Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 28 (11.7.1862)
- Date
- 1862-07-11
- Page
- Seite 237 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/2542917-2542971-2543000--2681-2546486- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
237 lehre mit dem Fuudamentalprincip der alten Pilosofie, ״daß aus Nichts Nichts werde" (6x nihilo nihil fit) in liebereinstimmnng zu bringen. Hiezu fand sie die alerandinische Lehre von der Ausströmung (Emanation) am geeignetsten. Sie stellte nun folgendes System auf: Keine Substanz ist aus dem absoluten Nichts hervorgegangen; alles Seiende hat vielmehr seinen Ursprung in einer Quelle ewigen Lichts— in Gott. Dieser Gott wird auch das Nichts (אץ) genannt d. h. das blos in abstracto bestehende Sein, und auf diese Weise ist die Welt aus ״Nichts" hervorgegangen. Das Urlicht dieses in abstracto gedachten Gottes erfüllte den ganzen Raum. Es zog sich daher in sich selbst zurück, um eme Leere zu bilden (צמצם). Nach dieser Eoncentration manifestirte sich der Endlose (En-Sof) zuerst in einem Prototyp der Schöpfung, dem Makrokosmos oder Adam Kadmon auch Adam Jlaü, aus welchem sodann die Schöpsung in vier Abstufungen oder Welten ansströmte .(אב״יע Der Leser erlaube uns noch schließlich eine kleine Digrcssion von den arabisch-jüdischen Schulen zu dem denscheu, im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts geborenen, berühmten Rabbiner Lippmanu Jom Tob Heller. Auch dieser führt ein Argument gegen die Weltewigkeit an und zwar ein naturhistorisches. In der Mischna Chnlin 9, 6, wird nämlich in ritueller Beziehung von einer Maus gesprochen, die halb aus Erde und halb aus Fleisch besteht. Es war dies eine im Alterthum allgemein verbreitete Annahme. "'׳) Vrgl. Diod Sicnl. I, 10. Aelian, hist. au. 3, 36. S. auch ספרא פ שמיני, Sefer habrit fol. 73 a.) Lippmann Heller fügt nun hinzu: ווה לרעתי טענת גדולה על מאמיני הקדמות. Anmerkungen. י) Alsachar'S beißende Satyre gegen Maimnni'S More: מקצת דברי מורה הנבוכים, נבובים הם בארץ scheint einem damals enrsirenden arabischen Wortspiel nachgebildet zu sein. Denn so erzählt Abnlsaradsch (Hist, dynastarum p. 454), daß Feinde Maimnni'S dessen ,דלאלד (Dclalet — der Führer) höhnischer Weise: ילאלה»' (Dhalalct —^ der Jrrthum) genannt. *) Vrgl. über diesen Autor: Schorr in der Zeitschrift ההלוץ IV. S. 83 ff. ') Herr Salomo Rubin, der rühmlichst bekannte nenhebrätsche Dichter ("׳(״אוריאל אקוסטה beehrte mich jungst mit seiner Schrift: Tcschnba-Nizachath. Ich behalte mir'S vor, nächstens auf diese von sehr großer Belesenheit zeugende Schrift ausführlich zurückzukommcn. Für heute zitiren wir daraus eine hiehergehörige iuteresfantc Stelle Ronsseau'S: ״II faudrait entendre paefaitemeut L’hebreu et meine avoir ütü conteiuporain de Moise, pour savoir certainement quel sens il a donne au mot, qu’on nous reud par le mot ״crea.“ Ce terme est trop philosophique, pour avoir eu da!13 aon origine l’acception eomune et populaire, que nous lui donnons inaintenant sur la fois de nos docteus. Itien n’est tuoin r re que des mots dont le sens change par trait de temps, et qui tont attribuer aux anciens auteurs, qui 8' en sont servis, des idöes du’ils n’ont point eus. Le mot hebreu, qu’on a traduit par erüer, faire quelque chose de rien, signifie plutöt: faire, produire quelqe chose avcc raagnificence. Rivet prüfend memo, que 66 mot hebreu ברא , ui le mot grec, qui lui rüpond, ni meme le mot latin creare, ne peuvent se restreindre;1 cette signification particulierc de produire quelque chose de rien." (Dans les lettres;1 M. de Beaumont). 4) Brgl. hierüber S. Sachs. Hajvnah I. 74. ל S. Geiger, Zcitschr. d. morgen!. Gescllsch. 1850 S. 714. י) Isaak bei! Schcscheth (R. G. A. Nro 45) nennt GcrsonideS: -חכם גדול בתלמוד י) S. Or Adonai III. Hauptst. Klall l . cap. 4. s) S. Zkkarim I, 23. '') Minch. Ken. eap. 10. "') שמים הרשים ed. Heidenheim. ") Neveh Schalom I, 16. — Auch die Schrift Maamar haSkel (»ach Heidenhcim verfaßt v. Elieser b. Nathan, einem Zeitgenossen Maimnni'S) läßt Denjenigen, der nicht an die Schöpfung aus dem absoluten Nichts glaubt, gar keine Gemeinschaft mit dem mos. Gesetze haben. (S. 36.) 12) Adereth Elia Pag. 476. 'ל Eschk. ha-Kopher, Alfab. 33. ") Mibchar p. 14 b. 'ל Tz Chajim cap. 12. 'ל Vrgl. auch Mose Narbonni (More I. 47, 6), der von Zbn- Sina erzählt; יאמר שהוא אפשר שיולד אדם ק העפר כמג 311 —•שיולד העכבר) erinnere mich, in meiner 'Kindheit gehört zu haben, daß der bekannte Rabbiner Elia Wilna die Stelle Erod 8,!7: ומלאו ב״מ את הערוב וגם האדמה אשר הם עליה — eben ans diese Erdmänse bezogen haben soll. Gemeinde- und.. ״ " . 11. Breslauer Zustände. Schon wegen ihrer Größe und geographischen Lage, die den lebhaftesten Verkehr des polnischen und deutschen Judenthumö zur Folge, vielleicht auch zur Ursache gehabt haben, mehr aber noch wegen der hier befindlichen höher» jüdischen und akademischen Bilduugsanstalten, ist die Breslauer Gemeinde die natürliche Vermittlerin zwischen dem mittelalterlichen Judenthum, wie eS noch in Polen stark vertreten ist, und der Cultur unsrer Zeit, die für das Judenthum, wie nicht zu bestreiten ist, hauptsächlich in Deutschland ihren Sitz hat. Es ist daher auffallend, daß man so wenig in jüdischen Blättern die Zustände einer Gemeinde besprochen findet, welche die Aufmerksamkeit derselben wohl in Anspruch zu nehmen verdient; um so auffallender, als es hier wahrlich nicht an schriftstellerischen Kräften fehlt. Aber gerade die große geistige Regsamkeit, welche hier einen neuen Mittelpunkt für das Judenthum schafft, mag manchen jüdischen Organen unbequem sein. — Andrerseits sind die Träger und Mitglieder dieses neuen geistigen Mittelpunktes zu sehr von ihren hohen Berufsarbeiten in Anspruch genom- D^+.+/:^.:C