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Ben Chananja · 1862-05-09 · 19 (9.5.1862) · p. Seite 166

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Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
19 (9.5.1862)
Date
1862-05-09
Page
Seite 166 (sequence 4)
Language
German
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166 Punkte enthalten und dennoch!nacht man den Juden den Vorwurf, das; sie sich nichts Nationales angeeignet haben! Leber 8M«zäer unfi ,Karner. Non H. M. P i n c l e s in Galatz. H. Rabb. M. Fein rügte im ״B. CH." v. I. S. 442 den Widerspruch in dem maimvnidischen Mischna Konimentare (Ehulin 1.) und dessen Jad, (Schechita 4. 16), betreffend die Sadduzäer und Karäer, worauf ich bereits früber hingewiesen (Hamagid v. I. Seite 70, 205, 279, 326 und d. I. Seite 6). Wa6 H. Fein aus Mischna und Talmud (Ioma 18. 19 b.) zu beweisen sucht, das; nämlich diese Stellen Maim. bestimmten, seine frühere Behauptung im Misch. Komm, als irrig aufzugeben, kann wol vom pilpulistischen Standpunkte aus als glänzend, nicht aber vom kritischen als wahr bezeichnet werden, da die besagte Mischna, die Maim. selbst kommentirte, ihm, als er seinen Misch. Komm, zu Chulin schrieb, unmöglich entgangen sein konnte; und dies um so weniger als die minutiöse Skrupttlosität שלא יתקן מבחו? וימים מבמנים gar keinen Vergleich aushält, ja in Nichts verschwindet gegen den, daS Innere aller religiösen Gemüther tief erschütternden Argwohn, daß der versöhnende hohe Priester, der heiligste Vermittler zwischen Israel und seinem Gotte, ein TradilionSleugner, ein Sadduzäer, folglich ein Ketzer sei, dessen Verfolgnng nach Maim'S Behauptung im Misch. Komm, als verdienstlich galt. Einer solchen irrigen Ansicht kann Maim. nicht geziehen werden; liest man aber sein Gutachten, (s. w. «.), mit Aufmerksamkeit, so findet man leicht den Schlüssel zur Lösung des gerügten Widerspruches. Während nämlich die Sadduzäer zur Zeit deS zweiten Tempels sehr friedlieh mit den Pharisäern lebten, sich sehr oft mit ihnen verschwägerten und selbst in ihrer Polemik gegen einander sich nie eines erbitterten Ausdrucks bedienten, wie dieö ans Meg. Taanith erhellet, weswegen die bloße Beeidung hinreichte, den Verdacht des SadduzäiSmllö zu beseitigen, traten die Karäer in Spanien und Maghreb al Aksa (Fetz und Marokko) in die Fußtapfen ihres Vorgänger deö 8-ten und 9-ten Jahrhunderts, die Propagandisten im eigentlichen Sinne deS Wortes waren, wie H. Pinöker Likute Kadmouiot S. 15. n. f. von deren Missionen weitläufig berichtet. Auch sie suchten auf alle erdenkliche Weise ihrer Lehre unter den Rabbaniten Verbreitung zu verschaffen, schmäheten und lästerten die ה כ מי המשנה ותלמודי , drückten sich gegen dieselben in den verächtlichsten und den beleidigendsten Worten aus, würdigten alle traditionellen Bräuche und Ausichten herab, um die Rabbaniten zum Abfall von der Tradition und zu der Annahme deS Karäismus zu verleiten, waS ihnen auch hie und da gelungen zu sein scheint. Diefes Treiben nun erbitterte die Rabbaniten so sehr, daß die Vorsteher und Rabbinen ihrer Gemeinden zu dem bedauerlichfteu Mittel greisen mußten, die Karäer als מינים ממידי מ ומדיחים zu erkommnuiziren, uud mit der Schonungslosigfeit eines religiösen Krieges zu verfolgen (Vgl. Grätz Gesch. d. Inden VI. 96. 189. — Luzatto Beth Ha-Ozar Menachem den Sruk überschrieben. — Pinöker das.). In diesem Sinne behandelte sie Maimonideö noch in den Jahren 1158—1165, als er seinen Mischna Komm, in Spanien verfasste, wie anS Chulin 1. klar hervorgcht. Als er hingegen später in Ägypten die Karäer von einer schöner» Seite kennen lernte, wo sie sich einer Polemik gegen die Rabbinen, so wie gegen die Autoritäten d. Mischna und Gemara enthielten uud mit ihren rabb. Brüdern verträglich und friedlich lebten, (Vrgl. Grätz. Gesch. S. 287.?601׳101)110 ׳ Nro 71 wo Maim. befragt wurde, ob die Karäer לקדושה ולזמון milzählen dürfen), da schrieb er das oben zitirte Gutachten, welches in dessen Briessammlung Edition Brünn fol. 49 abgedruckt ist, und worin er sich sehr schonend über die Karäer ansspricht. Daher behandelte er sie auch in seinem Jad. CH., den er um 1180 vollendete, folgerichtig nach talm. Grundsätzen: להזמינכם תכל מ8יזת שהחזיקו בה , ganz so wie die Talmudisten die Samaritaner vor der Ausschließung derselben behandelten, woraus klar hervorgeht, daß die Karäer der späteren Jahrhunderte bis auf unsere Zeit, die die Propaganda längst aufgegeben, und selbst in ihrer Polemik gegen die Rabbaniten nichts Neues produzieren, sondern bloß die stereotypen Phrasen ihrer früheren Gelehrten, natürlich mit dem Tadel unserer Autoritäten, wiederholen, keineswegs den מינים ומדיחים beizuzählen, sondern wie d. Kuthäer vor der Ausschließung derselben zu behandeln sind. — Auffallend bleibt es immer, daß während die Baraitha, so wie Abaje und Naba die Schechita deS Kntäers in Gegenwart eines Gläubigen, oder in Ermanglung desselben durch die Probe, daß man den Kuthäer von dem Geschlachteten essen läßt, als giltig erklären, und zwar nach der Entscheidung R. Simon b. Gamaliel's, daß d. Kuthäer in Ansehung der bei ihnen üblichen, wenn auch im schriftl. Gesetze nicht vorkommenden religiösen Vorschriften vollen Glauben verdienen, dennoch Maim. (שהימה 2. 16) die Nothwendigkeit der Gegenwart eines Gläubigen damit motivirt, daß ihnen selbst nicht zu trauen sei, da sie an der traditionellen Lehre der Schechita nicht glauben, woraus hervorzngehen scheint, daß die Probe unstatthaft ist. (Vgl. ל"חמ zur St. פר״ח I. 2) wie S. den Aderet hier auch wirklich gegen N. Simon entscheidet. In Erwägung aber, daß die Schechita bei den Karäern noch strenger, als bei den Rabbaniten in allen traditivuelleu Satzungen derselben gehaudhabt wird, waS auch Maim. hinlänglich bekannt sein mußte, (wodurch 42. 1' 25 תב״ש. II. שמ״ח wiederlegt wird) und daß der sonst als erakt bewährte Compilator R. Jakob in Tur. I. D. 2. der Meinung b. Aderets die des Maim. gegenüber stellt, nach welcher bie oben erwähnte Probe zureichend ist, (Vgl. I. D. 2. 22. n. d. Glossatoren das.), so bin ich geneigt, anzunehmen, daß dem Tur eine von unfern Jad Ehasaka Editionen abweichende Variante Vorgelegen sei, worüber das in Orford befindliche Jad Ehasaka Eremplar, dessen Korrektheit Maim. eigenhändig bestätigt hat, zu vergleichen wäre. Endlich ist eö wahrscheinlich, daß, da im Talmud keine Differenz zwischen den Sadduzäern und den Farisäern in Betreff der Scbechita vorkömmt, die Schechita eines Sadduzäers ohne allen Anstand selbst von den Farisäern anerkannt wurde. Schließlich versichere ich Hr. Rabb. M. Fein meiner Hochachtung und Freundschaft. Ich bin weil entfernt, dessen gründlicher Gelehrsamkeit nabe zu treten; ick) wollte bloß

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