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Ben Chananja · 1862-08-22 · 34 (22.8.1862) · p. Seite 291

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
34 (22.8.1862)
Date
1862-08-22
Page
Seite 291 (sequence 7)
Language
German
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291 Lehrer zur Pflicht, die ung. Sprache zu erlernen. — Viele haben dies schon gcthan und andere iverden es a»S Pflichttreue gern thnn. Dann lasse man langsam einen Gegenstand nach dem andern ungarisch unterrichten und man wird gewiß daS Ziel, die jüd. Schule in Ungarn zu einer ganz und gar ungarischen zu machen, sicher erreichen. L. S i l b e r st c r n. 1• Pest, 18. Ang. Hr. Lcop. Ehrenfcld, auf dem Gebiete der vrakt. Didaktik rühmlich bekannt, hat ein Lehrnnd ErziehnngSinstitut eröffnet, in welchem Knaben in den Gegenständen der Hauptschule und im komerzicklcn Fache sehr ersprießlichen Unterricht genießen werden. Prager Briefe, von Vcridicus. (Schluß). Wir geben der Knluörcpräscntanz Eines zu bedenken: Diese Unordnung in den Knltnellen Zuständen wie sic bei uns an der Tagesordnung ist, sie stammt ans einer Zeit, wo wir noch eine Gemeindevertretung hatte», in deren Ressort Alles nnd Jedes mehr als der Synagogenknltus gehörte; dieses ״Alles nnv Jedes" haben wir, so zu sagen, an den Nagel gehängt, nnd wir haben daran klug nnd zeitgemäß gcthan; mmrc Gemcindcvcrtrctung sitzt nicht mehr in dem Hause nächst der Altncusinagoge, das mü der schwedischen Pickelhaube geziert ist, sie sitzt wo ihr eigentlicher Platz ist, in dem berühmten Hause aus dem großen Ringe, welches das Prager Stadtwappen trägt, die leeren Sitze im jüdischeu Rathhause aber hat nunmehr eingenommen die Cultnsrcpräsentanz!.. . Wir sind weit entfernt davon, zu sagen, daß die Herren, welche jetzt im jüd. Rathhanse ihre Sitzungen halten den Schwerpunkt der vi8 inertiae bilden: o nein, sie sind viel beschäftigt, aber mit all ihrer Thätigkeit werden sie allem gerecht nur nicht dem Namen den sie führen!. .. Was würden Sie sagen, wenn jemand seine Stiefelniedcrläge eine ״Bandhandliing" neunen würde, weil jeder Stiefel sein Zugband hat: nun denn! Wenn cS, um mit Ovid zu sprechen, erlaubt ist, Großes mit Kleinem zu vergleichen, so übertragen wir in allen Ehren mir dem schuldigen Respekte diesen Vergleich auf die Wirksamkeit nnserec Kultusrepräsentanz: die Herren sind thätig, wie viel geben ihnen doch die Stistnngcn und s. f. zu schassen aber ihre Thätigkeit verhält sich zum Kultus wie d. Stiefel znm Zugband! ... Vor so nnd so viel Jahren fühlte ein Thcil unserer Gemeinde die Nothwendigkcit mit den alten Mißbräuchen zu brechen nnd einen geregelten Gottesdienst in der Spnag. einzusühren. die ״Altschul" konstituirte sich zum ״Tempel" die viclverdienten nnd bekannten DD. Zunz nnd Sachs und nach ihnen gegenwärtig der geistreiche Redner Pf. Dr. Kacmpf. sie wußten das Bcdürfniß nach geregelten Kultus in der Gemeinde immer reger nnd lebhafter zu machen; die Ncnspnagogc folgte dem Beispiele des ״Tempels״ und hat an dem gelehrten, allgemein beliebten Dr. Hübsch eine gnrc Aguisition für ihre Kanzel gemacht; der Erfolg dieser Spnag. munterte die Mcisclsynag. auf und auch diese steht auf dem Punkte, ihren vorgeschrittenen Schwestern zu folgen. — Wir begreifen eö nun, daß beim ersten Anftanchen der KultnsregulirungS-Jdee der Vorstand diese Sache nicht zu der seiuigen machte, erstlich walteten noch die älteren Verhältnisse ob und dann war das junge Streben mehr Privatsache: heute aber, wo vor allem in daö Ressort des Vorstandes die Knltuöangelegenheitcn gehören, und daS oft wiederholte Streben klar beweiset, daß das Bcdürfniß nach geregelten synagogalen Zuständen eine allgemeine innere Neberzcugung geworden, begreifen wir nicht mehr, warum die Kultusrepr. in ihrer seitherigen Passivität verharrt, warum sie eine Schranke zieht zwischen sich nnd dem Gebiete, daS ans ihre Thätigkeit den ersten und gegründesten Anspruch hat! glaubt die Repräsentanz, es sei. gleichviel, von wem das Gute ausgeht, wenn es nur geschieht und lässt sic darum die Synagogen selbst walten, dann erlaubei! wir uns die Bemerkung, daß zu einer allgemeinen durchgreifenden Regelung unserer Synag. Zustände ihre Intervention eine materielle und moralische Nothwendigkeil ist: Zn solchen lluternehmuugen ist nächst dem guten Willen die Lcistungskrafl der wichtigste Faktor; die auSgiebigstc» Gcldkräste hat der Tempel absorbirt, mit Anstrengung gelang es der zweiten Synagoge aufzukommen, die Konstitnirung der dritten aber wird schon einen Wetteifer Hervorrufen nicht wie er ״die Weisheit vermehrt" sonder» wie er geeignet ist, d. eine o. andere d. Wetteiferndcn Institute ״ans der Welt z» befördern!" und zugegeben, es könnteil sich diese drei Synagoge» schön ruhig nebeneinander halten, was das Summnm der Leistung wäre! wie wird für die anderen sechs größeren Spnag. gesorgt, die dasselbe Vedürfniß, aber nicht dieselben Mittel zur Befriedigung haben? Wir sind nicht dafür, daß man Unmögliches versuche, wir schlagen nicht vor, daß man einige Synagogen cingchen lasse; was aber hindert die Repräsentanz, die Einkünfte der verschiedenen Synag. unter ihre Verwaltung zu nehmen, was hindert sie, für neun Synag. drei Prediger anzustcllcn u. so für das allg. Vedürfniß eine allg. Abhilfe zu finden? n. so die getrennten Körperschaften durch das Medium gemeinsanier geistiger Vertreter fest mit einander zu verbinden? Wir sehen kein praktisches Hindcrniß, daß sich d. Ausführung dieses Schrittes entgegen stellen konnte. Wir sehen da keine neue Last, welche d. Gemeinde ihrem AnSgabenanschlage aufladen würde, da die ökonomischen Mittel der Synagogen für den CultuSbcdarf mit drei Predigern an der Spitze wohl auSreichcn nnd somit die Gcmcindekassa vielleicht ganz verschont bleibt oder doch nur zu sehr mäßiger Nachhilfe in Anspruch genommen werden müsste! — Wie viel aber der Prediger selbst an moralischem Ansehen gewänne, wenn er endlich hier anfhöre» würde ״Priester vom Hause eines Mannes ״zu sein, um wie viel weiter sein Wirkungskreis nm wie viel nntzbringender sein Wirken würde wenn er kraft seines Amtes auf die verschiedenen Anstalten n»serer Gemeinde sein Augenmerk richten müsste, wenn er der Berufene und nicht der Geduldete in seiner Stellung wäre , daö Alles kann nur der ermessen, der mitten unserer Zustände lebt und der die schönste Predigt unserer Redner hier mit dem meistbehaglicheu Gefühle verläßt: ״Was nützt das Alles, den Ucbclständen in unserer Gemeinde ist damit nicht abgeholfen." Wir hoffen, diese Zeilen werden dem Vorsitzenden der Repräsentanz zu Gesichte kommen und wir sind überzeugt bei seiner hohen Intelligenz, bei seinem aufrichtigen Streben für daS Wohl unserer Gemeinde wird er sie einer näheren Beachtung Werth und würdig halten. Da hast du mein B- CH. eine Korrcsp. deines Veridicns, besagt dir seine Manier. dann sollst du nicht lange auf eine Zweite warten?) 7r. Baden (u. Wien), 19. Aug. Heute Morgens ist der Groß- Händler nnd Direktor der Kommerzialbank in Pest, Hr. Leon Hirschler, mit Tode abgegangeu. Derselbe gehörte zu den hervorragendsten Mitgliedern der Pestec Gemeinde. Friede seiner Asche! G Gyöngytts, Mitte Aug. Ihr Korresp. hat die Erfolge d. hics. Reformer sehr übertrieben. Daß eine Synagoge gebaut werden wird, ist wahr, aber von einer Orgel war nicht einmal die Rede. Auch sonst haben die Zentralisten den Sieg davon getragen: der Almemor wird im Zentrum der Synagoge stehen. R. Lemberg, 19. Ang. Die Ausgabe des hebr. Gebetbuches mit einer, wie ich höre, sehr gelungenen polnischen Uebersetzungen ist so eben im Verlage des verdienstvollen Michael Wolf vollendet worden. Der Verleger macht eine Reise nach Warschau, um dem polnischen Siddur ei»e größere Verbreitung anzubahneu. In den hiesige» jüdischen Schulen wird der polnische Sprache besondere Sorgfalt gewidmet. *) B. CH. wird sich stets freuen, der Herold des sreimüthigcu Deridiens zu sein. Red.

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