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Ben Chananja · 1862-06-13 · 24 (13.6.1862) · p. Seite 206

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
24 (13.6.1862)
Date
1862-06-13
Page
Seite 206 (sequence 4)
Language
German
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20(i Man wollte aber mehr wissen. Man droht ihm mit einer neuen Bostonnade und verspricht ihm Straflosigkeit wenn er bekenne. So bekennt er denn alles, was der Barbier anSgesagt und noch mehr. Er selbst und der Barbier hätten zusammen, ans Geheiß der sieben reichen Herren, den Pater nmgebracht. . . . Von den mit der feinsten Grausamkeit raffinirten Torturqualen, welche man nunmehr gegen diese anwandtc, haben die Zeitnngen Entsetzliches berichtet. Mau gab Bastonnaden zu 900 Streichen, man brannte die Genitalien mit glühenden Eisen; man zog glühendes Eisen durch das Fleisch und zog dann so lange an dem andern Ende, bis der Unglückliche und daS Fleisch zugleich zur Erde stürzten..." Ich breche ab. Die Hand muß erzittern beim Niederschrcibcn solcher Scheußlichkeiten, so bestialischer Qualen, deren nur Tiger und Hyännen fähig sind. Zum Schluffe lassen wir noch einige bemerkenöwcrthe Stellen ans den christlichen Apologien folgen. ״Von denen mau nämlich weiß" sagt Atheuagoras in seiner legatio pro Christ ianis ״daß sie nicht einmal den Anblick einer gestatteten Tödtnug vertragen, wer könnte diese anklagen einen Menschen getödtet oder von seinem Fleische gegessen zu haben?" Und Theophilus ad Aiitolycum: ״Siehe also ob jene, welche so unterrichtet werden, gleichgiltig leben und in einem scheußlichen Sündenpfnhl sich wälzen, oder was alle Gottlosigkeit übersteigt, Menschenfleisch kosten können, da eö uns hauptsächlich nicht einmal die Gladiatorenspiele zu sehen gestattet ist, damit wir nicht Theilnehmer und Mitwisser des Gemetzels werden. Auch nicht die übrigen Schauspiele sollen besucht werden, damit nicht unsere Angen und Ohren befleckt werden, wenn sie Thcil nehmen an dem, waS dort declamirt wird." — ״Eine eben so glänzende Apologie" können die Juden sagen ״gegen senes nnö angedichtete Verbrechen könnten auch wir geltend machen, wenn wir nnS nur auf das Verbot deS Blntgennsses und die Vorschriften beim Schlachten berufen, wollen es aber sein lassen, und halten euch, die ihr uns ans solche Weise verläumdet, nur die Worte eines neueren Apologeten entgegen: ״״Wir aber hassen weder euch noch die. welche eine solche Meinung über nnS von euch empfangen haben; sonden, wir beten, daß ihr jetzt wenigstens Buße übend alle Barmherzigkeit erlanget von dem überaus gütigen itnd wnnderbar barmherzigen göttlichen Allvater׳"" M Mhmsflefdjiri)tp des dalumil.*) Aus dp ui Vatcuiischeii von Dr. A lois Müller. (C’ollectio judicionum de novis erroribua operfi d’ Argontre. Tom. 1. pag 153.) Nachdem der Pabst dieß erfahren, geruhte er an alle im Königreiche Frankreich bestellten Erzbischöffe zu schreiben und zwar solgendermassen: der Bischof Gregor, der Knecht der Knechte Gotteö, den im Königreiche Frankreich bestellten ehrwürdigen Brüdern, an welche dieses Breve gelangt, Heil und apostolischen Segen. Wenn daS wahr ist, was über die im Königreiche Frankreich und anderen Provinzen weilenden Inden behauptet wird, so wäre keine über sie verhängte Strafe hinreichend oder ihnen angemessen; sie behaupten nämlich, wie uns zu Ohren gekommen ist, mit dem alten Gesetze, welches der Herr durch MoseS schriftlich gegeben hat, nicht zufrieden, im Gegentheile dasselbe ganz lich bei Seite setzend, der Herr habe noch ein anderes Gesetz, welches Talmnd d. i. Lehre heißt, bekannt gegeben. Weiteres behaupten sie lügnerischer Weise, eS sei dem Moses mündlich überliefert und ihren Herzen eingeprägt, solange ungeschrieben bewahrt worden, bis einige kamen, die sie Weise und Schriftgclehrte nennen; diese haben eS, damit es nicht durch Vergessenheit den Herzen der Menscheu entschwände, in ein Buch ausgezeichnet, dessen Umfang den Bibeltert ins ungeheuerliche übersteigt: in diesem Buche sind so viele Mißbräuche und Scheußlichkeiten enthalten, daß es die Leser mit Schamröthe, den Hörer mit Schauer erfüllen muß. Da dies also die Hauptnrsache sein soll, welche die Inden in ihrer Persidie verstockt hält, so haben wir es für gut befunden, Euch liebe Bruder zu ermahnen und zu ermuntern, indem wir Euch durch dieses apostolische Schreiben den gemessenen Befehl geben, am ersten Sabbate der nächst kommenden •40 tägigen Fasten, wann die Inden in ihren Synagogen sich versammeln, alle Bücher der Inden Eurer Provinz auf unser Gebot hin mit Beschlag belegen und bei den Brüdern deS Prediger (Dominikaner) oder Minoritenordens treulich aufbewahren zu lassen mit Beiziehung der Hilfe des weltlichen Armes, wenn eS nöthig sein sollte. Ebenso könnet Ihr gegen alle Eurer Gerichtsbarkeit unterworfenen Personen sowohl Elevifer als Laien, welche sich weigern sollten, ans Euere allgemeine kirchliche oder gar besondere Ermahnung hebräische Bücher, wenn sie welche haben, anzugeben, den Bannstral schleudern. Gegeben im Lateran am 9. Juni im 13. Jahre unseres Pontifikates. In ähnlicher Form schrieb er an alle Erzbischäfe in den Reichen England, Eastilien und Leon. Dieser Verwerfttilg der jüdischen Tradition halten wir einfach die Ansicht über die Berechtigung der christlichen Tradition aus dem Kirchenlerikon von Wetzer und Walte im Artikel ״Tradition" entgegen. Die Tradition ist demnach nicht etwa eine untergeordnete Quelle, woraus d. Kirche, wenn etwa diel). Schrift nicht ausreichen sollte, ihre Lehren zu schöpfen hätte, sondern sie ist d. aus dem Munde Ehristi strömende Hauptquelle. Waö nicht in dieser allgemeinen Ueberliefernng ent- *) S. v. S. 384. t. I. t»v.

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