Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 21 (23.5.1862)
- Date
- 1862-05-23
- Page
- Seite 182 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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182 Es war — wir so viele andere Sachen — nrsprünglich ein Gebrauch, und hat sich allmählich als Satzung דין eingeführt. Die eigentliche Ursache dieses Gebrauchs scheint übrigcns schon in der Zeit den Geonim vergessen gewesen zn sein. Einen Gebrauch hat eigentlich niemand gemacht. Er ist durch allgemeines, stillschweigendes Uebercinkommen ins Leben getreten. Stillschweigendes Uebercinkommen kann denselben wieder außer Wirkung setzen. Ein Gesetz hat jemand gegeben, und es muß wieder aufgehoben werden, um außer Gebrauch gesetzt zu werden. Dieß ist der Unterschied zwischen Minhag und Din. (Schluß reMU ג tt m e r k u n 9 e n. ') Ptutarch. Ehevorschr. geqen das Ende. -) Bcrsnch einer historisch — kritischen Darstellung des bisberigen Einfiusses der kantischc» Filosofic auf alle Zweige der Theologie. Hanover 1706. Tl'eil II. S. 7. ff. Daß Seldeu (Tadle Talk) die Allegorie überhanv! sehr gering anschlägl. darf hier auch gelegenllich bemerkt werden. Wir haben bereits in diefcu Blättern (v. Z. S. i!»3, 203. 216) über Allegorie manches mitgetheilt. Zur Zeit wird noch manches andere darüber mitgeilt werden.;1) An! ns Gcllius : Attische Nächte IV. tz. ll. ') Ptutarch: I si S und O f i r i S 8• 08. ■'־) EurivideS: 2P h ig eu i a iu Anlis v.!»17. Mauel,eS Hiehcrgchvrigc haben wir im Ozar Ncchmad (II. S. 114) mitgctheilt. ") In der Sammlung genauut שערי רתשרבה Leipzig 1860. 8- 276. Die LochimhiM-Mjim. Bon 3111• Spiegler, autor. Rabbiner. In der neuesten Zeit hat diese ans Asien über England nach Europa kommende Hühnergattung iu unserem Vaterlande eine derartig schnelle und große Verbreitung ge> funden daß dieselbe bereits in mehreren Gegenden, besonders in Siebenbürgen, fast alle andern Hühnerarten verdrängt. Die Eochinchina-Hühner bilden in naturgeschichtlicher Beziehnng keine besondere Abart sondern nur eine Spielart der gewöhnlichen, Haushühner wie die in manchen Gegenden Ungarns häufig vorkommenden wegen ihrer befiederten Füße sogenannten gatyäs tyuk, mit denen sie auch fast alle wesemlichen Eigenschaften und Merkmale gemein haben, wie Kamm, Kropf, Schnabel, Füße, Sporn, Krähen, Eierlegen, Flug, Nahrung u. s. w. Ihre große und rasche Verbreitung, so wie ihre angerühmte Schmackhaftigkeit lenkte bald die Aufmerksamkeit der durch die mosaischen Speisegesetze an Mitteln ohnehin beschränkten jüdischen Küche auf sie. Ihre scharfe Aehnlichkeit mit den HauShühnern waren ihre beste Empfehlung zu ihrer Einführung in jüdische Hauser. Nur die Orthodorie an manchen Gegenden versagte ihr noch den Eintritt in ihr HauS. Da aber gerade hier in Großwardcin die Orthodorie, die an aßern ihren Gefallen findet, diese Hühner für nicht koscher erklärte, so erachteten wir cs für zeitgemäß, diese Frage folgender Erörterung zu uuterzieheu. Würden wir die in der Tora angegebenen 24 unreineu Vogelarten kennen, wir dürften das Fleisch aller übrigen essen, und es gäbe im Ganzen von den vielen Taufenden Vogelarten nur 24, die uns verboten wären. Leider kennen wir diese 24 Vogelarten nicht, und wir dürfen daher nur jene Vögel essen, von denen »vir mit Bestimmtheit wissen, daß sie zu den 24 unreinen Arten nicht gehören. Die Gelehrten im Talmude haben den als unrein bekannten Nescher (vulgairer Adler genannt, obschon Toßesot Traktat Cholin Folio 63. Schlgw. Nez nachweist, daß Nescher nicht Aigle d. i. Adler sein kann) mit der als rein bekannten Taube verglichen, und daraus 3 Merkmale der Reinheit und ein Merkmal der Unreinheit abgeleitet.*) Die 3 Merkmale der Reinheit sind: Kropf, besondere Zähe und sich schälender Magen, das Merkmal der Uureinheit ist Derißa. Rabbi Eleasar ben Zadok sagt in der Mischna Ehulin Fol. 59. S. 1. ״Jeder Vogel der auf einen Faden gestellt seine Zähen theilt, 2 nach der einen, 2 nach der andern, ist unrein, weil er gewiß das Merkmal Derißa hat." Rabbi Simeon ben Eleasar sagt Ehulin Fol. 65. S. 1. ״Jeder Vogel, der seine Nahrung anS der Luft aufsaßt, ist gewiß unrein aus dem obenerwähnten Grunde." Ueber das eigentliche Merkmal der Unreinheit Derißa sind die alten Rabbiner! getheilter Meinung. Nach Ra sch i wird die Eigenschaft des Vogels, die Nahrung mit seinen Füßen aufzufassen und sie so nach und nach dem Munde zuzuführeu, Derißa genannt; nach dem Raben« Tam daS Verschlingen der lebendigen Beute während sie noch lebt, und nach dein Rabenu Nissim das Anfallen der Beute nach Art des Sperbers. **) Würden wir das Merkmal der Derißa genau kennen, so könnten wir allenfalls die reinen Vögel von den unreineu leicht unterscheiden, da wir die oberwähnten Merkmale der Reinheit genau kenueu. Allein es ereignete sich einmal der Fall bei einem Vogel, daß man ihn für rein erklärte, und erst später zeigte sieb bei ihm die Eigenschaft der Derißa. Daraus folgert Raschi, welcher zur Reinheitserklärung eines Vogels vor Allem das positive Wissen des Nichtvorhandenseins der Derißa verlangt, daß heutzutage wir das Merkmal der Derißa nicht kennen, und demzufolge nur solche Vögel essen dürfen, von denen wir die traditionelle Ueberlieferung haben, daß sie rein sind. Dieser Behauptung pflichten auch jene Rischouim bei, nach denen ebenfalls das positive Wissen des Nichtvorhaudenseins der Derißa zur Reinheitserklärung eines Vogels absolut nothwendig ist. Ferner R. Josef Karo, R. Mosche Jsserleö, N. Sabbai Koheu und die anderen Gesetzeölehrer, Erstere, bis auf R. Mosche Jsserleö und seine Nach- *) S. Traktat Ehulin Fol. 61 , 62, 63, 65 so wie Alfaßi u. Kommentare. **) S. Kereti upleti zu Schita Nescher.