Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 20 (16.5.1862)
- Date
- 1862-05-16
- Page
- Seite 175 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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175 teilt: die letzten 2 Jahrgänge bilden die eigentliche LehrerbildungSa 1! st a l t. 4. Da die Planirnng dieser Anstalten die umsichtigsten und unigehendsten Erwägungen erfordert; so möge die löbl. Eonferenz hiezu ein Comitü von!> Personen erwählen und demselben zugleich anstragen, nicht nur das Nöthige zur Einholung der allgemeinen Billigung des bis zur bestimmten Frist auSznarbeitenden und zu veröffentlichenden Planes zu veranlassen, sondern auch in materieller Beziehung ersehöpfende Vorschläge zn mache», Behufs Sicherung der rhemöglichsteu Realisirung des zu genehmigenden Planes. Dieser Vorschlag wird mit Hrn I. Weinberger'S Abänderung angenommen, das, nämüch ״die drei Punkte, welche einige Grundrisse des auSziiarbeilenden Planes enthalten, ganz weggelassen und auch die Feststellung der Grnndprinzivien dem im Sinne des Vorschlages zn wählenden Komitö Vorbehalten werden." — Diese Partie der Konferenz ries die hesiigsten Debatten hervor, an denen sich auch Hr. Bork, als Jude und Ungar vortheilhaft bekannt, mit Begeislernng beibetligte. Der Umstand, daß er in seinem motivirle» Tadel gegen die gegenwärtigen Präparandenlehrer zn weit ging, zog ihm seitens des Präsidenten protolvllarisch eine Rüge zn. Z»m Schtnß dieser Sitzung wird ans Antrag des Hrn. Lehrers Grünwald ans Debreczin behni'S der Ermittlung des StimmenresnliateS für des im Sinne des 4. Punktes zn wählende Komilä folgendes Skrutin-Komitü unter dem Präsidium deS Hrn Mor. Mezei, V.zepiäsideuten, euiaunt: Buier, M. L., Großmann 2. Schrisisührer; Betielheim M., Eppstein F., Grnnwald L., Ehrenseld, Roth Rabl׳., st.'oienmayer 2- und Weitberger Jnl. (Fortsetzung folgt.) $ i (l 0 r i T flj e 3t 01 i 5 c!1. Von Dr. G. W 0 l s. II. )n einer Besprechung meiner Geschichte der hiesigen isr. CnltnSgemende (B. CH. 4, 643) äußerten Sie den Wunsch, eine biografiische Skizze des ehemaligen Zensors Lob Harzfeld zn erhalten, welcher an der lies, gotteöd. Reform in den zwanziger Fahren milgearbeitet haben sol. In Folge dessen habe ich bei Personen ans jener Zeit, die jetzt toch am Leben sind, Erknndignngen eingeholt; niemand konnte mir jedo) AnSknnfl über die Wirksamkeit Lob Harzfeldö in dieser Beziehnng eben, n. in den Akten war nichts zn finden. Zu der Biografie Dentsehinnn'S (B. CH. d. I. Nro 12) fand ich nenerdiugS diesen Namen, unl ich ergreife diese Gelegenheit, um Ihnen folgendes mitzutheilen. — Sie isr. Gemeinde zn Triesch in Mähren nahm den Zsraeliten Markus Laruch aus Horschitz in Böhmen in den Gemeindeverband aus, wa gegen das Gesetz war. Markus Bachrach aus Triesch deuunzirle riefen Vorgang bei den Behörden, die Triescher Gemeinde wurde aifgesordert, sich zu rechtfertigen und es drohete derselben ein hartes ״ld strenges Verfahren. Markus Vachrach wurde nun als Denunzrnit von den Gemeindemitgliedern gemieden, und war die Slimmuns gegen ihn, wie man sich denken kann, nicht sehr freundlich. Er reicht, daher bei Kaiser Franz ein Gesuch ein, worin er sagt, daß sein Lebcnbedrohet sei, da er für einen Denunzianten gehalten wird und das jnische Gesetzbuch Choschen hamischpat §. 388 einen Denunzianten für voelfrei erklärt. Der Referent, Hofrath von Geisslern, bemerkt zu dieser Ein* gäbe, daß er a» der Eristenz dieses Gesetzes zweifle, und daß dasselbe, Falls es vorhanden wäre, nicht beachtet werde, weil sonst schon längst keine Inden vorhanden wären, da eö so viele Denunzianten unter ihnen gibt." (Mögen manche Herren Notiz von dieser Bemerkung nehmen.) Kaiser Franz jedoch nahm die Sache sehr ernst und er reskribitte 7. Jänner 803, man!olle sieh mit gehöriger Behutsamkeit crknndigen. ob ein solches Gesetzbuch Choschen Mischpat bestehe, ob der §. 388 mit dem angegebenen .Zuballe vorhanden sei, und ob die Juden sich darnach richten. Sollte der 2»balt wirklieh so sei», wie der Bittleger angibt, so müßte das Gesetzbuch Choschen Mischpat vernichtet Die Angelegenl'eit wurde hieraus an das mährische Guberuiilin geschickt, um Erknntignng einznholen. Am (!). Feber 1808 erstattet das Gnberuiuui Bericht, es habe besonders vorsichtig den Znden Hünigsberg um de» 2»halt;eneS ZZ. gefragt, derselbe antwortete jedoch, er wisse wol den Fnball, tei aber n!>bt der Sprache genug mächtig, »in diele» Pastus zn überketzeu, (:valuu.heiulich wollte er nicht mit der Sprache herauSrücken). der Professor der ltebr. Sprache zu Olmütz er- Uärt lieh ganz außer Stande den Inhalt jenes Passus anzugeben. Das Giiberinum schlägt daher vor, mau sollte den berühuOen Pros. Jahn an der Wiener Universität um den Zubalt fragen; dieser bemerkte, er ver>tehr wol das biblische hebräisch, daS Buch Ebosch.ui Hamischpat sei jedoch im ralmudtschen hebräisch abgefaßi »ud das verstünde er nicht. Nacbdem all diese Versuche mißlangen, wendete man sich an den Censor Löb Harzseld und dieser ertbeilte sein Gtliachten am st. Mai 1808; darin heißt es: ״Es giebt gar seine edle echt patriotische Hanclnug, die der Menschheit Ehre macht, die der Jude ansgeübt zn haben sich nicht rühmen durfte. Ueberhailpt unterscheide sich der Jude von seinen übrigen Mitbürgern nur in äußerlich Sittlichem, im Moralischen hingegen steht er jeder andern Nation nur sehr wenig nach! (Daß der Jude gar nicht nachstehe, schien wol dem Verfasser eine zn kühne Behauplnng z>l sein.) Er ge!,t dann ans die Sache ein und weist vor Allem »ach, daß es sich nicht um politische Angelegenheiten handelt, das jüdische Gesetz wache strenge darüber, daß die Landesgesetze gehalten werden. So heißt eö im CH. M. 8. 360, 6: ״Wer die Fnicht ergreift, nm dadurch d. königl. Zoll und Mautgeld zil ersparen, der Übertritt das Gesetz, du sollst nicht rauben," und zn dem §. 388 , 2. zu Ende bemerkteil Fall כיצר־ bemerkt Liste Koben ausdrücklich בענין שאין בי דינא דמלכותא; die drakonische Strenge gegen Denunziante», welche ihre Glaubensbrüdrr verlämuden. ihr schweres Geschick noch unerträglicher machen, lind die Behörden uuuöthiger Weise behelligen, sei stets Theorie geblieben und nie praktisch auSgesührt worden, selbst zur Zeit als noch eine jüdische Zurisdiktion vorhandeil war. Hierauf wurde die Sache fallen gelassen. Korrespondenz. K. Pest, 11. Mai. Ich kann nicht umhin, Zhnen nachstchendeS ämtliches Schreiben deö Vorstandes der Altofner Gemeinde initzutheilen. Zur Jllnstratiou desselben erwähne ich u»r, daß der sel. Notär Fischer der Altofner Gemeinde durch 14 Jahre mit ninsterhasler Treue und Redlichkeit gedient, und wie wegen seines biedern CharakterS, so auch wegen seiner mannigfachen Kenulnisse und seiner hervorragenden Bildung allgemein geachtet war. Er hinierließ eine Wittwe,