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Ben Chananja · 1862-06-20 · 25 (20.6.1862) · p. Seite 218

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Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
25 (20.6.1862)
Date
1862-06-20
Page
Seite 218 (sequence 8)
Language
German
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218 Auch ich Witt hiemit eine Erklärung versuchen. Wenn mau d. 3 corrumpirtcn Buchstaben für 'ft '1' א hält, so geben diese mit dem darauf folgenden ל das Wort לעמו — לאמו und würde die Inschrift lauten: Johann der Hohepriester und mit ihm die Genoffenschaft der Inden. Die Verwechslung von א und ע kann bei einer Inschrift, die auch eine Verwechslung von J und ח zeigt, nicht auffallend sein, und dies um so weniger als ja aus Talmud Sabb. 103 b. לא יכתוב אלסין עייני] hervorgeht, das! solche Verwechslungen wirklich stattgefnnden haben. Doch wir können noch eine andere uns zu weiteren Resultaten führende Lösung versuchen. Das ל' א׳ מ׳ könnte ״ לאםnnd die Muttcr" bedeuten oder noch besser das erste Zeichen ist nicht ein ל sondern ein corrumpirtes fl, wie ein ähnliches ,ך auf derselben Münze erscheint und die Inschrift würde lauten: Johann der Hohepriester, die Mutter n\ Nach dieser Lösung würde die Münze nicht Hyrkan I., so»- dcrn Hyrkan II. zur Zeit seiner Hohenpricsterschaft unter der Regierung seiner Mutter Alerandra angehvren. Die Vcrmuthnng liegt sehr nahe, das; nämlich Hyrkan II. mit dem griechischen Namen zugleich den hebräischen seines Großvaters getragen habe. Sehen wir doch den noch jetzt üblichen Gebrauch, die Namen der Verwandten auf die Kinder zu vererben. Dieser Gebrauch tritt schon in den GcschlechtSregisfern der Priester und Leviten (1 B. Ehr. 5 und 4) und ebenso indem später» Nasigeschlechte Hillcls hervor. Sollten wir nicht berechtigt sein anznnehmen daß, da die griechischen Raulen in der Makkabäersamilic bis ans HerodeS Söhne so oft wiederkehreu, die hebräischen ebenso mit dem Griechischen wiederkchrten Wenn, wie dies sestgcstellt ist, Aristobnl hebräisch ״Juda," Antiponnö hebräisch ״Mathatja" und Alcrandcr hebräisch ״Johanan" hieß, warum sollte Hyrkan nicht hebräisch Johanan geheißen habend Fragt man aber, wie kommt auf eine Münze zur Zeit der Königin Alerandra der Name des Hohenpricstcrsd so kann man diese Frage folgcndcrmaffcn beantworten: die Inden waren während der persischen und griechischen Oberherrschaft schon gewohnt, die Hohepriester an der Spitze ihrer Regierung zu sehen, durch die Makkabäer ist diese Gewohnheit noch mehr sanktionirt worden und seit Johann Hyrkan I. erscheint der Name des Hohenpricstcrs auf den jüd. Münzen; könnte also die kluge, den Gewohnheiten des Volkes so sehr sich fügende Alerandra, um den Schein eines Weiberrcginienteö zn vermeiden, nicht auch diesen Gebrauch beibehalten und ans ihren jüd. Münzen mit dem zweiten Platze sich begnügt haben? Ja diese Annahme erscheint fast bis zur Evidenz begründet, wenn mau erwägt, welche Schwierigkeiten sich durch dieselbe lösen lassen. Ist eö nicht höchst auffallend, daß wir von der!> jährigen Regiernngözeit AlerandraS nur Eine Münze ilnd diese auch nur mit der griechischeu Legende 4AESAN.I BA21AJ2L' Königin Alerandra besitzend Sollte die fromme den Pharisäern und der Volksparthei so zngethane Königin keine Münzen mit jüdischer Inschrift geschlagen habend Ebenso auffallend ist, daß wir von Aristobnl ll. sechsjähriger Regierttng, während deren Hyrkan II. Hohepriester war, und eben so von Hyrkan selbst gar keine Münze aufznweisen habend Nicht minder schwierig ist es, wenn wie der geehrte Vers, annimmt, alle Hyrkanmünzen Hyrkan I. gehören sollten, daß so viele derselben so nachlässig geprägt sind d Wie ließe sich in Hyrkans I. größtentheits glücklicher RcgicrnngSzeit solche Nachlässigkeit in der Präge erklären d Ferner bildet das griechische A ans so vielen Hyrkansmiinjeii ein bisher nngclöstcs Räthsel. Alle die Schwierigkeiten sinden aber ihre einfache Löslllig, wenn man ailnimmt, daß man von dein durch Gewohnheit sanktionirtcn Gebrauche, an die Spitze der Münzlegende den Hohenpric- Szegedin, äellistvrrlng der ttcdalrtio». stcr zustctten, nicht abweichen Wollte. 9?«r dem AnSlandc gegenüber mußte der eigentliche Herrscher, die Königin oder der König als Münz- Herr dastehn, und dies geschah entweder durch eine ganz griechische Legende oder durch daü griehischc A (welches sowohl Alerandra als auch Aristobnl bedeuten kann) über der hebräischen Legende. Nach dem Gesagten hätten wir also folgende Einthcilnng in den Hyrkanömünzen. Die mit vollständiger Präge gehören unstreitig Hyrkan I., die mit dem griechischen A hingegen Hyrkan II. und dessen Mutter Alerandra und zum Thcile auch, da man den vorhandenen Stempel unter Aristobn gar nicht zn verändern brauchte, Hyrkan II. und dessen Bruder Aristol bnl; endlich mit vernachlässigter Präge und ohne A Hyrkan II. allein, nach den cingctretencn Unruhen und Kämpfen gegen Aristobnl und dessen Söhne. Ich kann cs nicht unterlassen, noch eine dritte Lösung der fraglichen 3 Buchstaben zn geben. Das erste Zeichen ist, wie oben schon gesagt, ein n; das 2-tc ein ת und das 3-te ein ft. Diese geben also □״ ר»תder Fromme oder der Gutmüthigc" und kann dies als Prädicat von Hyrkan II. gelten entweder als Gegensatz zn seinem Großvater, der zuletzt ein Sadduzäer geworden, oder zu seinem raschen ausbrauscnden Bruder Aristobnl. (Schluß folgt.) Miszellen. vn. Zn der Notiz in diesen Blättern (S. 151 Nro 1?) mag hier ergänzend bemerkt werden, daß zu Ende der תשלבלת הגאלני׳ (unter dem Namen שערי תשלבת gedruckt Leipzig 1860) ebenfalls ein Gutachten über לירי שנלשון) von שכלואל לבית לוי enthalten ist. Es ist dieses Gutachten voll mit Pilpttl aber ohne Logik. Die Betrachtung solcher Gutachten ist nützlich, um den Unterschied zwischen wirkliche Logik und sogenanntem הריסות zu erkennen. L. DnkeS, VIII. Indem ich die gediegene Rezension unseres gelehrten LandSmanncs L. DnkcS in der jüngsten Nummer d. Bl. über Dr. Hillebrand'ü ״Deutsche RechtSsprichwörter" lese, finde ich die Stelle des AuluS Gellinö (»06168 uttiouv XII), als Illustration zn dem talmudischen Satz אין שליה לרבר עבירת angeführt. Dieselbe Anschauung, von philosophischem Standpunkte, thciltc auch der verewigte Bcneke in der ״Grundlegung zur Physik der Sitten" (Berlin 1822) wo es ausdrücklich heißt: ״Nicht wer täglich im Weine sich berauscht, ist unsittlich; sondern wer ihn täglich heftig begehrt, auch wenn er Jahrelang nicht zum wirklichen Genuß desselben gelangt." Der bekannte Kriminalrath Hitzig bemerkte damals, daß ״nach dieser Theorie in Zukunft nicht die Diebe zu bestrafen sind, sondern vielmehr diejenigen, welche des Andern Gut heftig begehren." Aber diese Bemcrkung ist eine Sophisterei und Benekc hat Recht. Er spricht von dem Willen der Unsittlichkeit, von der Lust dazu; nur diese ist wahre Sünde, und sie fällt dem Spruche des göttlichen Richters heim. Die sich äuffernde That kann auch ohne jene moralische Entschließung Vorkommen und der menschliche Richter kann nur die That bestrafen. Wenn z. B. der erschöpfte, dürftige Taglöhncr sich bis zur Trunkenheit im Weine übernimmt, ist er deswegen noch nicht ein Trunkenbold. Aber lange vor GclliuS und den Talmudistcn hat ja der weise Salomo dasselbe Ariom ausgesprochen. (Vgl. Prov. 6., 30.) Gr.-BecSkerek. Hermanri Brill. Leipzig, Üommisstons-Vkrlag von Frans Ivngnrr. Druck von Sigmund Burger in Szcgedin.

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