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Ben Chananja · 1862-06-13 · 24 (13.6.1862) · p. Seite 205

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
24 (13.6.1862)
Date
1862-06-13
Page
Seite 205 (sequence 3)
Language
German
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<ז 20 gezüchtigt werden?" — ״Ja wol" wird mancher sagen, ״diese Verbrechen sind zu scheußlich, als daß man daran glauben könnte. Doch woher so surchtbare Anklagen? Alle neuere Apologeten, und mögen sie noch so beredt dagegen sprechen, vermögen nicht diese Last von euch abzuwälzen. Diese Beschuldigungen müssen ihren Grund haben, sonst könnte unmöglich die allgemeine Stimme der damaligen Zeit so laut gegen euch gesprochen haben. Wir wollen euch mit eueren eigenen Waffen schlagen. Ihr Judenfeinde beschuldigt die Juden eines Verbrechens, das nicht minder an Bestialität grenzt, als die euch einmal zur Last gelegten, alle unsere Rechtfertigungen und Bitten weist ihr mit eisiger Kälte zurück durch bloße Berufungen auf die zu allen Zeiten gegen nnS laut gewordene Pöbelstimme, ja ihr entblödet euch nicht, sogar ans nach eurer Meinung authentische Prozesse *) über dieses nnS angedichtete Verbrechen hinzuweisen — kurz die Leidenschaft geht bei euch über die Vernunft. Wollt ibr den Sah.... kein Verdacht ist ganz ungegründet, eS ist keine Spahn, an dem nicht etwas dran, gegen uns anwenden, warum wendet ihr ihn nicht gegen euch an?" — Doch hören wir die christlichen Apologeten weiter an. ״Während sie (die Heiden) nämlich" sagt Justin in seiner zweiten VertheidigungSrede, ״Wegen jener uns angedichteten Verbrechen einige tödteten, schleppten sie sogar zur Folterbank die Diener der Unserigen, theilS Knaben, theils junge Weiber und zwangen sie durch furchtbare Martern, jene fabelhaften Scheußlichkeiten, welche sie selbst öffentlich und offenkundig begehen, anSzusagen." ")Wir heben unter aiitcrcii das f.iiiivsc Buch hervor: Ausführliche Beschreibung der Marter eines heiligen und unschuldigen Kinds Andreae von Rune, welches von denen Juden aus angebornem Haß gegen Christum und gesambten seiner Ehrisienheit gransam gegnelct und er- ,nordet worden. Znsainmen getragen von Ignatio Zach, Canonico regulari. AngSpurg, 172t. (Mit uichrcrcn geistlichen Approbationen und Lobpreisungen.) Ein aus absichtlichen oder unabsich tlichcn Lügen n. abcrglänbisch-sanatischcn Ideen zusainniengesetztes Werk. Es verdient einen Platz in der Geschichte der menschlichen Narrheit. Das vierte Eap. dieses Narrenbuches beschäsiigl sich mit dem äußerst iiilcrcsiante» Thema: Der Juden Durst nach christlichen Kindcrblut und warum? Wahrlich ein Eavitcl zum Zwerchfcllerschüttcrn! Hier wird haarklein »achgcwiesen, daß die Inden christliches Kindcrblut brauehe« und da schlachten ans einmal die Juden in Damascns einen alten Kapuzinerpater dessen Blut noch dazu über 2 Monat anfbewahrt worden sein sollte. Besten Appetit zu einem solchem Blute!) Hier noch die Aufforderung an den Herren Pater Miflin seine im ersten Bande seines Werkes S. 153 ansgesprochene kühne Behauptung: ״Man wird sich erinnern daß am 5. Februar 810 P. Thomas, ein Eapnziner in DainasenS, unter dem Vorwände ein Kind zu impfe», in ein Indenhaus gerufen und dort von den ehrenwertesten Israeliten jener Stadt auf gräßliche Weise ermordet, sein Blut aber dem Großrabbincr eingescudet wurde, alles nach den Vorschriften des Talmud" wo möglich zu rechtfertige», widrigenfalls man dieselbe in das Gebiet der Lügen verweisen müßte. Aehnlich erpreßte Geständnisse meint Fatian der Assyrier, wenn er in seiner Rede wider die Griechen sagt: ״Menschenfleisch essen wir nicht; Falsche Zeugen seid ihr, die ihr angehalten worden seid, dies zu sagen." Und Athenagoraö in seiner Legatio pro Christianis: ״Wir können ja kein Menschenfleisch verkosten, bevor wir nicht jemanden getödtet haben. Während sie aber eines von beiden lüg nerisch behaupten, ist doch keiner so unverschämt, wenn einer den andern fragt, ob er denn gesehen habe, was er be- Haupte, zu sagen, er habe eö gesehen."—״Wie seid doch ihr Christen" wird mancher Jude sagen ״einmal in derselben Lage wie wir gewesen. Worauf beruhen die bezüglich des uns angedichteten Verbrechens etwa von den Unsrigcn gemachten Aussagen? Der in. unseren Tagen (1.340), int Zeitalter der Humanität, geführte Prozeß wegen der Ermordung des Kapuzinerpaters Thomas in DamascnS läßt einen Schluß machen auf die in früheren Zeiten abgewickel-- teil ähnlichen Prozesse." ״Ein jüdischer Barbier, Regrin," heißt eö darüber im neuen Pitaval ״gehörte zu den zuerst Denuncirten und gefänglich Eingezogenen. Er verwickelte sich in seinen Aussagen, leugnete aber durchaus, etwas von einem Morde zu wissen. Drei Tage bestürmte man ihn vergeblich im französischen Eonsulate, die Wahrheit zn gestehen; dann lieferte man ihn den ägyptischen Behörden ans. Zweimal wurde er hier anfö heftigste gepeitscht, daun die Tortur am Kopfe ihm an gelegt. ..."Und dieser Mann bekannte dann. ״Sofort ließ daö Gouvernement den David Arari und die 6 Kanflente und Rabbiner, die angeblichen Mitschuldigen, welche die reichsten der ganzen DamaScener-Judenschaft waren, verhaften. Sie sollen gestehen, aber sie betheuern mit den heiligsten Schwüren ihre Unschuld. Matt fängt mit der Boston«ade an. Aber da man bedachte, daß die meisten schon hochbejahrt waren , und leicht den ersten Stockschlügen erliegen dürften, so versuchte man andere Qualen. Man ließ die alten Leute 36 Stunden aufrecht stehen ohne ihnen Schlaf zn gönnen. Sie blieben beim Leugnen. Dann ließ man einige peitschen; aber beim zwanzigsten Hiebe sanken sie ohnmächtig nieder. Der französische Consnl glaubte, man habe nicht ordentlich gegeißelt (berichtet der österreichische Consul) und man geißelte aufs Neue; aber sie erklärten fortwährend, sie seien unschuldig. — Inzwische» ward auch David Arari'S Diener Mnrad el Fallat eingefangen, derselbe, welcher den Barbier (zur Schlachtung des PaterS Thomas) bestellt haben sollte. Auch er leugnet. Aber man verfährt schärfer mit ihm. Er erhält die furchterlichsten Hiebe, während man auf den schwarzblauen, zerrissenen Leibe kaltes Wasser gießt, um die Schmerzen zn steigern. In Folge derselben gesteht er, den Barbi er ans Gehei.ß seines Herrn geholt zu haben.

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