Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 19 (9.5.1862)
- Date
- 1862-05-09
- Page
- Seite 167 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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167 die geneigten Leser des ״B. CH." auf daS, was mir hier wahr scheint, aufmerksam zu machen. ZteKetsichlliche Datstelliunj bet l־(en ittiljalisch-jüdischen Lnubez-Lehtet-Uoitfeteiiz in Pest. Mitgethcilt von L. M. B a u e r. (Fortsetzung.) K. 8. Neu anznstellcndc Lehrer müssen der ungarischen und dentschen Sprache, und insoweit sie Religion oder Bibel lehren, auch der hebräischen Sprache vollkoiiimcn mächtig sein." — Das von Hrn. Nabb. Vcttclhciin biefür formnlirie Llinendement: ״Daß jeder Lehrer hebräisch wissen inüssc, und anbei nur entweder der deutschen oder nngarischen, oder bcivcr Sprachen kundig sein solle," wurde verworfen und der bezogene 8- »»verändert angenommen. 8- 9. ״DaS Zcugiiiß der einen israelilischen Volksschule hat in allen andereil Giltigkeit" hat die Konferenz ohne Debatte unverändert angenonunen. 8- 10. ״Die ErhaltnngSkosten der Gemeindeschule deckt die Gemeinte, hingegen fallen alle Nevcnüen der Schule ihr zu" erfreuet sich derselben akkianiationeslen Annahme, wie §- 9. 8-11• ״Die Gemeinde überwacht die Schule durch ein Schulkomitc; , dem ein stimmberechtigter Lehrer bcigegcben werden muß."— Nachdem das Amendement deö Hrn. Florian Eppstein, GemeindcvcrtreterS ans Naab: ״Daß der Lehrer nur bei Behandlung der die innere Organisation der Schule betreffenden Fragen Sitz und Stimme in der Schnlkommissson habe" — so wie das Amendement dcü Hrn. Jakob Kern, Präses der KultnS-Scktion in Pest: ״Daß dem Lehrer nur ein votnrn inlbrmativnm cingeränmt werde—verworfen wurde, erfreute sich die Fassung deö Entwurfes der einstimmigen Annahme Seitens der Konferenz. 8- 12. ״Die Wahl der L.hrcr wird im Sinne dieses Statutes durch die Gemeinde, gemäß jener Bestimmungen, die in ihrem eigenen Gcmeindcstalnt hierauf bezüglich sind, getroffen" ruft keine Debatte hervor und wird in der Fassung des Entwurfes äugen ommcn. Ebenso: §. 13. ״Jedes Mitglied des Schnlkomitü'ö muß wöchentlich einmal die Schule besuche» und dem Eomitü Bericht abstattcn. Seine Bemänglung darf es in der Schule nicht laut werden lassen." 8- 14. ״Klagen der einzelnen Gemeindeglieder gegen die Schule müssen vor das Schnlkomitü gebracht werden" wird zwar in der Originalfassnng anerkannt׳, jedoch wird zufolge deö Antrages des Hrn OberrabbincrS Dr. Hirschfcld ans Fünfkirche» zwischen dem 14. und 15. 8• folgender Passus eingeschaltet: ״Die Berichte des Lehrkörpers haben via Gemeinde-Vorstände zu gehen; die Gemeindevorstände dürfen solche Berichte nicht znrückhalten, können aber gerechte Bemerkungen dazu machen." §. 15. ״Jede zwischen dem Lehrer und der Gemeinde cntstandene Streilfrage hat. iusolange keine allgemeine Landesrepräscntanz ins Leben gerufen ist, vor ein durch Wahl bczeichueteS Schiedsgericht gebracht zu werden." — DaS Amendement des Hrn F. Eppstein ans Beisügnng des Zusatzes: ״Und eine isr. Landcsschnlbehörde, was als dringcndcS Bedürsniß erkannt wird" — ferner ras Amenrement des Hrn M. Mezei: ״Jedenfalls aber haben die Gemeinde und der Lehrer schon im AnfnahmSverlrage das Schiedsgericht cinvcrständlich zu bestimmen" — wurden angenommen, lind so ist die Annahme des 8in der Fassnng des Entwurfes mit obigem Zusätze und obiger Abänderung beschloffen worden. 8- 16. ״Dem Ausspruch des Schiedsgerichtes unterwerfen )ich beide Parteien mit Verzichtleisinng auf jede Appellation an die weltliche Behörde" erfreuet sich der Annahme in der Fassung des Entwurfes. Hierauf unterbricht ex abrupto ein Mendl- Bettelhcimischer ״Dringlichkeitsantrag," mit 19 Unterschriften versehen, die Spezialdebatte über das Schnlstatnt. Dieser Antrag enthält wesentlich Folgendes: ״Da die nanientlich kleineren Gcmcindcn ihre Lehrrr nicht genügeud besolden wollen oder können, wonach es denselben »»möglich wird, einige Ersparnisse für die Zukunft zu erzielen; da in keiner Gemeinde*) dafür vorgcsorgl ist, daß der Lehrer über seine Subsistenz im Alter, oder nach dessen Ableben die Seinen beruhigt sein konnten, so wird die Frage: ״wie solchem trostlosen Zustande vorznb engen sei" der ersten, so wie den künfligen Konsercnzen als Hauptfrage cmpfohlen. Als Mittel zur Erreichung einer materiellen Besserstellung der Lehrer empfiehlt der Antrag: l. An die Gcrcchtigkcitsliebe und an das jüdische Herz nnsercr Brüder zu appelliren. 2. Die Konferenz möge auSsprechen, daß von Nahrnngssorgen geknickte Lehrer beim besten Willen nichts zu leisten vermögen. 3. Nachdem die bürgerliche Gleichbcrcchtignng der Israeliten in Bälde zu erwarten ist, so können wir hoffen, daß der Staar, wie bei nndercu Konfessionen, zur Erhaltung unserer Mnstcrschulen und Präparandie beitragen werde; — deswegen wird es für rathsam erachtet, dahin zu wirken, daß die Interessen des ling. Schttlfondcs zur Besserstellung der Lehrkörper i» kleineren, ärmercn Gemeinden verwendet werden." — Der Verlesung dieser Motion folgte die Konferenz mit gespannter Aufmerksamkeit; da jedoch das Dunkel der Nacht bereits herein gebrochen war, so wurde damit die zweite Sitzung geschlossen. Dritte Sitzung. Diese begann am 28. Vormittags 9 Uhr und währte bis 1 Mittags. Präses Dr. Jos. Rdzsai. Der Präsident fragt die Konfcrcnz, ob die Protokolle der ersten zwei Sitzungen jetzt oder am Schlnße aller Verbandlungen verlesen werden solle». Einige, mit dem diesfälligen parlamentarischen Gebrauche nicht vertrant, waren gegen die Vorlesung. Erst nachdem der Ehrenpräsident Dr. Mciscl dieselben dazu kapazitirt hatte, welche Vorthcile die Anhörung der Protokollverlcsnng für den Gang der ferneren Debatten gewährt, fordert der Präsident den Schriftführer L. M. Bauer auf, die von diesem abgcsaßten Protokolle der Aersammlnug vorznlesen. Die Frage des Präsidenten: ״Ob die Konferenz die Glaubwürdigkeit dieser Protokolle anerkenne" beantworteke dieselbe mit einem einstimmigen ״Ja;" nur Hr. Nabb. Bettelheim machte dagegen Einwendung, daß ich aus einem feiner übereilten Amendements daS zur Sache fast gar nicht gehörende Wort: ״beider" weggelaffen, welches Wort ich aber sogleich in der betreffende Stelle des Protokolls vor seinen Augen cinschaltete. Auch Hr. Lehrer Herzog aus St. Peter (im Weißenbnrger Komitat) that dagegen Einsprache, weil ich seinem, dem Jdeeugange nach etwas bizarren, in stilistischer Beziehung höchst unergnicklich gehaltene», und deswegen von der Konfcrenz gar nicht berücksichtigten Anträge die Aufnahme im Protokoll verweigerte. Nun sollten die noch rückständigen, fast wichtigsten 3 8- (10, 17 und 18) deö Schulstatutes zur Berhandlnng kommen; aber in ganz eigciitliümlichcr Weise, im Widerspruche mit der von der Konserenz als Richtschnur angniommenen Äeschäfcsordunng. wie pur 63camot;1g־e wird der zur Langeweile der Versammlung bereits vielfach besprochene 7. 8 wieder in den Vordergrund gedrängt. Hr. Dr. Hirtchfeld und Nabb. Roth ans Siklöa meinen: ״Es möge den Lotalrabbincrn anheimgestellt bleiben, Die Befähigung deö Lehrers im Hebräi- ') Wohl aber in der Pester. Anm. d. Berichterstatters.