Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 31 (1.8.1862)
- Date
- 1862-08-01
- Page
- Seite 262 (sequence 2)
- Language
- German
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262 Hause zurück. ')" Diese Sage ist ohne Zweifel in Alerandrieu entstanden, wo die Kriege zwischen d. alten Agipten und dem alten Aethiopien — wenn auch nicht mit chronologischer Genauigkeit, so doch im Allgemeinen — bekannt waren, so daß der Gedanke, Mosen daran Theil nehmen zu lassen, schon an sich ziemlich nahe lag; die Erwähnung einer Knschitin reichte vollends f;i!t, einen kleinen Roman ansznspinnen. Da JosefnS diesen Roman getrenlich nacherzählt, so ist nicht zu bezweifeln, daß derselbe auch in Palästina Glauben gefunden hat. Die bezügliche Bibelstelle wurde jedoch daselbst anders anSgelegt. Der Palästinensischeu u. Babilvnischen Haggada war nämlich schon frühzeitig die Anschauung geläufig, daß die Knschitin keine andere sei als Zippora, Jethro'S Tochter, und das! Mose den Tadel Mirjam'S und Aaron'S nicht wegen der N erb in düng, sondern im Gegentheile wegen der Unterbrechung deö ehelichen llmgangcS mit derselben erfahren habe! Dafür ist jedoch im Schriftworte ebensowig ein Anhaltspunkt zu finden, als für den Aethiopilchen Roman. Geiger führt ohne zureichenden Grund d. Alerandrinische Auffassung auf die ältere Paläftinensische Haggada zurück. ל Unter den mittelalterlichen SchristanSlegern eignet sich nur R. Samnel b. Meir die Alerandr. Auffassung an, während die übrigen Ausleger der palästinensischen Anschauung folgen. Die Karaiten meinen, der Tadel habe die Ehelichung Zippora's getroffen, welche wegen ihrer dunkeln Gesichtsfarbe Knschitin genannt worden sei. ׳') Filo behält auch hier seine allegorisirende Manier bei: ״Wie der Theil des AugeS,!velcher sieht und wahrnimmt, schtvarz ist, so wird auch daS, was der Seele die Kraft zu sehen verleiht, ״Acthioperin" genaiint. Solchergestalt wurde Moses wegen der Klarheit seines Geistes getadelt, welche ihn gerade des größten Lobes würdig machte!''׳!" Die heutigen Eregeten Hallen sich an den Wortlaut der Schrift und denken daher au eine Ehe Mvse's mit einer Kuschuiu. Baumgartner läßt sich aus eine Rechtfertigung dieses Schrittes ein, und fügt hinzu: ״Mose will durch seine Vermählung mit der Hamitin die Gemeinschaft zwischen Israel und den Heiden, so weit eS unter dem Gesetze geschehen kann, darstelleu, und dadurch an seiner eigenen Person die Gleichheit der Fremden mit Israel, welche daS Gesetz vielfach fordert, thatsächlich vollziehen." Diese Annahme ist aber rein willkürlich, und hängt mit den tipologischen Voraussetzungen der christlichen Orthodorie zusammen. l». Die Zeit der Richter und der Könige. Die b. Geschichtsschreiber klagen, daß Israel schon während der Richterzeit der Epigamie eine verbotene und sträfliche Ausdehnung gegeben habe: ״Da nun die Kinder Israel'S wohnten mitten unter den Kanaanitern, Hethitern, Amoriteru, Feresitern, Hevitern und Iebusitern, nahmen sie sich deren Töchter zu Weibern und gaben ihre Töchter den Söhnen derselben, und dienten deren Göttern. Der Richter und Raziräer Simson läßt sich mit filistäischen Weibern ein, und bereitet sich dadurch Unannehmlichkeiten und ein tragisches Ende. Der bitterste Tadel wegen mischehelicher Ausschreitungen trifft indes; den gefeierten König Salomo.^) Des Herrschers Beispiel konnte aber um so weniger unuachgeahmt bleiben, als der Verkehr mit frcmden Nationen, der von Salomo selbst angebahnt, begünstigt, unterstützt und betrieben worden war, und der diesen Verkehr begleitende Wohlstand und Lurns solchen Ansschreitungen Vorschub leisten mußten. Eindringliche Warnungen vor solcher Entartung enthält gerade der älteste Theil d. S p rüche, wo zu wiederholten Malen von fremden und auöläudischen Weibern die Rede ist.'׳') Der faktische Hintergrund dieser Lehren wnrde bisher gänzliche verkannt. Noch Hitzig meint: ״Die Fremde besagt so viel als die Frau eines Andern, welche im Hause des Gemahls wohnt; ist sie ihrem Manne davongelaufeu, also hier nicht ortsangehörig, so heißt sie weiter נכריה eine Unbekannte.1״) Allein ״Nachrijjah" heißt nicht ״Unbekannte," sondern ganz entschieden ״Ausländerin," und schon der Parallelism beiveist, daß auch ״Zara" eine Fremde im eigentlichen Sinne des Wortes bezeichne, was übrigens, abgesehen vom Parallelism, auch der Sprachgebrauch bestätigt. Ans den Worten: ״und den Bund ihres Gottes hat sie vergessen (2, 17)" schließt Hitzig, daß von einer Israelitin die Rede sein müsse. Dieser Schluß ist aber übereilt. Eine unbefangene Prüfung dürfte vielmehr zu folgender Einsicht in das Sachverhältniß führen. Der Dichter warnt theils vor den entarteten Gattinneu, theilS vor den unverheirateten Töchtern der Fremden. Dieselben gehörten einem gebildeten Handelövolke, etwa den Föniziern und Edomilen, an, und ihr Raffinement, ihre Koguetterie u. ihre in d. Kunst der Ueberredung wohlgeübte Zunge wurde den davon überraschten Israeliten sehr gefährlich. Warnungen vor den Eheweibern enthalten nun folgende Stellen: ״Dich zu retten vor dem fremfccii Weibe, vor der Ans tander in, die ihre Neteu glättet, die verlassen hat de» Tranten!!,rer Jugend und den Bund ihres Gottes vergessen.")" Unter dem Baude ״ihres Gottes" wird die Religion deö bezüglichen Stammes verstanden, welche nach 6er Kunde, die der Dichter davon hatte, den Ehebruch ebenfalls zum Verbrechen stämpelte. Mit dem Treubruche läßt sich also das buhlerische Weib auch Gottesvergessenheit zu Schulden kommen. Parallelen hierzu enthält das sechste und siebente Kapitel d. Sprüche. Dagegen haben die Ermahnungen deö fünften Kapitels nicht Eheweiber zum Gegenstände,