Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1862-05-30 · 22 (30.5.1862) · p. Seite 189

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
22 (30.5.1862)
Date
1862-05-30
Page
Seite 189 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2542917-2542971-2542994--2627-2546426
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

189 nach Unbestimmtes hervorgebracht, weil die Form, das eigentliche kennzeichnende der Dinge, fehlte. Unter der Aufeinanderfolge verstehen wir blos ein Nacheinander in der Idee, nicht in der Zeit. Wie wir z. B. sagen, die Sonne ist anfgegangen und es ist Tag, und nicht umgekehrt, obgleich das Aufgehen der Sonne und das Tagwerden in demselben Momente geschieht. Auf ähnliche Weise wird die Urmaterie als Frühestes gedacht, worauf die absolnte Körperform und dann die Materie der Elemente wurde, obgleich alles dies gleichzeitig zum Dasein gelangt, so daß nichts Unbestimmtes, Unentschiedenes im Reiche der Schopfung angenommen zu werden braucht." Fortsetzung folgt. Anmerkungen. ') Sofcr Hegiou Ha-Nefesch, nach einer alten Handschrift der Leipziger Rathsbibliothek, ed. Freimann (Leipzig 1800). S. Pag. 2 ff. *) מציץ וזורה — Es ist dies ein allen Emanationssistemen eigenthümlicher Terminus. So läßt Scharastani (Th. II. S. 93) den EmpedokleS sagen: ״Nachdem die Weltvernunft auf die Körper hingeschaut hatte, stoßen die vorzüglichen und glänzenden Formen aus auf sie herab." — In der, irriger Weise dem Aristoteles zugeeigneten Schrift ״Theologie" heißt eö ebenso: ״Als bas erste Wesen geschaffen war durch das reine und wahrhafte Eins, da warf es seine Blick auf das Eins, um es zu schauen, und so ward es zum Intellekt." (S. Munk, MelangeS Pag. 254). Gebirol im Mekor Ehajim V. 19, sagt ebenso:.....אפלטון הקיש הדוש הצורות בשכל השקפת הרצון וציורן בנפש הפרטית כשישקיף השכל עליה ferner eben v. 8- 20: ועגין ההשקפרת בעצמים הו*»•* שיהיו מקצרת□ נכה,מקצרתם והשפעת מקצתם כהותיהם ואוריה□ על מקצתם• Hiedurch gewinnt man ein besseres Berftändniß der solgenden Stelle im More II-, 0: זה לשון רבותיגו כביכול אין הק״בה עושה רבר עד שמסתכל בפמליא של מעלה, ואתמה אמרם מסתמר1, כיימזה הלשון בעצמו יאמר אפלטון שהשם יעיין בעולם השכלים וישפיע ממנו המציאות. J) Zn der Leipziger Handschrift stand: אין הזמן דבר שיש לו ממש ואינו כי אם אמירת מעמדת הנמצאות, וכו. Der HeranSgcber, Herr Freimann, empfiehlt statt אמידת, das keinen Sin» hat, die Lesung אמירה- Uns aber scheint es ganz gewiß, daß hier מידת (od. מדת) zu lesen ist: ״Die Zeit ist das Maaß für die bestehenden Dinge" — denn dieselbe Definition der Zeit ist fast bei allen arabischen Filosvfen zu finden. Man vrgl. z. B. das Sistcm des Jbn- Sina bei Scharastani Th. II. S. 292. ') Mit Hilfe dieses FilosofemS snchten auch kabbalistische Schriftsteiler die Frage zn beheben, warnm Gott, da bei ihm weder an eine Berhindernng, noch an eine Willeusänderung zu denken ist, die Welt erst in einer bestimmten Zeit erschaffe». Wir lassen hierüber das kabbalistische Buch □שומר *י*מוני (H., 17) sprechen: □דע כי קוד בריאת שום רבר לא היה או מציאות זמן כלל, שהרי הזמן עצמו אין לו מציאות כי הוא מקרה דבק ונמשך אהר,תנועת איזה דבר שנתהווה והולך והווה ונמצא שמוכרחים אנו להורות שהזמן התהיל אהר הבריאה כלל העולה דכיון שלפי האמת לא היה הזמן בהיות האין סוף לבדו, אין מקום כלל לשאול אעיקרא רדינא מדוע לא האציל את אדם קודם הזמן שהאצילו. י) Auf 9t a ch »i a n i's Theorie über die Weltschopfnng werden nur ׳Väter znrücklome». Hier bemerke» >r׳ir nur vorläufig, daß derselbe die Anfichten Albarg'eloni'S über die Ausdrücke תהו »nd בהו theilt. S. Pentateuch-Comment. Ans. °) Der Herausgeber, Herr Dr. Jellinek, macht eS in der sehr instruktiven literargeschichtlichen Ginleitnng zur Gewißheit, daß die Schrift Olam katon ursprünglich arabisch abgefaßt war und uns nur in der hebräischen Nebersctzung vorliegt. Hieraus erklärt sich, warum es S. 54 heißt: בין מל־׳ת יצירה ומורדת אבדע בלשון ערב יש ביניהם הפרש — und warum derselbe Unterschied nicht lieber zwischeu den hebräischen Wörtern יצירה und בריאה hervorgehoben ך Das. p. 54: להודיע שברא הברואים לא מדבר ולא בתוך דבר ולא עם דבר ולא בדבר ולא על דבר- Anstatt ולא בדבד, was hier gar keinen Sinn hat, empfehlen wir die Lesung. ולא לדבר ״nicht für Etwas." So erklärt dies der Autor selber: שאון לומר שבר*י* לדבר. .. הואיל ונבראו בגלל *<*ותו דבר כמו שאנו אומרים שנעשה הדלת לסגור הסתה. s) Emuna rama I., 2. Mlurgefdjidjtfidje Äsmsmeir von Leopold Duke ö. 7, Die Frage über römische und griechische Getränke von Plutarch. (Schluß.*) Es giebt eine christliche Legende von elf tausend Jungfrauen. Nach derselben sollen diese im Dom in Köln begraben sein. Diese Legende hat von Seiten der großen Anzahl der Heroinnen, eine Aehnlichkeit mit der angeführten jüdischen, worin das Hyperbolische sichtbar ist, und dem Wesen nach nur die traurigen Folgen einer Epidemie beschreibt, in einer legendenartigen Form vorgetragen. Der eigentlichen Thatsache der angeführten jüdischen Legende sind die Worte hinzugefügt וכלן מתו על שלא נהגו ״ .כבוד זה בזהSie sind sämmtlich gestorben, weil sie sich gegenseitig unehrerbietig behandelten." Es führen diese Worte zwar eine heilsame moralische Anschauung zu, haben aber auf die Legende selbst keinen weitern Einfluß. Nach einer andern Seite hin tritt uns eine Art moralische Symbolik entgegen. So z. B. lesen wir, daß bei den Russen Sitte ist zur Leiche ein Glas Wasser und ein Stück Leinwand hinzustellen, damit sich die Seele waschen möge.') Die Juden haben bekanntlich auch diese Sitte. ‘2) Das Alter derselben ist uns übrigens in diesem Augenblicke nicht bekannt. Wir lesen ferner (röm. Geb. 8- 1), daß man im Tempel der Diana Ochsen hörn er aufgehängt hat. *) S. oben Nr. 15, 21.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.