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Ben Chananja · 1862-08-01 · 31 (1.8.1862) · p. Seite 266

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
31 (1.8.1862)
Date
1862-08-01
Page
Seite 266 (sequence 6)
Language
German
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266 theilS aber auch feine» gemeinnützigen Bestrebungen durch Errichtung einer Bank für Handwerker zu verdanken. Als ein charakteristisches Zeichen für die bürgerliche Stellung unserer Glaubensgenossen hier in! Lande verdient eS hier wol bemerkt zu werden, daß unter den 200 geladenen Gästen bei dem glänzenden Gastmahle, welches die hiesige Eommnnalbehördc vor einigen Tagen zu Ehren zweier gekrönter Häupter, nämlich nnscrs Königs n. des gerade anwesenden Königs von Schweden gegeben, sich auch sieben Inden befanden. Bei der kürzlich stattgefiindcnen Prämienverthcilnng der Londoncr Industrie-Ausstellung ist auch mehren hiesigen Israeliten die Medaillc und anderen die rühmliche Erwähnung zu Theil geworden. /,.Bonn, 27. Juli. In dem schon lange andauernden Streite zwischen einer Minorität der hiesigen Gemeinde, bestehend aus einigen alten Bonner Familien, welche mit einem »nthätigcn Vorstände und einem noch unthätigern Nabbinen an ihrer Spitze nicht daö Nllcrgcringstc für die geistigen und sittlichen Interessen einer Gemeinde thnn, welche einem gänzlichen Verfalle entgegen ging, — und der Mehrzahl dieser Gemeinde, welche dem Verfalle entgegen arbeiten wollte, aber der gesetzlichen Mittel bisher ermangelte, jene Herren ans ihrer Lethargie anfznrüttcln, ist gestern eine Entschetdung der Negiernng eiligetroffen, welche die bisherige in Verfall gerathcne Eonssstorialvcrsassung für aufgehoben erklärt und der Majorität die Befngniß zncrkennt. die Gemeinde ans Grundlage des Gesetzes von 18-17 zu reorganisiert!. Heute wird zn diesem Zwecke eine vorberathendc Vcrsanimlnng abgchalten. Man darf erwarten, daß sich die Geniciudc vereinigen werde, um ihre Angelegenheiten in versöhiilichem Geist zu ordnen. Inland. Pest, 27. Juli. — Die hics. ifr. Lehrerbildungsanstalt hat mit Ende des l. Schuljahres ihr Triennium zurückgelegt n. während dieser Zeit 2 Mal LchrerbesähigiingSprüsungeii abgchaltcn n. 2 Mal angehende ifr. Lehrer entlassen, aus daß dieselben wirten mögen znr Ehre des Iudenthniuü und znm Wohlc der vaterländischen Ingend. Die diesjährigc MatnritälSprüfung der Lehramtszöglinge fand am 17. und 18. Juli statt, und zwar in Gegenwart des Hr. Schulendirektorü Krieglcr, des Hrn VorstantSpräscS Dr. Hirschlcr, der Herren VorstandSniitglicder I. Kern und Dr. I. Hauser, der Herren Schnlseklionsmitglieder Dr. Pollak, H. Schwarz, des Herrn Nabbuiatöassessors Wahrmaun, der Herren Religionslehrer Zilz und Deutsch, des Hrn Akademietircktorü Körner und des gcsammten Lehrkörpers. Die Zahl der ordentlichen Hörer des 2. Jahrganges betrug 20, die der Herren Privatisten 7. Von den erster» wurden 8 zn Hauptschtillehrern, t zu Unterlchrern für 4 Klaffen. 0 zu Lehrern für 0 Klasfeil, 2 zu Untcrlehrern für 3 Klassen befähigt nud 3 zur Wiederholung des praktischen Kurses angchaltcu. Von den letzter» erhielten 2 die Eignnng zu Hauptschullehrern, -1 zn Lehrern für 3, und t znm Lehrer für 2 Klassen. Die theoretischen und praktischen Leistlingen der Lehramtszöglinge übcrtrasen bei weitem die vorgeschriebenen Lehrziele und wurden auch sowohl vom Herrn Direktor Kricgler als auch vom Herrn Schnlsektionspräses Dr. Hauser aufs Bclobcndste anerkannt, was ich diesmal um so mehr erwähnen muß, weil Ihr Herr Korrespondent sich ur seinem letzten auch über diese Prüfung rescrirendeu Berichte von der Wahrheit bedeutend entfernte;-denn n n w a h r ist's, daß sich Herr Schnlendirektor Kriegler ״ur in irgend einer Beziehung tadelnd ausgesprochen hat, und unwahr ist's, daß ich dem Nedakrenr des ״Magyar izraelita“ den Eintritt in das PrüsuugSzimmer perbieten ließ. 'Bei Lehrerbcsählgniigsprüflliigcll werden dem jeweiligen Vorsitzenden die in den Lebrer-Konserenzen früher bestimmten Klansurnvteu der einzelnen Lehramtskandidaten zu dem Behufe vorgelegt, damit derselbe sich nicht nur von den Leistungen der Zöglinge. sondern auch von der gerechten Klassifikation derselben überzeuge. Es folgt ans der Natur der Sache, daß die für 2 und 3 Klassen befähigten Lehrer und Untcrlchrer die an dieselben gerichteten Fragen nicht immer den Wünsehen eines großen PublikitmS gemäß beantworten können, und daß ferner die zwischen dem Vorsitzenden lind dem Lehrcrbildcr in Betreff der Schliistnotcn zn pflegenden Diskussionen nnd Debatten nicht immer geeignet sind, dem anwesenden Publikum viel Interesse cinznstößen. Ans diesen nnd noch anderen Gründen werden die LchrerbesähigungS-Prüfungen nach dem noch immer bcstehcndcn Schulgesetze nur unter der Leitung des von der LandeSbchörde dazu bestimmten PrüsungSkommissärü im Belsein des Kn lt nsvor stand es und des Nabbinen von den, Direktor und den Lchrcrbildncrn vorgenoiiimcn. Dessenungeachtet erlaubte ich mir ans besonderer Neigung für die Oessentlichkcit nebst dein löblichen KilltnSvorftande — zu dessen Mitgliedern auch der Hr. Präses des löbl. ״Magyar egylet“ gehört,— noch einige sachkundige Männer und Holivratiorcn cinznlavcn. Ich glaubte dem gegenwärtigen Redakteur des ״Magyar izraelita,“ weleher zwar am Ende des vorigen Schuljahres einen nnwahrcu, mich und meine Anstalt tief verletzenden Prüfungsbericht veröffentlichte, durch meine diesmal an ilm ergangene Einladung einerseits einen Beweis meiner Versöhnlichkeit nnd Friedensliebe nnd andererseits den der Hochachiung zu geben, und es hätte nns nur gefreut, denselben bei seinem Besuche belehrt haben zn können, daß auch ein in Ungarn lebender nnd wirkender Böhme für die Verbreitung und Pflege der nng. Sprache zu wirken bestrebt und befähigt sein kann. UebrigeuS fühlen wir uns bemüßigt zn erklären, daß ein Schuldirektor auch in jene unangenehme Lage kommen kann, gewissen Individuen den Eintritt zu den Prüsiingen verbieten zu lassen, nnd daß ich fürderhin allen anonymen für mich ehrenrührigen Berichten gegenüber so wie bis allhcr das ihnen gebührcndc verachtende Stillschweigen beobachten werde. A. Lederer, Lehrerbilder. 11. Lcmberst, 27. Juli. Es dürste Ihnen vielleicht nicht nnwillkvmnie» sein, von den Znständcn unseres Tempels näher unterrichtet zu sein. Seit dem Abgänge des hier noch immer beliebten Predigers Hrn Dr.'s Schwabacher waren leider d. Räume unserer Belhalle meist leer, und mag auch vielleicht dies dazu beigetragen haben, daß wir seit einer sehr geraumen Zeit keinen Obereantor haben, und uns nur mit den mittelmäßigen Leistungen des 2-ten Kantors begnügen inußlcii. Wir müssen der Tempelverwalinng Dank wissen, daß sie cs sich zur Pflicht machte, den eiugetrcteneu Uebelständen abzuhelfcu, 11. so hat sie damit begonnen, für einen guten Eantor Sorge zn tragen. Wir hatten gestern daS Vergnüge», H. Oswald Weiß Obereantor aus Szegcdin, welcher der an ihm von der Gemciude ergangenen Einladung Folge leistete. in unscrm Tempel zu hören. Weiß ist im Besitze einer markigcn, wohlklingenden Baßbaritcustimine nud ist ein durch nud durch musikalisch gebildeter Mann. Sein Gesang ist seelenvoll, die Eollcraturcn und Triller gerundet 11■ geläufig, nud verstand es Herr Weiß, durch seinen schönen und korrekten Vortrag die in Fülle versammelten Zuhörer für sich zu gewinnen. Die während der Andacht gesungenen Pieyc» ließen. was Hrn Weiß aubetrifft, nichts zlt wünschen übrig. DaS Neeit. unseres Gastes ist verständlich, die Anssprache rein. Leider konnten die nur spärlich vorhandenen Gesangökräfte unserS EhorS unfern Gast nicht kräftig unterstützen. Wir würden unö nur gratuliren, wenn Hr. Weiß bei nns bleiben würde, und wollen hoffen, daß unsere Gemeitidc alles Mögliche hiezu ausbieten wird. Ich schließe diese Zeilen mit dem Wunsche, daß die bis nun leere Prediger-Kanzel bald besetzt werden möge.

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