Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 28 (11.7.1862)
- Date
- 1862-07-11
- Page
- Seite 242 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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242 kes, von einem durch X bezeichncten Gelehrten aus Frankfurt a/M. folgende Bemerkung: ״Die mühsamen tiefen Forschungen der Ggyptologen haben von Seiten jüdischer GeschichtSknndigen die Würdigung noch nicht gesunden, die sie vermöge ihrer innigen Verbindung mit der biblischen Geschichte verdienen."-״Immerhin ist cs eine nicht zu rechtfcrtigendr Mißachtung der Geschichte. eine Feigheit oder Trägheit des Geistes, cs Andern zu überlassen, den heimathlichc» Boden urbar zu machen." Nach der weiteren Anssührung dieser Sätze heißt eö nun ferner: ״Der Verfasser des genannten Schristchen hat den Ruhm, der erste Schriftsteller zu sein, der die neuen cgyptologischcn Forschungen in die jüdische Literatur einführtc und das vorhandene Material für die biblische Chronologie bearbeitete." Diese letzte Angabe ist entschieden unrichtig. Derjenige jüdische Schriftsteller, welcher den aegyptologischen Forschungen seit ihrem Beginne und zwar mit eingehender Kritik gefolget, ist Dr. Saa!schütz, Professor der Alterthumskunde an der königlichen Universität zu Königsberg »/Pr. und Prediger an der Synagoge daselbst. Zn seinen archäologischen Vorlesungen gehört naincntlich auch Acgyptologic. Schon im Jahre 1838 erschien in Königsberg bei Unzcr das erste Heft seiner Forschungen ans dem Gebiete der H c b r äi sch - A e g y p t i sch e n Archäologie. In dem Vorworte zu dieser Schrift beißt cö: ״Die Richtigkeit der durch die Hieroglyphen-Entzifferung gewonnenen Ergebnisse ist, wie man sich leicht überzeugen kann, so weit außer Zweifel gestellt, daß man die Kenntniß der meisten in den KönigSringcn cingcschlossenen Zeichen und der mit denselben geschriebenen Namen und Titel der Pharaonen als sicher annchmcn kann. Wir dürfen cS uns also getrost sagen: Acgypden, das große Land der Räthscl, ist uns erschlossen.' Jene Monumente, die so lange in stolzem Schweigen vor uns dastandcn. fangen an zu uns zu sprechen und uns Geheimnisse der Vergangenheit zu cnthüllen! So darf auch wohl der Bibelforscher nicht länger zögern, von seinem Standpunkte ans, diese Entdeckungen zu würdigen und zu benutzen, um für die frühen Jahrhunderte und Zustände, deren Anstellung ihm wichtig sein muß, neues Licht zu gewinnen n. zu verbreiten." Die ״Forschungen," in welchen zunächst die überraschende Identität eines Thciles der Hicroglyphcnrcihe mit den ältesten Zeichen des Hebräischen Alphabets uachgewicscu wird, entstanden ihren» wcsentlichen Inhalte nach schon in Wien, wo der Verfasser durch eine Reihe von Jahren neben dem um den dortigen Cnltiiö so hoch verdienten Manhcimer wirkte und wo er in den Vorträgen auch über Archeologic, welche er vor einem Kreise aufmerksamer und geistvoller Schüler aus den oberen GymnasialsHumanitätS-) und Real-Klassen hielt, bereits die merkwürdigen Ergebnisse von (!tmmpellions Pr<$cis du Systeme hieroglypliique und seiner eigenen Betrachtungen, so weit sie diesem Kreise nützlich und anregend sein konnten, mittheilte. Das eben damalS erscheinende Werk: Rosselliui, monumenti dell’ Egitto, wurde ihm durch die entgegenkommende Güte des durch sein Werk über Proventzalischc Poesie rühmlichst bekannten Herrn Wolff und des Herrn Gßvay, damalige Scriptoren bei der k. k. H o fb i b tiothek, sowie eö in einzelnen Theileu ankam, zur sofortigen Benützung mitgetheilt. Die weitere Fortsetzung jener Forschungen, welche 182 l in Königsberg bei Samter erschien, enthielt zwei Abhandlungen: I. zur Kritik Mantlhv'S, nebst einer Beilage: Hermapions Obelisk»׳ n-Inschrifi. II. Die mauethonischen HyksoS. Mit der ersten dieser beiden Abhandlungen hatte der Verfasser zu seiner an der Universität zu haltcndcnden Habilitations-Vorlesung eingeladen, welche ״über die Hieroglyphen-Entzifferung" handelte und ebenfalls 1821 bei Szegedin, ärlbstverlag der ttedaktion. Samter gedruckt erschien, die zwkilt enthält am Schlnffe eine eingehende Kritik von LepsiuS'S Chronologie der Aegyptcr. Diese Schriften wurden ^ur Zeit fast in allen kritischen Blättern Deutschlands besprochen. Endlich würde der Herr Recensent die Ergebnisse weitschichtiger Forschungen über hebräisch-aegyptische Chronologie in dem zweiten Bande von Saalschütz, Archäologie der Hebräer (Königsberg 1822—56, bei Boriurägcr) in dem der Geschichte gewidmeten Abschnitte gesunden haben. So chrenwcrth also auch seine begeisterte Mahnung zu israelitisch-selbstständigen Studien ans den Gebieten der eigenen Geschichte auch ist, es giebt schon längst — forsan et haec olim meminisse juvabit — Männer, die seinen Vorwurf der ״Trägheit und Feigheit" nicht verdienen. Nro 25. S. 216. a. ist Z. l8. u. 19. doppelt gesetzt. Erklärung. Den Vorwurf der Feigheit, d. mir in Nro 25 d. ״B. CH." gemacht »vird, weise ich mit Indignation zurück. Zum Märtyrcrthume R.'s konnte ich nichts beitragen, thcils »veil ich von den Akten Einsicht zu nehmen Gelegenheit hatte, thcils weit d. Stnhlricher F. den Bericht der Judenz. in dem hies. Bl. für eine Tendenzlügc erklärt hatte. Uebrigens sind die ״Pees! lapok“ durchaus kein judcnfeiudlichcS Blatt n d. Red. Pi'mlay kein Judenfeind. Die Neuzeitler in Wien sprechen bekanntlich über diejenigen Dinge am lautesten, von denen sie am wenigsten verstehen. — Fnnfkirchcn. Eleazar Seligmann. Inserate. 2-3 Bei der gefertigten Gemeinde ist die Notariatsstellc mit einem jährlichen Gehalt von Sechshundert Gulden ö. W., nebst üblichen Emolumcuten zu besetzen. — Bewerber wollen ihre in ungarischer Sprache verfaßten Offerte und Zeugnisse bis längstens 15. September a. c. portofrci einsenden Än den Vorstand der Zzcgcdincr isr. Cnltns-Gemcilide. Konkurs. 2-3 Mit 1-ten Mai 1863 n. I. ist an der öffentlichen 3 klassigen Volksschule zu Galatz die Direktorstelle, die zugleich einen 4 stündigen täglichen Unterricht einschließt, mit einem jährlichen Gehalte von 300 österr. Ducaten und freier Wohnung, zu besetzen. Die Beiverber müsscn ihre gehörig Docnmentirtcn Gesuche bis Ende September l. I. an das gefertigte Schnlkomitä portofrei einsenden. Daß dieselben außer der Kenntniß der hebräischen und deutschen Sprache und Literatur und der dahin einschlagenden Fächer des Wissens und der Pädagogik auch ein Zeugniß von eine»» bekannten Rabbinate über deren sittlichen und religiösen LebcnStvandel beilegen müssen, ist selbstverständlich. Diejenigcn die auch der rumänischen Sprache kundig sind, erhalten den Vorzug. '*/״ Juni 1862. Las lsraelilischc Achnlkomltö j» Galah in der Moldau. Leipzig, Lominisstons-Vcrlag von Franz Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szrgedin. Ein viertl Bogen Beilage.