Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 32 (8.8.1862)
- Date
- 1862-08-08
- Page
- Seite 274 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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274 de» Generals Mannstein und der dadurch provozirte Bann waren die Veranlassung, die Dinge zu konfundirrn und man gab als Grund der Ausweisung Landesverrath an, den man als erwiesen annahm. Bezüglich der Verwendung der holländischen und englischen Regierung muß ich bemerken, daß im hiesigen Archive drS k. k. Ministeriums des Aeußeren und des kaiserl. Hauses sich kein derartiges Dokument vorfindet. Ts ist auch bei dem Charakter des Kaiserin Maria Theresia nicht zu glauben, daß sie sich eine derartige Intervention in innere Staatsangelegenheiten hätte gefallen lassen. Vielleicht daß die Gesandten der betreffenden Mächte, mit denen die Kaiserin öfters persönlich verkehrte, mündlich Vorstellungen machten, was sich jedoch jetzt nicht bestimmt behaupten läßt. Korresponden). Pest, 4. August. Lehrerbilder Hr. A. Lederer beschwert sich in Nro 31. d. ״B. CH." darüber, daß ich im Vorjahre einen unwahren Bericht über die unter seiner Leitung stehende Anstalt veröffentlicht Hr. L. erweist mir jedoch zn viel Ehre, wenn er den im Septembcr v. 5. durch den isr. ung. Verein veröffentlichten Bericht über die Schulprüfungen mir zuschreibt, indem cs mir allerdings vergönnt war, dieses verdienstliche Schriftstück, als Secrerär ״im Aufträge des Ausschusses״ zu zeichnen, jedoch enthält dasselbe, wie selbst« verständlich, nicht meine individuellen Ansichten, sondern die Ansichten und den Bericht des vorjährigen GesammtauSschuffcS des israel. ung. Vereins, dessen Wahrheitsliebe mindestens ebenso groß ist, als diejenige drS Herrn Lederer. Zufälligerweise bin ich jedoch in der Lage daSjenige, was in dem fragt. Berichte über die hies. Musterhaupischulc gesagt wurde, auch persönlich bekräftigen zu können, da ich bei der vorjährigen Schulprüfung an dieser Anstalt als Vertreter des Vereins anwesend war. Dies bezüglich der Unwahrheit des veröffentlichten BerichteS. Die Hochachtung und Versöhnlichkeit, die Herr L. mir gegenüber an den Tag gelegt haben will, stimmt mit der obigen Anschuldignng der Unwahrhaftigkeit wol nicht überein, ist aber eine zu geringsügige Sache, um einer öffeutlichcn Besprechung gewürdigt zu werden. Moritz Mczei, früher Sekretär, derzeit Vizepräses des irr. magy. egylet. B. Pest, 5. August. Die Schulkommission des isr. ung. Vereins beschäftigt jetzt am meisten der Besuch der Prüfungen. 3n dieser Angelegenheit wurde Anfangs d. M. unter dem Präsidium des Herrn Dr. Josef Hauser eine Sitzung abgehaltcn. Herr Dr. Hauser erschien bei dieser Gelegenheit zum ersten Male in dem Verein. In der EröffnungSrede spricht er der Schulkommission für das in ihn gesetzte Vertrauen seinen Dank aus, erwähnt daß er in den Jahren 1844 und 45 zu den Gründern des isr. ung. Vereins gehörte und verspricht den mit seinem Amte verbundenen Pflichten mit allein Eifer nachzukommen. Die Rede wurde von den in großer Zahl versammelten Mitgliedern mit Beifall ausgenommen. Nach den hierauf erfolgten Ernennungen werden die Herren Mezci nnd Dr. Lustig in der Musterhauptschule, I. Bleuer und H. Deutsch in der Gemeinde-Knabenschule beim hebr. Fache; Mezei und Tencer in der Gemeinde-Knabenschule beim ung. Fache, endlich die Herren Mezei und Büzsüsy in der Gemeindemädcheuschule den Verein vertreten. In meinem letzten Berichte hat sich ein unangenehmer Druckfehler eingeschlichen, indem es in der bekannten Erzählung des Vorfalles bei der Prüfung der Lehrerpräparandie nicht Redakteur, sondern Redaktion des magyur izraelita heißen soll. Herr Lederer hat nämlich nicht den Redakteur dieser Zeitschrift, sondern dem in dessen Name» erschienenen RrdaktionSmitgliede Herrn Paul Tenzer, Pros, der ung. Sprache, den Eintritt in das PrüfungSzim« mer persönlich verwehrt. Herr L. fühlt sich allerdings bemüffigt, in seiner auf meinen Bericht gegebenen Erwiederung zu erklären, daß ec auch in jene unangenehme Lage kommen könne, gewissen Individuen den Eintritt zu den Prüfungen verbieten zu lassen; gleichzeitig beruft sich aber Herr L. auf eine besondere Neigung für die Oeffentlichkeit; gewiß hatte er die Oeffentlichkeit nach seiner eigenen Fayon im Auge. Ein Sensal, den wir zwischen den offiziellen Gästen sahen, gehört nach der Ansicht des Herrn L. zu den Honoratioren, der Berichterstatter unseres einzigen ung. conf. Blattes aber zu den gewissen Individuen, und gewiß kann ein Prof, der ung. Sprache nicht so leicht darüber belehrt werden, ״daß ein in Ungarn lebender und wirkender Böhme für die Verbreitung nnd Pflege der ung. Sprache zu wirken bestrebt und bcrähigt sein kann," als jener Sensal, dessen Kenntnisse ihn wahrscheinlich befähigen, in Herrn L. einen vortrefflichen Magyaren zu sehen. Wir müssen Herrn L. die Gefälligkeit erweisen unsere Anonymität beizubchalten um eS ihm möglich zu machen, sich in das angedrohte verachteilte Stillschweigen zu hüllen, da ihm doch den sehr leicht erweislichen Thatsachcn gegenüber eine Erwiederung unmöglich wäre.*) ׳״. Pest, 4. Ang. Hr. Musterhauptschullehrer Hcinr. Reis ist an der hies. Handelsakademie als Prof, der deutschen Sprache und d. Geografie angcstellt worden. Den jüd. RcligionSunterr. crtheilt an der Akad. Hr. Prof. Großmann. K. Temesvar, 5. Aug. Eine Korrespondenz in einem Wie- »er Bl. bespricht die Besetzung des hies. RabbinatöpostenS in ziemlich ausführlicher Weise. Was an demselben hier allgemein mißfallen hat, ist der Umstand, daß nur der Probcvvrkrag Hoffmann'S hcrauögestrichen wird, während die nicht minder vorzüglichen Vorträge mehrer anderer achtbaren Persönlichkeiten, wie Dr. Pisko'S, Fischer's. Back'S nnd Skcrn'S gänzlich ignorirt werden; ferner daß der Korresp. mit einem sehr unerquicklichen Witze einem unserer geachtctcsten Gemeinderepräsentanten nahe zu treten sucht und denselben der Partheinahme zeiht. Es wurde schon einmal in diesem gesch. Bl. erwähnt, daß der Vorstand in der benannten Angelegenheit sich darum nicht übereilt, weil er gerne der Gemeinde einen Seelenhirten bestellen möchte, der im Stande ist, allen Anforderungen der hies. Gemeinde, die wahrlich nicht geringe find, — da die eigenthümlichen hier vorwalteuden Verhältnisse Manches erheischen, was in andern Gemeinden nicht d. Fall ist. — zn entsprechen, und wir zweifeln nicht, daß derselbe aus der Zahl der genannten würdigen Bewerber den rechten Mann herausfiuden wird. Die öffentl. Jahreöprüfungen an der hies. isr. Mnsterhauptschule finden am 17., 18- und 19. dieses Monates statt. Hungarioa. VII. .;עלית לקרחא הלוך בנימוסיו־ Midrasch. (Schluß.) Aus den Gesagten erhellt, daß die ungarisch-jüdische Repräsentanz zwei von einander wesentlich verschiedenen Epochen durchgemacht hatte, als der in der Geschichte der Gesetzgebung Ungarn'» so denkwürdige, und auch gegen die Juden mild gesinnte Reichstag unter Lopotd II. von dem obersten Landesrichter, Gr. Karl Zichy, und dem königl. Personal, Freih. Josef Ürwönyi eröffnet *) Für d. Bl. ist hiemit die Polemik geschlossen. Red.