Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 20 (16.5.1862)
- Date
- 1862-05-16
- Page
- Seite 176 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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176 die keinen Erwerb hat, und neun Kinder, darunter 8 unmündige und 2 heirathSmäßige Töchter. Das Schreiben des Vorstandes, welcher fich durch seine Inspektion über den Wein und die Bachnrim einen bedeutenden Namen gemacht hat, lautet wie folgt: Madame Fischer, Wittwc des dahingeschiedenen Gem. Notairs Earl Fischer Loco. Altofen. am 1. Mai 1862. Geehrte Frau! Durch das Dahinscheiden Ihres in Gott ruhenden Gemahls Carl Fischer seel. Andenkens, der durch l3 Jahre als Notar in unserer Gemcinde fnngirtc, sieht sich nun der Vorstand veranlaßt, diese nun vacante Stelle mit 1. August l. I. zu besetzen. In Folge dessen wird Ihnen hiermit bedeutet, daß mit Com» munität-Beschliiß vom 20. April l. I. Ihnen der volle bisherige Gehalt bis 1. August liebst Ihre freie Wohnung bewilligt wurde, mit welchem Zcilpnnkt aber, jeder weitere Anspruch an der Gemeinde anszuhörcn hat, was Ihnen hiermit zur Kenntnißnahmc diene. Achtungsvoll im Aufträge des Vorstandes I. L c i p n i k e r, Notar. /X Kaiferbad. 12. Mai. Folgende aus bester Quelle geschöpfte Notiz dürfte für viele Ihrer Leser von nicht geringem Interesse sein: sie betrifft die Kochin-China-Hühucr, über welche auch die Mitglieder des Prager Rabbinatö-KollcginmS verschiedener Meinung waren. Ohne von dein Prager Streite unterrichtet zu sein hat der Rabbiner Moses Kohn in Püzel, (Pestcr Komitat), diese Hühner vor einigen Jahren für rein erklärt, und den Genuß derselben Veit Mitgliedern seines Synagogensprcngclö sreigegcbcn. Dasselbe thal sein Sohn, der Rabb. Ambrosius Kohu in Szüll (Somogycr Komitat). Die Rabbinen Lichtenstein in Vörösvür, Bären selb in Jrsa und Andere eiferten jedoch so heftig gegen die Püzelcr Jndulgenz, daß sich der dortige Rabbiner veranlaßt sah den Genuß der in Rede stehenden Hühner bis auf Weiteres zu snspendiren. Nicht lange nachher hatte er jedoch die Genugthuung, daß auch seine Gegner seiner Meinung beipflichtetcu. Zwei Reisende aus Palästina, deren Orthovorie urkundlich sichergestellt war, legten nämlich von R. Jakob Neuschloß in Altoseu das Zcngniß ab, daß die Koehin-China-Hühner in Palästina genossen werden. N. Jakob machte das bekannt, und scildem wird den genannten Hühnern selbst zu den orthoresten Tafeln der Zutritt gestattet. Raab, im Mai. Der wackere Lehrer Nathan Fischer versendet eben die Pränumerationsbogcu ans seine in ungarischer Sprache erscheinenden ״Jngendschristen für die ungarischen Israeliten." Dieselben werden in Monatsheften erscheinen. Das erste Heft wird Ende Mai versendet. Pränumerationsgebühr auf acht Hcsie 4, auf 4 Hefte 2 Gulden ö. W. Das Werk wird hoffentlich große Verbreitung finden. L'iteriirische Älyeigen. Die Naturanschaunng und Natnrsilosofie der Arader im zehnten Jahrhundert. Ans den Schriften der lautern Brüder übersezt von Dr. F. Dicterici Berlin 1861. 8. Besprochen von Leopold Dilteü. Eine alte Poetische Hyperbel — Hesiod ist ihr Vater, ') sagt von einem schnellfüßigen Läufer, daß er über die Spitzen von Ähren gelaufen sei, ohne daß sich dieselben unter seinen Füssen beugten. Wie dieser Läufer — trotz dem daß die Hyperbel ein bischen stark ist — Wollen wir über dieses — höchst interessante — Buch hinweg eilen, nur allgemein das Allgemeine berührend, ohne ans Einzelnhciten — wenn sie noch so einladend für die Betrachtung wäre» — einzngehen. Das vorliegende Buch ist ein Theil des berühmten Werkes, welcheS die genannte Gesellschaft verfaßte. Es ist im 10-ten Jahrhunderte verfaßt. Es ist im Ganzen eine Art methodische Encyclopädie. Die eigentlichen Vrf. waren schon vor 6 Jahrh. in Dunkel gehüklt. Einen andern Theil dieses Werkes hat KalonymuS ins Hebräische übersetzt. Es ist dieser Theil unter den Namen Jggeret Baale-Chajjim bekannt. Ein Werk welches bekannter zu sein verdient, als es wirklich ist. Es taucht nicht so oft in Citaten ans. Josef Albo ף erwähnt dasselbe, und es ist eben so interessant als belehrend. Es wird zur Zeit von uns näher betrachtet werden. Der Deutsche Uebcrsctzer des vorliegenden BncheS bat sich sehr verdient gemacht durch diese Ucbersctzung. Daß derselbe kein Inhaltövcrzcichuiß dem Buche hinznsngte, ist übrigens bedauerlich. Noten hat der Uebersetzcr auch nicht hinzngcfügt. Es ist also für jeden Leser Raum gelassen, seine eignen dazu zu machen, und dieselben, wo e, es thnnlich findet, an Mann zu bringen. Auch wir wollen zur Zeit unfern Beitrag dazu licferu. Es mag hier gleich bemerkt werden, daß dieses Werk im Allgemeinen aristotelisch ist. Aristoteles saß damals schon auf dem Throne der Filosofie. Es enthält aber dennoch gar manches, welcheS nicht aristotelisch ist, und welches den! Werke crhöhcter literarischeu Werth giebt (vrgl. übrigens weiter unten). Das vorliegende Buch stehet in der Mitte zwischen AristoteleS und Jbn Sina. Letzterer würdevoll Sharastani als das Haupt der arab. Filososen betrachtet und dargestcllt. Die Betrachtung des eigentlichen Verhältnisses des vorliegenden Buches zu der Werken des Aristoteles, so wie dcö Jbn Sina zu dem vorliegenden Werke, wäre wohl einer näheren Betrachtung Werth. Sharastani ־'*) hat I b n Sina allein gewürdigt, ,äncn ansführlichcn Abriß seiner Filosofie zu geben und er wendet aus denselben das a rab i sch c Sprichwort an : ״Die ganze Beute ist in dem Leibe d e s wilden Esels׳" ') Beiläufig darf hier auch bemerkt werden, daß M a i »1 o 1 i d c ö/) obwohl er den Jbn Sina hochgestellt als Filosof, dennoch d?m Alfarabi den Vorzug gib!. Ob Algazali — einer der größten und nierkwürdigstei Filososen der Araber — in der Abtheilung טבעיות ';) von dem vorliegenden Buche überhaupt Gebrauch gemacht hat, und wenn drseS der Fall ist, in wie weit dieses geschehen ist, dieses zu nntcrsnchn wäre der Mühe ebenfalls wohl Werth. Die arabischen Filososen haben die Mctafisik (.הכמת האלהות) höher als die Naturwissenschaft (הכמת הטבעיות) gestellt. Jbn Sina ’) heißt crstere ״ הבמה עליונהhöher. Wissenschaft," letztere ״ הכמה תההונהdie nntergcordncte Wisscnhast." Algazali schließt sich ihn! an. Letztgenannter gib: ״ich solgende Wissenschaften als Thcile der הבמה הטבע (Natnrwi'enschast), nämlich, die Arznciknnde, die Amuletenknnde, die natürlich Magie und die Zauberkunst n. a. m. H) Daß GalennS, obwobl als Arzt so berühmt, als Natnrfilosof bei den Arabern nicht sehr hoch gehalten wurde, erfahren wir von Scheu! Tob Palgnera '■') welcher auch einige iiteressante Stellen über הבמה הטבע hat, worin unter andern auch geagt wird, daß Arznciwissenschaft der Naturkunde nahe stehet. “0 Für Naturwissenschaft harten die Juden kein b,stiwmtes Wort. Es ist für Natur selbst kein Wort in der hebr. Spreche vor- Händen. Als die arabische Filosofie ihren Einfluß auf die Juden auszuüben ansing. wurde nach dem Arabischen der Ausdruck הבמ!הטבע allgemein üblich. M a imonidcs hielt dafür, daß dieser Asdruck identisch sei mit מעשה בראשית , ein Ausdruck, der sich beüts in der Mischnah (Cbagigah) sinvet. Die eigentliche Bedentnz die-