Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 33 (15.8.1862)
- Date
- 1862-08-15
- Page
- Seite 280 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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280 zum Simurg gezogen, um an der Quelle selbst allerlei Zweifel zn heben, zu ihrer eignen Beruhigung. Die aesopische Fabel — das Kind der practischen Klugheit — halt dem Menschen Lebensregeln vor, welche für den praktischen Verkehr im Leben nützlich sind. Die sufische Fabel —wenn dieser Ausdruck erlaubt sein sollte — hält dem Menschen diejenige Weisheit vor, welche das Eigenthum der Sufis ist. ES ist dieselbe allerdings nicht zum täglichen Gebrauch zu benutzen. Es hat sich hier Klugheit in Weisheit verwandelt. Sie gehört einer höhern Stufe an. Fortsetzung folgt. Anmerkungen. ') In unserer Anzeige über die syrischen Fabeln (oben v. Z. 1. 372. 380) haben wir einiges Hiehergehörige mitgetheilt. 2) Ernbin S. 100. (Die ganze Stelle ist interessant.) ׳) Es finden fich auch die Worte ״ נדיב כמו התרנגולfreigebig wie der Hahn" (in der Stelle ans dem 11 הסח״וה□ . welche wir im Litcraturblatt des Orients 1848 (Nro 13) mitgetheilt haben. ') In unserm Ben Gabirol (S. 32) haben wir bereits einigeS darüber mitgetheilt. s) ES finden sich diese Worte in der Zeitschrift von Benfey, (S. 696) welche wir bereits angeführt haben. 6) Vcrgl. unsere Blumenlese^S. 238. Nro 632. ד) Burkhard: arab. Sprichwörter Nro 248. ״) Folgendes Buch mag gelegentlich hier erwähnt werden: ״Dietinaire de la Sagesse populaire. Paris 1855. (Es ist dieses Band 5 in der Encyklvpädie tbeoiogique pai־ M. 1' Abbö Migno. Wir wollen später über dieses sehr nützliche Werk einige Bemerkungen geben.) ') Wir haben diesen Spruch bereits in unserm Salomo ben Gabirol (S. 39) gegeben. '")Ob es eine deutsche Uebersetznng dieses Buches gicbt, können wir in diesem Augenblicke nicht angeben. Französische Uebersetzungen gicbt es niehrere. ") Vergl. unser Salomo ben Gabirol S. 7, Note 2. 12) La Poesie (ilosofique et relegieuse cbez les Persans. La Language des Oiseaux. Paris 1856. (Wie aus dem Titelblatte daselbst zu ersehen, so ist dieses nur ein Separatabdruck von der Revue contemporaine Thcil 14.) '־') Vergl. Mußare ha Filosofim die Sprüche von Dämonen. Jüdische .. 00t Modert 3af)ten. Beschreibung folgender zwei Büchlein: ספר תורת קטן והוא כולל ב' ספרים, ם, אלה המצות ואחריו ספר הן הלשון. אסף ולקט מהו׳ גדלי׳ במהו׳ אברהם מנחם טייקוס ז״ל. אמשטרדם בשנת א״ל״ה המ״צו״ת. (65ז1ו Von I. Kahn, Oberrabbiner in Trier. (Schluß.) I» dem 2. Büchelchen stellt sich d. Verf. d. Aufgabe, d. Kinder mit dem Charakter u. den ersten Haupteigenschaften der hebr. Sprache bekannt zu machen und ihnen solche allmälig einzuprägen und durch das Lesen in der heiligen Schrift noch mehr einzuüben, und ihre Kenntniß zu erweitern. Seine Methode ist ausgezeichnet, da er überall kurz und bündig ist und die Kennzeichen der verschiedenen Personcn, Zeiten, Formen und Konjugationen deutlich und verständlich anfführt. Auch seine ausgestellten Tabellen sind jetzt noch gut zu brauchen. Das Büchlein behandelt seinen Gegenstand in 4 Abschnitten: 1) Von den Buchstaben, Vokalen und Accenten in 5 Simanim. 2) Von den Zeit- Wörtern in 31 Simanim. 3) Von den Hauptwörtern in 6 Simanim und 4) von den Partikeln in 4 Simanim. — Am Ende stellt er noch eine Tabelle von den acht verschiedenen Zeitwörtern auf, die so angeordnet ist, daß alle zusammen in jedem einzelnen der 7 Binjanim zusammengestellt sind. So zuerst daS Kal durch alle Konjugationen, dann das Niphal u. s. w. Es würde zu weit führen, all das Gute in diesem Büchelchen anzuführen; nur folgende Auszüge will ich der Merkwürdigkeit wegen (m't deutscher Schrift) in der Sprache des Vrf. mittheilen, die dessen gründliche und richtige Unterrichtsmethode beweisen: ״Ein Melamed, der Kinder üben will in d. Gramm, d. h. Sprache muß einen Siman mit ihnen reden alle Tag, drei oder vier Mal, eine ganze Woche, bis sie wohl geübt sind. Hernach wird ein Siman einzigweis genommen, bis sie mit der Zeit durchkommen zu wissen alle Kenntnisse von der Natur der h. Sprache, so viel ein Kind kann lernen einzelnweis, wie der König Salomo sagt: ״wer allmählig sammelt, vermehrt sein Vermögen (Spr. 13. 11)." Die Hauptsache ist, sich jeden Tag eine halbe Stunde darüber zu unterhalten, allen Kindern, die in der Schule sind, eine Regel beizubringen, um das bereits Gelernte zu wiederholen. S. 57., wo von den Zeiten die Rede ist, sagt er: ״Um dem Kinde den Unterschied zwischen Vergangenheit und Zukunft zu verstehen zu geben, sagt man: gestern, morgen! WaS inzwischen liegt, ist Benoni." Auf demselben Blatte, Seite 2, stellt der Vrf. ein Tabellchen auf, auf welchem in einer Kolonne die Vergangenheit und in einer ihr gegenüberstehenden anderen die Zukunft aufgeführt wird und zwar zuerst die dritte Person, dann die zweite und erste; bei jeder aber sogleich das Weibliche und die Mehrheit. Hierzu bemerkt er: ״Nie darf ein Melamed, der vor Gott will joze sein, müde werden. Bei jedem Worte, welcheö das Kind lernt, muß er ihm die Simamin (Charakter- Zeichen) sagen, bis das Kind in allen den Simanim ganz geübt ist. Dann wird das Kind von wenig lernen dennoch viel wissen." Als eigenthümliche ErklärnngSweise des Verfassers führe ich noch folgendes an, wie derselbe in seiner mangelhaften Kenntniß der deutschen Sprache sich doch alle Mühe gab, den Schülern die hebr. Sprache zu verdeutlichen. Seite 59 und 60, wo er das Piel u. Hiphil erklärt, heißt es also: ״Bei den 7 Binjanim muß man verstehen die הכמה und den Vorzug der heil. Sprache. Was man in anderen Sprachen mit Wörtern reden muß, sagt in der heil. Sprache ein Buchstabe, ein Vokal oder ein Dagesch." Hierauf folgt eine Erpositien über die Bedeutung der Binjanim, wobei der Vrf. mit dem deutschen Ausdrucke zu rin« gen hat. Unsere heutigen Lehrer haben es natürlich in diesem Stücke viel leichter. Unser Verf. verdient wegen seiner lichtvollen Darstellung um so größere Bewunderung, als