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Ben Chananja · 1862-08-22 · 34 (22.8.1862) · p. Seite 290

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Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
34 (22.8.1862)
Date
1862-08-22
Page
Seite 290 (sequence 6)
Language
German
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290 die gegenw. Musttrschulen wurden, — darüber löuntc der Hochw. Hr. Bischof von Lrntkmnr am beste» Auskunft geben. Ich hoffe, bald in der angenehmen Lage zu sein, Ihnen die hieraus bezüglichen amtlichen Bcrhaiidlttiigen mitthcilen zu können. T. Pest, Mitlc Anglist. In Folge einer Aufforderung der Statthaltern, über die dcsinitvc Anstellung der Mnsterhauptschullchrcr ein Gutachten abzngcbcn, äußerte d. hies. Gem. Vorst., daß hierüber nur die Repräsentanz aller nng. Juden zu sprechen berechtiget sei, indem die Schule von dem Ertrage einer Fnndation erhalten werde, welche ihren Ursprung allen nng. Israeliten verdankt. *) In gut 1m־ tcrrichteten Kreisen spricht man auch von einer Berufung der Rcpräsentauten aller Gemeinden, um über die Verwendung des Schulfondeö und verwandte Gegenstände zu bcrathcn. Gegen daö Verhallen 11. den Fleiß der Lehrer äußerte übrig, d. Gem. sei nichts cinznwenden, doch seien nur die Lehrer Kohn und Nenmann der nng. Sprache mächtig. Von Seiten des nng. Vereins wird ein neues Rnndschrcibcii an die Gemeinden gerichtet, um dieselben wiederholt zur Mitlbeilung der statistischen Daten anfznforderii. Das Rnndschr. sezt die Nachtheile auseinander, welche in dieser Rücksicht ans der Lauheit der Gcniciiidcn erwachsen. (Die nng. Akademie hat sich 1800 durch die statistische Kommission an alle kirchl. Behörden d. Landes gewendet , um authentische Ausweise über d. Populationsvcrhältnissc zu erhallen. Die Nabbincn wurde übergangen. Ich sprach hierüber in einem Schreiben an die Redaktion des Pesti Naplö nachdrücklich mein Befremden ans. In Folge dessen erhielt ich von dem Sekretär der stat. Abtheil, ein d. Verfahren derselben entschuldigendes Schreiben mit der Anfrage, an wen sich die Akademie zu wenden habe. Da ein authentisches Verzeichnis! der nng. jüd. Gem. nicht vorhanden ist, nnd da der Kommission nicht zugcmnthei werden konnte, daß sic sich mit allen Gem. in Korresp. setze, was sie rüeksichtl. keiner christl. Neligionögenossenschaft gcthan hat, so empfahl ich d. nng. Verein zur Sammlung der bez. Daten. Der Verein lhai sein MöglichstcS — leider mit sehr mangelhaftem Erfolge! Es ist sicherlich nicht normal, daß jede Kirche ihre Organe hat, mit denen Behörden nnd gelehrte Körperschaften korrcspondircn können, nur die Juden nicht! Das Interesse nnd die Ehre der nng. Juden fordern gebieterisch eine Regelnng der jüd. Gemeindeverhältnissc; hoffentlich wird in nicht gar ferner Zukunft Hand an'S Werk gelegt werden. L.) A. Prag, 18. August. Das zwölfer Komilö soll seine Arbeit vollendet haben. Dieselbe wird dem 32-er Komitö und dann der Plenarsitzung vorgelegt werden. Von dem Inhalte des Elaborats tranövirirt nur Weniges, einzelne Bestimmungen werden wol ans Widerstand stoßen. In Marienbad soll für die Sommersaison ein Prediger angcstellt werden. Die Thalm. Thora, eine Schöpfung Ernst Wehli'S, erfreut sich einer steigenden Theilnahme, wozu die wackeren Lehrer nicht wenig beitragen. Vor kurzem wurde für einen Thalmud Thora Schüler, der sich zum Sofcr ausbildel, ein Stipendium auögesezt, da hier ein Sofcr ein wahres Bedürsniß ist. Stnhlweißenbnrg, im Anglist. H. Obcrrab. Dr. Zipscr hielt hier am Sabb. Par. Korach eine Predigt, welche beide Partheieu zum Frieden ermahnte. Die Rede wurde von den zahlreich vcrsammelten Zuhörern mit Begeisterung ausgenommen. Vorige Woche wurde dem gefeierten Prediger ein prachtvoller Becher mit einer paffende» *) Dasselbe theiltc uns v. W. ein and. Korr, mit t>. Bemerknng mit, daß der Pestcr Vorstand seiner Zeit auf die Anstellung der gegenw. Lehrer Einfluß genommen habe. ״Allerdings," fügt er Hinz», waren damals andere Personen an der Spitze; cs fragt sich aber, ob die Statth. dieselben ebenso deSavoniren werde, wie sie v. d. gegenw. Gem. Vertretung desavonirt werden." Red. nng. Inschrift eingeseadet. Denselben begleitete folgendes Schreibe» : ״Sr. Ehrwürden H. Dr. M. Zipscr, Obcrrabb. zu Rechnitz. Ehrwürdiger Herr Rabbiner! Wir sindcn keine Worte für die Gefühle, die wir für Sic empsinden, ebenso können wir Ihnen nicht genug danken rür den geistigen Genuß, den Sie in Ihrer so gehaltvollen Predigt uns verschafft habe». Aber ein Mann von solch edel» Gefühlen wie Sie, ehrwürdiger Herr, kann den wahren Werth solcher Gefühle der Dankbarkeit empfinden!1. — würdige». Erlauben Sie miö ehrwürdiger Herr, daß wir Ihnen in diesem Becher ein Andenken verehren und mögen Sie bei dessen Anblick sich unser erinnern, so wie wir es ihn», wenn wir vor Ihrem Bilde einer bessern, mit Ihnen verlebten Vergangcnheil eingedenk, uns Ihrer erinnern. Gott erhalte Sie noch lange, damit Ihr gediegenes Wissen der Menschheit Segen bringe." Lrirfe eines nng. Lehrers an s. Üollrgcn in Löhme». I. L. Fr.! Ans Deinen lezten Briefen ersehe ich, daß Ihr Lehrer in Böhmen die uencstc Bewegung ans dem jüd. Schulgcbiete in Ungarn, wie sie sich namentlich in der ersten in Pest abgchaltcncn allgemeinen Lehrer-Eonscrenz knndgcgcbcn, mit Aufmerksamkeit begleitet habet, nnd es mibegrciflich findet, daß sic mit dem bisherigen Stande der Dinge, mit dem neuen Systeme zu brechen strebt, um eine neue Ordnung, das alle oder besser veraltete System wieder cinzusühren. Nun seid Ihr, Lehrer in Böhmen aber, was sehr verzeihlich ist, mit den ungarischen Zuständen nicht so vertraut und kennet somit die Forderungen nicht, die hier zu Lande an die jüd. Volksschule gestellt werden, an die Schule desjenigen Theilö der Bevölkerung, die ein so großes Gewicht darauf legt nnd darauf pocht, nicht viel jünger im Lande zu sein, als die Ungarn selbst. Deshalb will ich es versuchen, die Verhandlungen nnd cnvliche» Beschlüsse der genannten Lchrer-Confcrcnz zu kommentirn und dort, wo auch meine nnmaßgebliche Ansicht mit denselben divcrgirt, frei und nnumwundcn aussprcchen. Zuerst hat Euch, wie ich ans Deinem wiederholten Tadel ersehe, die Wiedereinführung des FachsistemS, daö als nicht natürlich, nicht zweckentsprechend ans der Volksschule mit Jubel der Einchtövolleu über Bord geworfen wurde, sehr unangcnchm überrascht. Die Welt — sagt Pestalozzi — liegt uns als ein ineinander fließendes Meer verwirrtcr Anschauungen vor Augen; die Sache des Unterrichtes ist es, daß er die Verwirrung, welche in dieser Anschauung liegt, anshebe. *Jfmi frage ich, wie vor mir gewiß viele gefragt haben; kann der Unterricht diese seine Aufgabe mit einem Schlage lösen? Muß er naturgemäß nicht zuerst alles durch eines, durch das Lesebuch, lehren nnd es erst später mit getrennten Fächern zu thun zu haben, die bekanntlich wie divergirende Linien immer weiter aus einander gehen? Vieles läßt sich noch gegen dieses System aufzählen: nnnöthiger Zeit- Verlust beim Wechsel der Stunden, Beeinträchtigung der Disziplin, Störung des kindlichen Verhältnisses der Schüler zum Lehrer und Andercs; und gar vieles gehört dazu, um vermittelst eines durch und durch gemeinsamen Wirkens seitens der Lehrkräfte derartigen Unterrieht einiger Maßen gedeihlich zu machen. Aber hier scheint die Noth zu zwingen. Die ungarisch jüdischen Schulen sind bekanntlich noch heute großentheils mit böhm. und mähr. Lehrern besetzt, die der nng. Sprache noch nicht mächtig find nnd die man doch heute wegen ihrer anderweitigen Brauchbarkeit noch nicht entbehren kann. Um also diesem Uebelstande abzuhelfen, und nicht aus Mangel an Vertrauen in das neue System will man das Fachsystem cinsührcn, das so recle Schattenseiten hat u. unserem Schulwesen, das Gott sei Dank schon auf einer schönen Stufe steht, einen bedeutenden Ruck nach rückwärts geben würde. Deshalb geht unsere Ansicht dahin: Man stelle zunächst tüchtige Lehrkräfte für das nng. Sprachfach an. und mache eö jedem

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