Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 27 (4.7.1862)
- Date
- 1862-07-04
- Page
- Seite 232 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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232 Spitals zu welchem cin Menschenfrennd 8«,000 fl. stiftete, ist noch nicht nahe; um den Bedürfnissen zn genügen, wird gegenwärtig ein Umbau refp. Erweiterung des alte» Spitals vorgenoninien. UebrigcnS ist die Spitalsdircktion für das Wohl der Kranken eifrig khätig, überhaupt ist das Armenwesen ein Lichtpunkt in der Wirksamkeit des CultnSkomitö. Die Sammlungen für den Umbau des neuen Tempels schreiten nur langsam vorwärts. — Wien, 20. In dem Thalmndjünger-Vereiu. der an der Fischerstiege ein passendes Pokal gemiethct, haben die Vorlesungen über Hilch. Nidda, Tr. Sabbat, bibl. Geografie bereits ihren Anfang genominell. Z. 1\«gy-Abony, am 24. Juni. Es wird den Lesern des ״Bett Ehananja" nicht nniiitcressant sein, daö Sociale und Eommnuale unse, rer seit einem Säcnlnm bestehenden Gemeinde beleuchtet zn sehen. WaS die sociale Haltung der Gemeinde anbclangt, haben wir seit einem Deecniiium einen sehr erfreulichen Umu. Aufschwung genommen. Früher haben unsere hicrortigcn Glanbcnöbrüder Handel getrieben bis in die entfernteste Gegenden Ungarns und Siebenbürgens-, heule hat sich ein nahmhastcr Theil mit Vorliebe der Oeeonomie gewidmet, und findet in der mütterlichen Erde einen dankbareren Boden als in dem Lagerzclt der Märkte und Pnßten. Ich könnte jnit Stolz 20—25 Familien nenne» , wohlhabende und reiche, die ihre Kinder von frü- Hefter Jugend ans gewöhnen, mit Mühe und Arbeit der Erde ihre willigen Opfer abzubringen ׳. Mehrere sind Grnndeigenthümcr. Leider kann ich vom eommniialeii Standpunkt nicht ebenso Erfreuliches berichten. Durch einen unverantwortliche» Fehler des frü- Hern Vorstandes wurde der Gemeinde als NabbinatSvcrwcsec cin llichtswenigcr als beliebtes Jndividunin anfgedrnngcn. Die bessere Hälfte der Gemeinde beklagte nicht so sehr die Eigenmächtigkeit, als den Mißgriff des Vorstandes. Dies gab Anlaß zn Reib, nigen, Zwistigkeiten und Zerfahrenheit. — Ein neuer Vorstand beseitigte mir erheblichen Opfern diesen Gegenstand der Zwietracht, räumte mit nnverdroffenem Eifer den Schutt des in Verfall gcrathcncn Gcmcinde-Wcsens, ging mit Energie und guteui Beispiel voran, so daß in einer sehr kurzen Zeit beinahe ans Nichts mehre zweckmäßige Gebäude erstanden. Letztere Zeit wurde zur Wahl eines Seelsorgers geschritten. Ob die Wahl eine glückliche zn nennen? bleibt der Zukunft anheim gestellt, die Persönlichkeit ist eine von Eclcbritätcn Ancmpfohlene. Genug, dies gab Anlaß einer Fraetion, gegen das segensreiche Wirken des Vorstandes Front zn machen, um Repressalien zu nehmen. Bis jetzt ist cs ihnen nur gelungen, durch mehrere sinnwidrige Anklagen sich lächerlich zu machen. Zur Ehre der Gemeinde bilden die Maleontentcn nur ein kleines Häuflein. i'intvr. GrvßwlN'deil», 23. Juni. In Bezug auf die Ihnen ans Gr.- Wardein AnsangS Juni zngegangene Korrespondenz u׳ill ich genauere Daten über die Tempel- und EnltnSordnnng d. nng. jüd. Gemeinde liefern. Außer dem am Sabbat und Feiertagen Morgens und Abends in nng. Sprache gesungenen Liede wird auch das Gebet für Sr. Ma: jestät in nng. Sprache verrichtet und werden die Trauliiigöverknndigungen und sonstigen Bckaniitniachunge» in derselben Sprache kund gegeben. Der anznstellende Rabbiner wird ungarische Predigten zu halten haben. Die Protocolle und Verhandlungen der Geuieinde werden in nng. Sprache gerührt. In der von der ung.-jüd. Gemeinde vorläusig mit Genehmigung der Stadtbehörde ins Leben gerufenen 3 klaffigen Knaben- und 2 klaffigen Mädchenschule ist dem nng. Sprachfach in den oberen Klassen mit 6, in den unteren mit 4 Stunden Rechnung getragen; Bibel und hebr. Grammatik werden in nng. Sprache vorgetragen, bei dem deutschen Sprachfach: hingegen bedient man sich der deutschen Sprache. Moritz Klein, dir. Oberlehrer. Szegedin, 2. Juli. Bei Gelegenheit einer Feuersbrunst hat H- I. Deutsch eine Ehristin vom Fcncrtodc gerettet. Ans dem Tvlnauer Kontitat. Ende Juni. Die Hauptgemeinde dieses KomitatS ist in öonzdmd. Hier find ungefähr 300 jnd. Familien, die seit Ableben des scl. Rabbiners Perls ohne gcistlichcn Oberhaupt stehen. In letzterer Zeit sind die Rabbinen ans D.- Földviir und Fünskirchcu zu Gastpredigtcn geladen worden. Das Lebrcrpersonal, an dessen Spitze Hr. Ehrentheil stand, bat mit Beginn des laufenden Semesters seinen Posten verlassen. Die Gemeinde in Paks zählt noch immer daö l5-te Jahrhnndcrt. Die Errichtung einer Gemeinde-Schule gehört noch immer zu den piis desideriis. In desto größerer Blüihe befindet sich die Synagoge, wo »och immer Ehasan, Baß und Singerl die Zuhörer ergötzen. In D.-POidvar zeugt die wohlcingerichtcte Volksschule und Talmud-Tora-Anstalt von dem Opfersinn der dortigen Enltnsgciiieinde; allein cS ist d. Intoleranz d. christl. Bevölkerung groß. So geschah cö, als im vorigen Monate bei einem sehr achtbaren jüd. Gemcindemitglicde Feuer ansbrach, ein nicht geringer Theil christlicher Spießbürger über die Juden hcrstürzcn wollten; nur mit Anstrengung der Bessergcsinnten gelang cö, sie davon abznhaltcn, wo sie sich hernach mit der Zertrümmerung vieler jüd. Fenster begnügten. In Sexnrd und den benachbarten Tolnn bilden die jüd. Eiltwohncr kein unbedcntcndcs Contingent und cS wäre für einen tüchtigen Rabbiner hier ein schöner Wirkungskreis. In («yönk, IlOgyosz und CJürhd wirken Rabbiner aus der Prcssbnrger Schule. Erster« lebt schon seit Jahren mit einem Theil seiner Gemeinde in Unfrieden. 1(. Pest» Anfangs Juli. Der Student Stiller bat bei der hies. Universität für eine naturwissenschaftliche Arbeit den Preis crhalten. Pos»er. Inhaber und Leiter einer Rastriranstalt, und der Schlosser Fciwcl sind in London mit Ehrcumcdaillcn bedacht worden. Von dem Oberkantor Friedman» wird nächstens eine Monografie über den Berns des jüdischen VorbeterS und über die Geschichte des Vorbcteramteö erscheinen. Der hiesige Tempel ist außerhalb Frankrcichö vielleicht der einzige, in welchem Halcvy's Kompositionen crelntirt werden; cS ist dies Friedmann's Verdienst. — Wie ich so eben ans guter Quelle vernehme hat Se. Majestät abermals mchrcrcn jüd. Doktorcn der Rechte die Konzession crtheilt, in hiesiger Stadt die Advokatur anSzuübe». Nach GüuS ist nicht der Weißcnb. F. sondern Dr. Nngcrleidcr zum Rabbiner berufen. f. Temesvar, 3. Juli. Die Besetzung unseres RabbinateS ist noch in der Schwebe, Rabb. Back hat die Stadtgcmeinde entzückt; Rabb. Fischer hat in der Fabrikgemeinde Lorbcrn errungen. Rächstcnö wird Stern von T,ong)׳elt6tx erwartet. Literärische Anzeige». Geschichte der jüd. Münzen. Gemeinfaßlich dargcflcllt von Dr. M. A. L e v y. Leipzig. Rieöische Buchdruckcrei. 1862. Besprochen v. Prof. M. Stößel. (Schluß?) Die S. 60. Nro 12. gegebene Münze mit der Inschrift יהונתן הכהן הגדול והי (הורים) hält der Verfasser für eine in der Zeit der Aussöhnung Alerander Janaiö mit dem Volke geschlagene Münze *) S- Nro 25.