die erzählten Thatsachen als Erzeugniß der makkabäischen Zeit darstellt, eine unkritische Verkennung des ganzen geschichtlichen Verlaufes. Nicht nur die Worte des Profeten Maleachi, sondern auch die nachgewiesenen, theoretischen und praktischen Differenzen zwischen Ezra und Nehemia stellen die Geschichtlichkeit der vorliegende Berichte in'S klarste Licht. Die Meinungsverschiedenheit, welche in Betreff der Mischehe geherrscht haben soll, ist eine Fiktion Geiger's; die unbefangene Forschung sieht sich in den Quellen vergebens um ein Zeugniß dafür um. Der Bericht Neh. l3, 1—3., welchen noch Geiger auf die Mischehen bezieht, steht mit denselben in gar keiner Verbindung. Dieser Bericht, oer die Weiber gänzlich unerwähnt läßt, spricht nicht von einer Auflösung von Mischehen, was mit den übrigen Berichten in Widerspruch stände, sondern von der Ausschließung derjenigen, denen nach dem Gesetze das Indigenat u. nach der damaligen Auffassung wol auch d. Inkolat verweigert werden mußte. In Verbindung damit wird daher die Vertreibung Tobias', des fremden Eindringling'ö, auS dem Tempel erzählt (4—8), während das Einschreiten gegen die Mischehen später zur Sprache gebracht wird (23—27). Hieran erst schließt sich der Bericht von der gewaltsamen Vertreibung eines Hochpriesterlichen Sohnes, welcher mit der Tochter des Moabiters Sanballat in gemischter Ehe gelebt hatte (V. 28). Derselbe wurde nicht des Landes verwiesen; nur in seiner Nähe duldete ihn Nehemia nicht. Trotz der Strenge jener Zeit meldet die Ehronik (11. 2,!2. 13) unbefangen, daß der erste Künstler, welcher bei der Erbauung deS Salomonischen Tempels war, aus einer Mischehe stammle: sein Vater war ein Tvrer, seine Mutter eine Danitin. Die Haggada macht aus dem Tprer einen in Tyrus wohnenden Israeliten. Die Maßregeln Ezra's und Nehemia'S und die Er- Mahnungen Maleachi's waren, wenn auch nicht von uumittelbarem, so doch jedenfalls von mittelbarem Erfolge begleitet. Die Vermischung mit den ethnischen Nachbarvölkern hatte schon in der vorhasmonäischen Zeit ihr Endziel erreicht. Die Gräkomanen unter Antiochus Epifanes sahen sich bereits genöthiget, gegen die Absonderung anzukämpfen, und einer schrankenlosen Epigamie daö Wort zu reden. Ihr Programm lautete: ״Auf, lasset uns einen Bund schließen mit den Völkern ringsumher! Denn seitdem wir uns abgesondert haben, traf uns vieles Unglück!" a1) Dem Programme folgte auch bald die That: ״Sie verbanden sich mit den Heiden.")" Hiemit hängt vielleicht zusammen, daß, wie im Thalmud berichtet wird, ein hasmonäischer Gerichlshof das Verbot jedes fleischlichen Umganges mit Nichtjüdinnen nachdrücklich verschärft hat.") Wenn die Erzählung des BüchleinS Ruth erst in der haSmonäischen Zeit ausgezeichnet wurde, wie die neuere Forschung vermuthet, so hatte der Berf. sicherlich nicht die Tendenz, seine Zeitgenossen stillschweigend zur Milderung ihres Ausschließungseifers zu ermahnen;'") denn die Nationalgesinnten der HaSmonäischen Zeit waren über diese Ausschließung einig, und ihr erklusiver Eifer war der gräkomanischen Verrätherei gegenüber vollkommen gegründet: die Tendenz dürfte vielmehr kaum eine andere gewesen sein, als die Verherrlichung des Proselitenthumes, welches, wie wir sahen, im h. Lande erst in Folge der HaSmonäischen Siege einheimisch wurde. M) (Fortsetzung folgt.) Anmerkungen. ') S. oben Nr. 23, 24, 25, 26, 30, 31, 34. *) Die Bewohner Palästina'S S. 388. ') Dies erhellt ailö Ier. 41 , 5. Die Unwahrscheinlichkeit der Annahme, daß die Pilger v. d. Zerstörung Jerusalem's und d. Tempel's keine Kunde hatten, hebt schon Kimchi hervor; s. auch Abravancl das. und Berthean a. a. O. 383. Die Erinnerung-daran schimmert vielleicht in ven Worten durch: שמעתי שמקריבין אע״ס שאין שם בית Meg. 10, a. y Ezra 3, 2. 3. s) Berthrau a. a. O. 398. ״) Ezech. 12, 22. ') Peßach. 87, b.: ד •מפני שקרוב לשונם ללשון תורה ®*W. d. V. Ihr. 1. 2, 16. ") Joma 9. 6. ">) Gesch. d. B. Ihr. 4. 156. ") Kidd- 69. b. : לא עלה עזרא מבבל עד שעשאה כסלה נקיה s. t>. merkw. sikkomovalio» Raschi's das. ׳-) Das. das.: כל ארצות עיסה לארץ ישראל וארץ ישראל עיסה לבבל• ") Das. 71, b. 3 ד B. Ezra 8, 36. Jos. Alterth. XI. 5, 4. |r’) Die Leseart schwankt zwischeu növi/iov nnd va/Lu/4 0v. Id) Neh. 13, 23—25. '7) Mal. 2., 11. 12. Die kausative Bed. d. אשר ist hinlänglich erwiesen: 1 M. 30, 18. 31. 49. 34. 27. Jos. 4. 7. 22, 31. 1 Kon. 15, 5. Pred. 4, 9. Die gegebene Auffassung entspricht dem Tcrte wol am besten; die Erörterungen über אשר אהב sind mithin überflüssig '8) S. oben Nr. 25. S. 211. '״) S. Landaus Bibel. Nehem. 13. 23. *°) Nrschr. S. 42 ff. 7') 1 Makk. I , 11. ׳׳) Das. I, 15. iCtv/O-^dav roi<! ifrvtfii; {fvyeiv hat bekanntlich auch die spezielle Bedeutung: durch die Ehe verbinden. ״) Ab. Zara 36, b. Sach. 82, a. Geiger's Urschritt S. 52. ") S. oben Nr. 30. S. 254, 255.

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