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Ben Chananja · 1862-06-20 · 25 (20.6.1862) · p. Seite 217

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Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
25 (20.6.1862)
Date
1862-06-20
Page
Seite 217 (sequence 7)
Language
German
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217 Gyöllgyüs, am 17. Juni. In Vieser schönen und biedern Geineinvc tritt der Wohlthätigkcitssinn in solch hohem Grade hervor , das; ich mich mm aufgefordert fühle, ihr dafür den Tribut öffentlicher Ancrkcnnung zu zollen. Diese Gemeinde ist bestrebt mit Anfbietung all ihrer Kräfte dahin zu wirken, die Armen in ihrer Mitte ans eigenen Mitteln und ans eine sehr schonende Weise zn unterstützen. Zn diesein Ende bildeten sich hier mehrere Wohlthätigkeitsvcrcinc, die cs sich zur Ausgabe machten, die dürftige Klasse ihrer Mitbrüdcr nicht nur im strengen Winter mit Vrod und Holz zn versehen; sondern wird ihnen auch allwöchentlich eine Brodvcrthcilung zu Theil, nm so dem nöthigeil AuSwandern und Hilfcsuchen ihrer Armen in fremden Gemeinden vorzubeugcn. Für ihre Kranken ist durch ein geräumiges wohlbcstclltcS Spital bestens gesorgt; und der im vergangenen Jahre hier ins Leben getretene Kranken- und Franenvcrein, welch letzter» zwei Borsteherinnen vertreten, die ihre Sitzungen in öffentlichen Localilätcn abhaltcn, haben auch die heiligsten Zwecke zun; Ziele ihrer Anstrebnngcn. Was null die dasige vierktaffigc Schule anbetrifft, so ist diese nnniiichr in einem geregelten Zustande, und von einem tüchtigen Lehrkörper vcrtreten. Von der hier anfcrstehenden RabbinatS-Schnlc genügt es zn erwähnen, daß sie unter der zeitgemäßen Leitung des verdienstvollen Oberrabbincrs Herrn L. Fürst eine immer größere Anerkennnng sindct, deren Talmudjüngcr aber auch von der Gemeinde reichlich nntcrstntzr werden. Der Bau eines neuen Tempels, zn dem Herr Fürst den Im puls gab, ist nun entschieden beschlossen, »nd wird die Orgel- und Almcmor-Frage laut besprochen. I. Weiß, prall. Arzt. Pest, 1». Juni. Heute versendet Hr. NcligivnSlehrcr Sal. Kohn die Probcnnmmcr einer neuen Wochenschrift: ״Neueste Post." in deutscher Sprache lind hebräischer Schrift. Im nördl. Ungarn, Siebcnbürgen und Galizien >vird dieses Blatt viel Theilnahme sinde». 11 Au-S Böhmen, im Juni. Die Frage über die Zulassung des Hrn Prof. Dr. Wessely zur Vornahme von Promotionsakten, gegen weiche von Seiten des hies. Cardinals Bedenken erhoben wurden, ist noch nicht einmal in erster Instanz — beim akademischen Senate — entschieden worden, obschon sic seit 6 Monaten demselben zur Schlußfassnng vorliegt. Schon diese Verzögerung und Verschleppung einer au sich einfachen und klaren Angelegenheit beweiset. mit welcher Unlust man an die Entscheidung einer Sache geht, die nach der unter den meisten Mitgliedern des akademischen Senats herrschenden Anschauung nicht anders als in freisinniger Weise entschieden werden kann, der man aber gern einerseits ans Furcht vor der klerikalen Autorität, andcrerseitS aber ans Scheu vor der Presse ans dem Wege gehen möchte. — In einigem Zusammenhänge damit steht eine andere eins» hiesigen!üd. DoctoratS-Kandidaten betreffende Angelegenheit über die Zulassung jüd. Rechtöhörer zur Ablegung der strengen Prüfung ans dem Kirchenrechte und die Erlangung der Doctorswürdcn sämmtlicher Rechte. Man erwartet mit Spannung die Entscheidung des StaatSministerinmö. lieber die jüngst stattgefundencn Berathungcn der böhmischen Vcrtrauensmänuer haben Sie gewiß viel gelesen. Wie dabei vorgegangen wurde, welche Motive dem ganzen Unternehmen zu Grunde liegen, welche Individuen sich dabei zur Geltung zu bringen suchten, besonderS aber was den gloriosen dem Verstände nicht minder wie dem Herzen Ehre machenden Entschluß betrifft, die Nabbinen wo möglich von der Theilnahme au den Bcrathnngen auözuschließen, darüber ließe sich ein Buch schreibe». Die Verhandlungen liegen nun nach steno« grafischen Aufzeichnungen gedruckt vor. Wir sind weit entfernt die wohlgemeinten Intentionen der zusammenberufeucn Vertreter der Cnltusgemeinden irgendwie zu verdächtigen; aber die Art und Weise, wie diese hochwichtige Angelegenheit behandelt wurde, die Ansichten, die bei diesen Berathungen vorgcbracht wurden, und die Anmaßung, mit der sich ein und das andere Männlein ans dem unsterbliche» Geschlechte . moderner Korachiten hervorgctreten ist, flößen »ns wenig Vertraue»r und Hoffnung auf ein Gelingen des Unternehmens ein. Vor allem hätte cS Noth gcthan, ein allgemeines Bild der Aufgabe zu entwerfen, welche d. böhmische Judenh. in der Gegenwart sich zn stellen hat, demgemäß den Zustand der Vergangenheit, ans welcher die Gegenwart sich keine Zukunft gewaltsam loörcißcn kann, klar und verständlich darzustellen. Von all dem ist nichts geschehn. Die zur Berathnng vorgelegten Grundzügc sind ohne inncru Zusammenhang. in ihren Conseanenzcn auf Widersprüche führend, mangelhaft und nnvollständig. Literarische Anzeigen. Geschichte der jüd. Münzen. Gemcinsaßlich dargcstelli von Dr. M. A. L e v y. Leipzig RieSisch e Buchdrnckerei. 1862. Besprochen v. Prof. M. Stößel. Die Abfassung dieser Schrift in der gcmeinfaßlichen Darstellung wäre schon an und für sich ein verdienstliches Werk gewesen und hätte dem gelehrten Vers, den aufrichtigen Dank aller derjenigen erwerben müssen, denen die schwierige und trockene Wissenschaft der Numismatik und besonders des noch schwierigeren , am wenigsten bearbeiteten Theilcs, der;üdischcn Numismatik, und besonders bisher eine terra incognita gewesen; der gelehrte Vcrf. hat nämlich durch seine glückliche Idee, die Darstellung der jüd. Münzen an einen gedrängten Abriß der jüd. Geschichte zu lehnen, den sonst tobten Monumenten der Geschichte Leben einzuhauchen und dieselben zn beredten Zeugen nnsercr Geschichte selbst vor den in dieser Wissenschaft sonst Unciugewcihten, umznwandcln verstanden. Ein weit größeres Verdienst aber erwarb sich d. Vers, durch die vielfache Bereicherung und Berichtigung der von seinen Vorgängern angenommenen Ansichten, durch die scharfsinnige, größtcutheilS wohlbcgründetc, originelle, ich möchte sagen geniale Anordiumg, Classifikation der jüd. Münzen und durch die gründliche Bewältigung seines vorhandenen Materials. Ohne zu übertreiben, kann man demnach behaupten, daß dieses Buch einerseits dem gelehrten For« scher in dieser Wissenschaft zur Grundlage dienen und anderseits bei unseren Glaubensgenossen den Sinn für diese bisher vernachlässigte Hilfswissenschaft, für die jüd. Numismatik insbesondere, wecken und aurcgen werde. Der geehrte Vers, wird mir aber erlauben meine Bemerkungeu zu seiner Schrift hier zn machen und mögen ihm diese selbst als Beweis dienen, wie anregend dieselbe aus mich gewirkt habe. Seite 3. Note 2 erwähnt er der (auch Sanh. 22. a. vorkommenden) Noazschrist רועץ, ohne uns einen Aufschluß über dieses dunkle Wort zn geben. Ich erlaube mir folgende Erklärung: רועץ ist das Partizip von }רעי׳ zcrdchnt ans רוץ laufen; so das ״ כתב רועץlaufendes, Eurrent" oder ״Cursivschrist" bedeutet. Die Meinung N. Jehudaö ist demnach: Die Lässigkeit Israels in der Religion zeigte sich auch in der Schrift, die aus der Quadrat — in die Cursivschrist übergicng, und die sorgfältigere Beachtung der Religion bewirkte eben wieder eine sorgfältigcrc Beachtung der Schrift. Da nun diese Cursivschrist den späteren Rabbincn zumeist nur von den Münzen aus bekannt war und wie der Verfasser richtig anuimmt, neben der Quadratschrist lange Zeit auf den Münzen in Anwendung war: so konnte sie darum auch כתב ליבונאה wie Sanh. 22 I). ״Die EinglühnngS-Einprägeschrift" genannt werden. Vergk. Eyy.av6t1y.tj. S. 52. N. 1. versucht der gel. Verf. d. Erklärung der Nro 8 im Tertc enthaltenen Münze י הו כנן הכהן הגדול... ו הבר היהודים

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