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Ben Chananja · 1862-07-18 · 29 (18.7.1862) · p. Seite 248

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
29 (18.7.1862)
Date
1862-07-18
Page
Seite 248 (sequence 4)
Language
German
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248 Im Jggereth SB aale Ehaj im ftnC viele Geschöpfe redend eingcführt und sind ihnen allgemeine Gedanken in den Mund gelegt. (Vergl. weiter unten.) Im allgemeinen erinnert dies den Leser — wenn auch in weiter Entfernung — an das Perek Schirah. Es soll hiermit nicht behauptet werden, daß daS Perek Schirah (dessen Zeitalter übrigens unbekannt ist) eine Nachahmung dieses Eapitels im Jggereth ist, dies kann niemand behaupten , es ist auch kein Grund dazu vor- Händen. Wir wollten nur aufmerksam machen, daß der Grundgedanke in beiden Werken derselbe ist. Im Perek Scbirah sind die Thiere bibelfest. Jedes derselben sagt einen bestimmten Bibelvers, der mit seiner Natur im Zusammenhänge stehet, oder d. Vrs. in diesein Zusammenhänge schien. Im Iggererh Baale Ehajim, welches in der Periodc des Aufblühens der arabischen Philosophie verfertigt wurde, spiegelt sich der philosophische Geist der Zeit ab. Die Thiere sprechen hier wie Gelehrte, und sie sind sammtlich in der arabischen Philososie bewandert. Nie hat es solche gelehrte Vögel gegeben. Jeder Satz derselben hätte wörtlich so in irgend einem der silosofischen Werke von Alfarabi oder Algazali stehen fömuten. Wenn es überhaupt erlaubt ist, Thiere redend cinzuführen — Poeten haben es ja immer gethan — so ist es auch gleichgiltig, waS sie reden, vorausgesetzt, daß sie v e rnünftig reden. Man darf wvl als ausgemacht halten, daß es mehr Vergnügen macht, Thiere so sprechen zn höreu, wie Menschen eigentlich sprechen sollten, als Menscheu so reden zn hören, wie Thiere in Wirkkichkeit reden würden. Es zirknlirt ein alter Spruch, welcher lautet שתוק ״ או דבר בהבנלהschweige oder rede vernünftig." Man darf diesen Spruch als das formelle Prinzip aller Eonversation halten. Jeder Mensch hat übrigens das Recht, Dnmmheiten zu reden, und viele haben von jeher von diesem Rechte reichlich Gebrauch gemacht. Die Gesellschaft hat im Allgemeinen ihre Jndulgenz dazu ertheilt, weil man — was verzeihlich ist — nicht immer schweigen und nicht immer verständig reden kann. Daß übrigens verständig und u nverständig doch nur etwas )Relatives ist, nach Zeit und Umständen sich richtend, darf allerdings auch in Betracht gezogen werden. Man hatte einst — es ist etwas lange her — die Frage ausgeworfen, wie viele Körner einen Haufen machen. Man hatte damals tvahrscheinlich nichts Besseres zn thnn. Die Frage ist übrigens — so weit unS bekannt ist — biö zur Stunde noch nicht entschieden. Die Frage: was □דברי בטלים eigentlich heißt, gehört vielleicht zur selben Elasse. Man kann viel darüber sprechen aber wenig darüber sagen. Es ist das Talent des )Redenden, — gute Zuhörer sind demselben wüm'chenöwerth — welches unbedeutenden Dingen augenblicklichen Werth geben kann. Geistesarme Sprecher können einen würdigen Stoff zu רבדים בטלים herabsinken lassen. Daß דברים בטלים der talmudische Ausdruck ist für leeres inhaltloses Geschwätz, hätten wir bald dem Leser zu sagen vergessen. ES ist dieser Ausdruck früher im Munde vieler gewesen. Die Eo nv e r sa t i on kann alles umfassen, tvas nicht zu einem bestimmten Gebiet deö Wissens gehört. DaS was in ganz Europa unter diesen Namen bekannt ist, ist einst von Frankreich auögegangen. Eonversationen über Eonversation selbst sind geivöhnlich sehr fade. Eö gehen die Effecte verloren, wie wenn man in einem Theater Himer den Eonlissen stehet.'^) Diese kleine Digression — vielleicht für den Leser ein Beispiel von דבריי בטלי׳ — hofft auf Nachsicht. Um wieder auf die redende Thiere zurükzukommen, so darf man vielleicht, ohne Widerspruch zu fürchten, kühn behaupten, daß dieselben bestimmt sind, symbolisch — poetisch dem Menschen den Spiegel vorznhalteu, daß derselbe nur Vernünftiges rede. Insofern das Perek Schirah nur Bibelverse enthält, ohne irgend eine stilistische Zuthat, so ist eine nähere Betrachtung desselben überflüssig. Eö giebt zwar Commentarien zu diesem Buche. Eö war aber nicht daS Buch, welches einen Commentar brauchte, der Commentator brauchte ein Buch zu seinem Commentare. Zufällig hat er das Perek Schirah gefunden. Ein Theil desselben hätte wohl auch ebem so gut zu vielen andern Büchern gebraucht werden können. Aus dem Jggereth Baale Ehajim einige Stellen zn geben, wäre hier vielleicht der passende Ort, wir waren willens, eö zu thun; die Furcht aber, den Leser zu lauge dabei aufzuhalten, hat uns für jetzt von diesem Vorhaben abgebracht. Nur die folgenden Worte, die allgemeinen In- Halts sind, wollen wir hier daraus ausheben.1<J) הנה אם תבינו דברי העיפוה ומהללי שרץ העוף ותושבהוח הבהמות וכי׳ ונאקה העורב הקוסם והגדת עתידותיו וני. ר Wenn ihr die Worte der Vögel verstehen würdet, die Lobgesäuge der fliegenden Jusecten, das Preisen der Thiere, das Krächzen deö Raben, deö Zauberers und sein Verkünden der Zllknnst re. re." Orientalische Dichter und Philosophen haben übrigens Thiere aller Art zu verschiedenen Zwecken redend ein geführt. "') Ein Theil deö Jggereth Baal e E h a j i m, wie daS Perek Schirah, ist im Allgemeinen alö eine Art von

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