Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 27 (4.7.1862)
- Date
- 1862-07-04
- Page
- Seite 233 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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2m und als Zeichen seiner Konzession an das Volk. Ich denke mir dieselbe vielmehr zur Zeit des UebergangcS zum Königthum geprägt. Man ist gewobnt. den Uebcrgang folgender Maßen vor sich gehen zu sehen, «׳erst wird der Senat (wie hier der הבר) aufgelöst und bei Seite gelassen, dann wird auch das Volk, auf welches mau vorgeblich sich noch stützt, in den Hintergrund gedrängt und der Autokrat stellt allein. Von einer so aufrichtigen Anssöhlinug AleranderS mit dem Volke, wie sic der Verf. annimmt, ist überhaupt nirgends die Rede. Ueberraschend schön ist die, Seite 90 über Nro 24 vom Vrs. gegebene Erklärung, daß die Inschrift rückwärts gelesen אלעור הכהן heiße und demnach dem Zelotcnführcr Elcasar gehöre. Nur will ich mir erlauben, die Ursache dieser sonderbaren Verkehrung der Inschrift anzugebeu- Bekanntlich entstand daS griechische Alfabet aus dem ' Althcbräischen oder Samaritanischen durch die Umkehrung der Zeichen von der Rechten zur Linken und können die Charaktere der hebr. Münzschrift umgekehrt grüßtenthcils für griechische gelten. Elcasar , der Zelotcnfübrer. der den jüd. Aufstand, nicht wie die Eonservativcn seiner Zeit blos als einen Kampf gegen die Landpfleger, sondern als einen gegen Rom selbst betrachtete, wollte eben den Römern selbst seine Opposition zeigen und lies daher in der ersten Zeit des Ausstandes die Legende seiner Münzen auf eine für die Römer leichter lesbare Weise, von der Rechten zur Linken anbringen. Wenn wir mit dem, was der geehrte Vrf. über die Elcasar- Simon bcu Gamaliel, und Shnhedrial-Münzen gesagt, uns vollkoinminen einverstanden erklären, so können wir jedoch die Zweifel über die Annahme von Simon Giora Münzen nicht ganz unterdrücke». Der H. Vrf. hat die Schwierigkeiten, die sich dieser Annahme entgegenstellen und die er s״lbst S. 119 — 121 ausührt, nicht vollkommen zu heben vermocht. Es ist aber noch ein Umstand hervorzuheben. Wenn Elcasar in der Hauptstadt, wo die Prägcstätte, die hierzu nothwcudigen Arbeiter 1c. vorhanden sind, vielleicht auch mit Uebereinstimninng der provisorischen Negierung Münzen schlagen läßt, muß deswegen auch Simon Giora unter beständigen Kämpfen, ferne von der Hauptstadt und der Prägcstädtc dasselbe thun? Wäre es nicht besser, wie der Vrf. selbst in der Note 1. S. 120 es versucht, alle diese Münzen dem Synbedrial Oberhaupte Simon b. Gamaliel zuznschreiben? Was bedeutet der geringe Einwnrf des Verfassers, eS hätte so נשיא ישראל beigefügt sein müssen, der doch mit der iiothweudigcli Kürze der Legenden behoben werden kann. Ist doch auf den meisten dieser Münzen oft nicht Raum genug den Namen שמעון in gerader Linie zu schreiden. Was bedeutet es gegenüber den weitgewichtigeren Bedenken, welche sich gegen Simon Giora erheben lassen? Oder könnte man nicht noch weiter gehen und alle diejenigen sogenannten Simon Münzen, welche in sonst unbegreiflicher Weise שמענו Uber שמנעו zur Inschrift habend für gar keine Simons Müllzen Helten? Könnte nicht שמענו nach der Analogie v. בנו בעת־ der Simconide bedeuten? Dieser שמענו SimoilSsohn wäre aber kein anderer als Eleasar be» Schimon der schon anerkalinte Münzherr, der sich zum Unterschiede von dem, Anfangs noch hcrvortretenden Elcasar ben Ehanua aus den Münzen אלעזר בן שמעין (wie dies durch das unerklärte Cremplar א לעז ר auf der einen und "מע" von שמעון ans der andern Seite unterstützt wirdk oder אלעיר שמענו nennen mußte, und später um die Münze noch mit dem wichtigsten Theile der Legende versehen zu köilnen, als יי־ להרות ישראל■‘• seinen schon wvhlbelannten Namen besaß auf den Nomen. Patr. שמענו rernzirte. Zn der Seite 95, Nro 39 gebrachten Münze erlaube ich mir den geehrten Verfasser die Frage vorzulegen, ob das mit dem Stiele des WeinblatteS verbundene Zeichen. dessen letzten Zug der Verfasser selbst zur Legende bezieht, nicht eine Jnsaullttciijiehnllg von ש׳ נ׳ ל sei? Wir hätten demnach שנח ג' להרה und eine Simons Münze vom dritten Jahre. Diese könnte dann eine wirkliche Simon-GioraS Münze sein, gegen welche gar kein Bedenken erhoben werden könnte. Zu der Seite 99 Nro 33 gebrachten Münze erlaube ich mir versuchsweise folgende Erklärung: Die Buchst. ה׳ ל' יי נ׳ ה׳ könnten vielleicht חולין ה gemeine Münzen 8 bedeuten; es wäre demnach מעוה חולי׳ im Gegensätze zu מעות הקרש• Seite 100 Nro 34 würde ich ebenfalls das mit dem Stiele des Blattes verbuiidenc Zeichen ו für ein ל halten und demnach לחו״וח lesen. Ueber das S. 128 angeführte סלעי□ סביהנילח erlaube ich mir meine Mcinnug dahin anszusprcchen, daß die Münzen des Ncupcrsischcn Königs Saphor שבור מלכא gemeint sind. N. Jochanan überlebte bekanntlich noch diesen König, der siegreich gegen die Römer bis nach Kicinasieu vorgedrungen war, er erklärt daher die Münzelk dieses Königs, wenn sie in Palacstina auch nicht ganz gangbar waren, für die zur כחובה doch ge,lügenden. Vielleicht floß hier mit ein R. JochanaS Antipathie geg. die Römer und seine Sympathie für den, dem Jlldenthniiie freundlichen Sapor. Dicseill Umstande wäre cs auch znzllschrciben. warum R. Jochauau im Gegcusatze zu der früher» Ansicht auch die ירושלמיות als gut zur בחובה erklärt; das Vordringen der Perser, die Niederlagen der Römer, die Gesangenschaft des KaiserS ValerianuS mtb die Züchtigung Rom'S unter den sogenaiinten 30 Tyranucu mochten ihm wohl neue Hoffnniigen ans ein baldiges Wiedcraiifleben Judäa's cinftößen und das Wiedererscheincu der alten Münzen dürfte eben ein Beweis sein, daß er mit diesen Gcsühlcn nicht allein stand. Zn der 129 angeführten dunkeln Stelle: בקש' לגנוז דינרא הדר״נא טור״נא שיפא וכוי erlaube ich mir folgende Erklärung: Es sind diejenigen Bar Eochba-Münzen gemeint, die zur Inschrift להרות ידושלם k. aber auch die deutlichen Spuren einer römischen oder griechischen Legende die Abbreviatur von Hadrianns Trajanus 2EB und YTIA d. i. ScbastoS hypatos sc. haben. Die Wissenschaft har wohl vollkommen Recht, diese als von Bar Eochba überprägtc Hadrianuö- oder TrajanuS-Münzen anznnehmen. Die Rabbincn aber dürften von denselben gerade die entgegengesetzte Meinung gehabt habe», sie hietten sie nämlich für ursprüngliche ירושלמיות und zwar dem Tempel sch atze zur Zeit der Zerstörung tutnoinmenc, und nur von den Kaisern überprägre Münzen, und eben darum entstand die Frage, ob mau dieses ursprünglich heilige Geld מעות של הקרש brauchen darf. DaS schwierige שיהא welches Becharoth' 50 , a. auch ש״אפא heißt, halte ich aus der Zusammcnziehung aus 2EB Yll. t und durch Elision des 13 ש״אפא entstanden. Den Seite 131 ans Kcthaboth 9. 9. und aus Sabbath 19. 1 vom Verfasser gelieferten Beweis daß unter בבנה der erste Aufstand der Juden, nähmlicl, gegen Nero zu verstehen sei. halte ich gerade für einen Gegenbeweis. Rabbi Simon ben Gamliel in der zitirten Stelle, ist offenbar der ans Bcthar eulkommene, und בבנה bedeutet an der Stelle doch die Zeit, in der die Anöübllng der religiöse» Gebräuche lebenSgesährlich war, also die Hadrianische VerfolgnngSperiode. Bezügltch der Schrislzeichen glaube ich. hätte auch uns'rc Eursivschrift Berücksichtigung verdient. Wenn diese auch unstreitig erst ans der Q-uadratschrist hervorgegangen, so hat sie doch einige Zeichen, die nur aus dem althebräischen Alphabeth entstanden sein können. Auch könnte Mcnachoth 29. b. berücksichtigt werden, woraus hervorgehr. daß selbst zur Zeit Rab'S die Qnadratschrifk »och nicht ganz hergcstellt war. Znm Schluffe muß ich mein Erstaunen auSdrncken über das Bestreben neuerer Gelehrten, dem Simon Bar Eochba seinen Namen,