Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 31 (1.8.1862)
- Date
- 1862-08-01
- Page
- Seite 263 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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263 weshalb auch das Moment des Ehebruches unerwähnt bleibt. Dagegen wird ein anderes Moment hcrvorgehobcn: ״Halte fern von ihr deinen Weg und nähere dich nicht der Thür ihres Hauses! Auf daß du nicht gebest Anderen deine Zier, und deine Jahre einem Grausamen; Auf daß nicht Fremde sich crsättigcn deiner Kraft und deine Gebilde seien im Hanse eines Ausländers, Und du stöhnen muffest an deinem Ende, wenn hingcschwnnden dein Leib nnv teil! Flcisel,. Klar und unzweideutig ist hier die Ermahnung, des Mannes ״Kraft und Zier," seinen ״Leib nud sein Fleifch," seine ״Jahre," nicht außerhalb deö eigenen Volkes zn vergeudcn: eine Warnung vor der Mischehe, von nationellcm Standpunkte motivirt! Die ans der perhorreszirten Ehe hervorgegangenen Kinder werden verächtlich □עצבי genannt. Znr Trene gegen die Gattin von gleicher Geburt anfmnnternd, sagt daher der Dichter: ״Trinke Wasser ans deinem Borne, und Rieselndes ans deinem Brunnen! Deine Quellen mögen sich nach Außen ergießen, ans die Straßen hin als Wasserbächc! Sie seien dein alleine und nichts gehöre Fremden bei dir! 1a)" Die Quellen und Bäche versteht schon Abn Ezra vom Kindersegen. Der Sinn ist: Wähle eine Gattin aus bei - item Volke, mit sich einer zahlreichen Nachkommenschaft zu erfreuen, welche dir und deinem Stamme gehören, nicht aber der Entfremdung anheitnfallcn wird. Die thalmndische Apologie hat sich der Mischehe Samson'ö gar nicht, der Salomo'S nur sehr schwach angenommen. Ueber Samson wird in der Mischna der Stab gebrochen: ״Mit dem Maße, mit welchem der Mensch mißt, wird ihm wieder gemeffen.... Samson ging seinen Augen nach, darum stachen ihm die Filistäer die Augen ans.")"—Die jüngere Haggada findet einen Widerspruch darin, daß nach der Darstellung der Schrift Juda hinaufsteigen muß um die Stadt Thimnatha zu erreichen (l M. 38, 12), wahrend sich Samson derselben Stadt durch hinab steigen nähert (Nicht. 14, 5). Neben der einfachen und richtigen wird auch folgende Lösung versucht: ״Was für Juda, den Gründer einer Dinastie, ein Hittaufsteigen war, war ein Hinabsteigen für Samson, der eine Heidin zum Weibe nahm.^)" — Ferner: ״Samson war verworfen nnter seinen Brüdern, indem er nicht unter ihren, sondern unter den Töchtern der Filistäer seine Gattin wählte. ,0)" Eine mildere Behandlung erfährt natürlich der König Salomo; nichtsdestoweniger heißt eS: ״So lange Schimei, der Sohn Gera'S, (ders. gilt in der Haggada für den Lehrer Sal.'s) lebte, scheute sich Salomo, die Tochter Farao'S heimzuführen.'D" Ferner: ״Alö Salomo die Tochter Farao'ö zum Weibe nahm, senkte der Engel Gabriel ein Rohr in's Meer, und holte eine Sandbank herauf, auf welcher eine große Stadt erbaut wurde,"יי) Nom nämlich, von welchem Sal.'ö Reich unterjocht werden sollte. Erst die jüngere babilonische Haggada macht die Aegiptiscbe Königstochter znr Proselitin.ף׳ Maimonides nimmt sich der biblischen Helden viel nachdrücklicher an. Seine hierauf bezüglichen Worte lauten: ״Es komme dir nicht in den Sinn, daß Sanisou, der Netter Jsracl'ö, oder Salomo, Jsrael'S König, welcher der Freund Gottcö genannt wird, Weiber ehelichten, solange dieselben am Heidenthume hingen. Das Geheimniß der Sache ist vielmehr folgendes: Nach der wohlbegründeten Religionssatznng muß jeder Aufnahme eines Proseliten oder einer Proselitin die Untersuchung vorange- Heu, ob der beabsichtigten Bekehrung nicht Geldgier, Ehrgeiz, Furcht oder irgend ein Liebcsverhältniß zu Grunde liege. Ist ein solches Motiv nicht vorhanden, so ist die zum Uebertritte sich meldende Person auf die schwere Last der Thora und auf die Beschwerlichkeiten aufmerksam zu machen, mit welchen deren Befolgung für die Völker verbntlden ist, — damit dieselbe von ihrem Vorhaben abstehe. Steht sie nicht ab, und sieht man, daß sie sich aus Liebe bekehrt; so nimmt man sie ans, wie geschrieben steht: Und als sie sah, daß sie fest beharrte, mit ihr zu gehen, ließ sie ab, ihr zuznreden (Ruth. 1, 18)." Deshalb nahmen die Gerichtshöfe (NeligionSbehörden) weder in David's noch in Salomo'S Zeiten Proseliten ans, da dies, unter ersterm leicht die Furcht getrieben, unter lezterem leicht Jsrael'S Größe n. Wohlstand geblendet haben mochte: wer sich aber auS einem, den Eitelkeiten der Welt entnommenen Motive bekehrt, ist kein rechter Proselite. Nichts destoweniger haben sich unter David und Salomo Viele in Gegenwart von Privatpersonen bekehrt. Der oberste Gerichtshof (ob. Ncligionsbehörde) behandelte dieselben zuwartend: man wies sie nicht ab, nachdem sie untergetauchl worden waren, tnan ließ sie sich aber auch nicht ganz nahe koinmeu, bis ihre Zukunft klar hervortrat. Da nun Salomo und Simson Proselitinneu, die sie selbst aufgenommen hatten, ehelichten, und es bekannt war, daß dieselben weder aus reinen Motiven zum Judenthume übertraten, noch von einer ordentlichen Behörde in den Schoß desselben aufgenommen wurden; betrachtet sie die Schrift als Heidinnen, deren Ehelichung verboten ist. Auch ließ ihr Ende auf ihren Anfang schließen, da sie ja ihre Abgötterei fortsehlen, und sich auch Höhen errichteten, was dann nach 1 Kön. 11, 7. dem Salomo imputirl wurde.׳")" Dieselbe Auffassung der Ehen Simson'S und Salomo'S sindet sich auch bei R. Levi b. Gerson. Lezterer hebt hervor, daß Aegiptische Proseliten bis zur dritten Generation von der Epigamie ausgeschlossen blieben, und fügt im Widersprnche mit der thalinndischen Halacha hinzu: ״Ob auch diese Ausschließung nur Aegipt. Proseliten nicht aber Proselitinnen galt, so hätte doch Salomo schon in Rücksicht auf die Mackellosigkeit der Dinastie über die Reinheit deS Blutes wachen sollen." tFerlützunst svlstt.)