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Ben Chananja · 1862-06-20 · 25 (20.6.1862) · p. Seite 212

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
25 (20.6.1862)
Date
1862-06-20
Page
Seite 212 (sequence 2)
Language
German
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212 schichte keine Erwähnung. Es dringt sich jedoch die Verrnuthung ans, daß während der ägyptisch- und syrisch-macedonischen Herrschaft in den südlichen Theilen Judäa's, namentlich in den Städten Adora und Marissa, die gegenseitige Verschwägerung der jüdischen und idumäischen Einwohner so sehr überhandnahm, daß die Bevölkerung stark idumäisirt wurde, und daß in Folge dessen selbst die Beschneidung außer Brauch kam, bis Johann Hyrkan mit Waffengewalt die jüdische Religion und Nationalität restaurtrte. Josefus, welcher den inneren Bevölkernngsverhältnissen Judäa's zu wenig Aufmerksamkeit schenkte, betrachtete diese Hyrkanische Erekution als eine Bekehrung der Edomiter, und zwar des ganzen edomitischen Volksstammes, was, — wie nach Rapoport's richtiger Bemerkung aus dem ganzen Verlaufe der später» Geschichte hervorgeht, — ganz gewiß nicht der Fall war. 7) Einer liefern geschichtlichen Prüfung muß aber selbst die gewaltsame Bekehrung einer kleinen edomitischen Fraktion unglaublich erscheinen. In dem jüdischen Gesetze läßt sich für eine solche Bekehrung nicht das geringste Motiv auffinden, und keine Epoche der jüdischen Geschichte bietet dafür auch nur die entfernteste Analogie. Die alte Feindschaft zwischen Israel und Edom erbte sich bekanntlich auch während der Epoche des zweiten Tempels von Geschlecht zu Geschlecht fort. Sirach bekennet, daß seine Seele die Bewohner des Gebirges Seir verabscheut,^) und Juda der Makkabäer führte gegen die Jdumäcr ein heftigen Krieg. -') Ob sich in den Profeten und Psalmen hieraus bezügliche Anspielungen finden, können wir dahingestellt sein lassen; die angeführten Thatsachen genügen, die feindselige Erbitterung zwischen Judäern und Jdnmäern zu konstatiren. Solchergestalt ist es aber psichologisch und historisch unerklärbar, wie Johann Hyrkan auf den Gedanken kommen konnte, einen so bitter gehaßten Volksstamm der eigenen Nation einzuverleiben, ohne daß ihm die Pflicht- Mäßigkeit oder Näthlichkeit eines solchen Schrittes du rch ein Gesetz oder ein früheres Beispiel angedeutet gewesen wäre! In einem ganz andern Lichte erscheint dagegen Johann Hyrkans Feldzug nach unserer Anschauung. Nach ihren blutigen und erfolgreichen Kämpfen für die höchsten Güter, für die Religion und die Nationalität, drang die Hasmonäischen Zeit auf Restauration des nationalen Gesetzes in seiner ganzen Integrität. Die Geschichte lehrt, daß sich unter gleichen Verhältnisse» bei edleren, lebenskräftigen Nationen zu allen Zeiten gleiche Forderungen und Bestiebungen geltend machten. Es ist mithin begreiflich, daß Jo- Hann Hyrkan im Geiste seiner Zeit und nach den Verfügungeu deS Gesetzes die Waffen in Bewegung setzte, um einen entnationalisirten Theil seines Volkes unter die Fahne des schwer bedrohten, aber nunmehr siegreich triumfirenden Gesetzes zurückznführen. Strabo's Bericht, daß die Jdumäer, durch Aufruhr von ihren eigentlichen Wohnsitzen vertrieben, sich zu den Juden gewandt haben, und mit diesen in Gemeinschaft ihrer Gebräuche getreten seien, mag, nach BertheauS Vermuthung, mit dem Berichte des Josefus in Verbindung zu setzen sein. w) Beide Berichte scheinen uns aber auf der Oberfläche der Thatsachen zu schweben. Wir vermögen im Geiste jener Zeiten nur an eine Zurückführung, nicht an eine Bekehrung znm Jndenthume zu denken; wir glauben daher, daß auch die Zerstörung der Stadt Pclla durch Alerander Jannäus ״) diese zurückführende Tendenz hatte. Unter den Kindern im dritten Gliede, denen das Gesetz gestattet, ״in die Gemeinde des Ewigen zu kommen," verstehen die Forscher, welche das Gesetz auf die Naturalisation beziehen, die Enkel derjenigen Aegypter und Jdumäer, welche sich in Palästina niedergelassen haben: des Jnkolat der ersten führt zur Naturalisiirung der dritten Generation. Der Thalmud, welcher das Gesetz in epigamischcm Sinne auffaßt, verlangt den Uebertritt der ersten Generation zum Jndenthume: den Enkeln Aegyptischer und Edomitischer Proseliten wird die Epigamie eingeräumt. Da Hyrkan II. seine Enkelin Mariamne dem Herodes zur Frau gab, ohne Tadel zu erfahren, so ist wol der Schluß berechtigt, daß schon Antipas, des Herodes Großvater, der unter Alerander Jannäus Statthalter von Jdnmäa war, sich dem Jndenthume zugewendet hatte. Ä tt m c r k u n g c n. ') S. oben Nro LL, 23. 5 (־ M. 23, 8. 9. :l) Moi. Recht II. 8- 139. Alterth. d. Volkes Israel S. 247, WinerS Nealwrtrb. Art. Fremde. ר M Jebam. 8,3. ■3 (־־ M. 24. 10. 11. 1 Ehron.'2, 34. 35. 1 Kön. 3, 1. 9. 10. 11 , 1. 1׳J Augcbl. Raschikomm. zu 1 Chron. 2, 35. DaS Zitat aus dem jcr. Jebam. kouute ich nicht finden. ") 1. Kon. a. a. O. 2 Chrou. 8, 11. Jos. Alterth. XIII. 9, 1. XV. 7, 9. Vrgl. jüd. Kr. IV. 5, 5. Erech Millin, Art. Evom. "j Sir. 50, 25. 26. '׳') l Makk. 5, 3. 2 Matt. 20, 15-23. "’) Die Bewohner Palästina's S. 426. ") Jos. Altcrth. a. a. O. Die .frage über die Sdjö|1|img aus Nichts in ben arabisch-jübischeu Sdjufen. Eine relig ionsfil osofisch e Studie. Voll Dr. A. Schmicdl, Rabbiner zu Proßnitz. (Fortsetzung.) Am schüchternsten, möchten wir sagen, ist der jüdische Aristoteles — M a i m uni, gegen dieses größte aller

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