Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 25 (20.6.1862)
- Date
- 1862-06-20
- Page
- Seite 216 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2542917-2542971-2542997--2657-2546459- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Oradea 2× ep/1002404
OCR text
216 richten müssen ». sott endlich d. deutsche Sprache auch nach den Statuten in der Schule unterrichtet werden» so würden dann an einer derartigen Volksschule vier, sage vier Sprachen vertreten sein. Daß ein derartig potiglotter Unterricht sehr leicht eine Geistesverwirrung herbeiführen könnte, ist einem jeden Unbefangenen einleuchtend. Deutsch ist ein für allemal hier zn Lande der Kinder Muttersprache , diese bringen dieselben in die Schule mit, hebräisch ist einem jüd. Kinde ans nahe liegenden Gründen nicht fremd und ungarisch wird hier an unserer Schule in jeder Klasse wöchentlich sechs Stunden unterrichtet. Das ist meiner Ansicht nach das meiste, was hier zu Lande für diese Sprache in unseren Schulen geschehen kann. Wenn aber ein Gesetz ins Leben gerufen werden!oll. das da lautet: ״An allen Schulen Ungarns ist die ung. Sprache Unterrichtsspräche" so ist dies für stovakisch-jüd. Schulen so viel, als wenn jemand den Machtspruch thäte: ״An allen slovakisch-jüdischen Schulen ist die englische od. franz. Sprache Unterrichtssprache." Wenn aber dieses eine reine Unmöglichkeit ist, welche Bedeutung hat der Paragraf, daß jeder neu anzustellende Lehrer der ung. Sprache mächtig sein müsse? — Die Stundenzahl betreffend wird wol keine Gemeinde zugeben, daß jeder neu anzustellende Lehrer der ung. Sprache mächtig sein müsse? Die Stundenzahl betreffend wird wohl keine Gemeinde zugeben, daß ein Lehrer wöchentlich weniger als 39 Stunden nutcrrichte. (Der StatutSenlwurf ist von Seiten des ung. Vereins an die Gemeinden versenworden, und diese werden nun in Gemeinschaft mit ihren Rabbinen und Lehrern unnmwundeu ihre Meinung darüber abgeben, voransgesetzt, daß ihnen die Organisation des jüd. Schulwesens in Ungarn am am Herzen liegt. Die H. H. Rabbinen Mid Lehrer in den vorherrschend slovakischen Komitaten dürfen sich versichert halten, daß aste gebildeten Ungarn jeden Sprachzwang von Kirche und Schule fern gehalten wissen wollen; die Herren werden aber nicht leugnen, daß die ung. Sprache von den politischen und juridischen Behörden gebraucht, und — von dem gebildetsten Theile der ung. Bevölkerung gcjprocheu wird. Die Kenntniß derselben ist ein unabweisbares Bedürsniß, und deren Erlernung daher nützlich nnd nothwendig. Schulen, wie die zu Neustadt! nnd V6rbü werden ohne Zweifel ailch in dieser Rücksicht nicht hinter den Forderungen der Zeit zurückbleiben. Die Stundenzahl betreffend, sind mir mehrere jüd. Gemeinden in Ungarn bekannt, die keine 39 Unterrichtsstunden fordern. An der Szegcdiuer Schule gibt jeder Lehrer im Winter 33, im Sommer 30 Stunden. Red.) 8 Großwardem, 17. Juni. Vorige Woche hatten wir den ״Heiligen" ans Liska hier, der, in Begleitung von sechs andern RebbeS und vielen Rittern der traurigen Gestalt im Bahnhof von den hiesigen Halb-Chaffidim feierlichst empfangen und mit Jubel in sein Quartier begleitet wurde. Die Trauung, z,r deren Vollziehung er hieher berufen war, weigerte er sich im Tempel vorzunehmen, obwohl solches seit beinahe zwanzig Jahren hier Gebrauch ist, und die Gemeinde-Diplomaten beruhigten sich Trotz das ,של ישראל pHJD recht bald bei dem Aussprüche ״der Rebbe hats geschafft," und so hatten wir das seltene, der jüngern Generation unbekannte Schanspicl einer Echnppa ans dem Mistbcrge. Tags daraus crtheitte das Orakel ans LiSka-Delphi Privataudienzen, und — zn unserer Schande gesagt —der Andrang war ein großer, daü geweihte Antlitz des Dalailama zn schauen, u. gar Viele mußten sich begnügen, ihre ״Quittel" sammt den obligaten ״Pidjonimgeldern" dem Famulus zu übergeben. Der gute Mann soll mehr Geld v. hier weggesührt haben, als mancher Großhändler v. hiesigen Markt. Wir sehen, daß noch nicht alle Geschäftszweige stocken; gewisse Artikel finden noch immer Abnehmer. Wir dürfe» aber auch unser Auge nicht verschließen, und ehrlich die Gefahr signalisiren-, die RebbeS treiben ihre schamlosen Gaukeleien täglich ärger, sie hüllen Misere Gegend in düsteres Gewölk, und täglich wächst ihr Kontingcni. Ihre Wirksamkeit gewinnt immer au Terrain, und täglich tauchen neue Heilige auf; so in unserer nächsten Nähe, in Njfaln, wo zwei Heilige mit Eincmmale erstanden, die hauptsächlichst in künftigen Weltbürgern ״machen," da kinderlose Frauen durch ihren erkauften Segen Liebes- Pfänder unter dem Herzen tragen. Auch hier spricht man seit einigen Tagen von Bildung neuer Ehassidim-Gemcindc, u. z. niit behördlicher Erlaubnis, ganz nach Muster der Magy.-zs.-közs. Wir hoffen zwar, daß der gesunde Sinn der hiesigen Judcnhcit ein solches Ansinnen mit Entschiedenheit zurückwcisen und mit allen gesetzlichen Mitteln zu hintertrciben wissen wird; aber als Zeichen der Zeit sind wir verpflichtet, cs zu registrireu. Ad voccm ung. Gemeinde. Dieselbe kann als von der Behörde anerkannt angesehen werden, da sie dieser Tage ihre ihr vor mehreren Monaten abgcnommeneu Protokolle n. Siegel zurück erhielt, ». auch schon ihre erste öff. Sitzung abgehalten hat, wovon d. Vorstand in einem Rundschreiben, das ich beilege, d. G. in Kenntnis setzt. In d. ersten Sitzung wurde dem Vorsteher, Hr. Dr. Armin Pollak, für seine außerordentlichen geleisteten Dienste d. Dank d. Gemeinde ausgesprochen, Von den augcordncten Mittel für d. verschiedenen Gebrechen, Krankheiten ». s. w., die dem Wilnderm. vorgeführt wurden, nur Ein Beispiel. Einem armen Schneider, dessen Kind seit vielen Monaten danieder liegt und in letzter Zeit keine Medikamente mehr nehmen wollte, rieth er, für einige Groschen המן פטיש zu kaufen. Der arme Mann lies alle fünf Apotheken hier ab; aber sämmtlichc Apotheker erklärten, dies Mittel komme in der österr. Pharmakologie nicht vor, bis endlich Dr. Feldmann dem Unglücklichen bedeutete, homöopatische Behandlung sei in der Apotheke nicht zu kaufen. Großwardein, k5. Juni. Der Vorstand der ״ung. jüd. Genicinde" versendete an seine Mitglieder folgendes Zirkular: ״Wir berichten mit Freuden den Mitgliedern unserer Gemeinde, daß die unserer Eristcnz entgegengestellten Hindernisse beseitiget wurden und daß wir in Folge der Gcrechtigkeitsliebe der hohen Regierung, besonders aber der des Hrn. Obergespans Ludwig Hajdn ituscr Wirken zum Wohl der Gemeinde in der am 12. d. M. abgehaltenen Sitzung wieder begonnen haben. Die Mitgl. der Gcm. werden zugleich aufgesordert, das sie wegen Regelung der pecuniäre» Verhältnisse ihre Schulden und etwaigen Rückstände je früher auöglcichen mögen. Großwardein, 12. Juni 1862." Jglau, (Mähren.) Ans. Juni. Die gelungene Fcstpredigt zur Jahresfeier der öst. Staatsvcrfassung, gehalten am 26. Februar 1862. Vom Rabbinen Dr. F. K. Nnger ist auf Verlangen im Drucke erschieneu. Der Reinertrag ist den durch Ueberschwemmung Verunglückten in Trebitsch und Mährisch- Kanitz gewinvnet. C'santavci*, 14. Juni. Die ersten Juden. oie sich hier ansiedelten, waren die Brüder Basch. Jetzt befinden sich schon 22 jüd. Familien. Wir haben hier eine schöne Synagoge, deren Westibnlum ein marmornes Waschbecken ziert, gewidmet von Hrn. Jonaü Fischer in Szcgedin. Der eifrige Vorsteher, H. Jakob Basch, spendete vor Kurzem ein reich gesticktes ״״ פרכתb läßt jetzt auf eigene Kosten eine Thvrarolle schreiben. Auch besitzt die Gemeinde einen Friedhof. Die Wiedereröffnung der jüngst aufgelöste» 2 klassigen Volksschule wird sicherlich in Bälde vvrsich gehen. I- Bernstein. Prag, im Juni. Der beliebte illuftrirte BolkSkaleuver von I. W. PascheleS ist bereits versendet worden. Von Adolf Hlawatsch erschien jüngstens im Verlage von Daniel Ehrmann ein Handbüchleiu der jüd. Liturgik mit d. Titel ״DaS Synagogenjahr." Rimn-Szoinbat, 18. Juni. Die ung- Nebersd. Phaedon eristirt wirklich. Dieselbe ist 1793 erschiene» und ich bin in deren Besitze. Hiernach ist d. A»g. d. Hrn Br. zn berichtigen. Mais״ er.