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Ben Chananja · 1862-05-02 · 18 (2.5.1862) · p. Seite 160

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Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
18 (2.5.1862)
Date
1862-05-02
Page
Seite 160 (sequence 6)
Language
German
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160 8- 0, ״In zwciklafsiigen Volksschulen, deren Schülerzahl nicht über 50 ist, braucht nur Ein Lehrer in Verwendung zn sein. In mehrklassigcn, oder wo über 50 Schüler sind, müssen so viel Lehrer allgestellt sein, als die Schule Klassen hat." — Daö von Hrn. A. Lederer zu. diesem 8 empfohlene Amendement ans Erhöhung der Schülerzahl von 50 auf 60 wird verworfen; desgleichen das Amendement des Hrn. Rabb. Vettelhcim dahin lautend: ״Kleinere Gemeinden, welche der erforderlichen Mittel entbehren, brauchen bloß Einen Lehrer anzustellen; sonst aber sollen 2-klassige Schulen 2 Lehrer haben." Hierauf wird 8- 6 nach der Fassung des Entwurfes angenommen. 8- 7. ״In öffentlichen Schulen dürfen nur geprüfte Lehrer angestellt sein." — Für diesen 8• stellt Hr. Jsak Rosciimayer folgendes Amendement: Lehrer res hebräischen Sprachfaches dürfen auch, wenn nicht mit Präparandicnzcngniffen versehen, provisorisch angestellt werden; müssen sich jedoch nach Verlaus eines Jahres mit einem LehrerbkfähigungSzcngnisse anöweiscn." Nachdem dieses, so wie die von den Hrn. Dr. Lcmbcrger, Rabb. Roth, Dr. Schwab, I. Weinbergcr, H. Deutsch vorgcschlagcncn Amendements verworfen wurden, ist 8- 7 in der Fassung des Entwurfes angenommen worden. (Fortsetzung folgt.) Korrespondenz. Ausland, a. Paris, 22. Apr. Die Sitzung der Alliance universelle, welche am lO. t>. M. abgchaltcn wurde, cröffncte Hr. Königswarter, der Präses des leitenden Konutüs, mit einer fulminanten Rede. Frankreich, sagt der Redner unter Anderm, war es Vorbehalten, in der Lvsuug der großen Frage der Gewissensfreiheit, in der Gleichstellung der Eulte die Initiative zn ergreifen, Frankreich war es, das zuerst die Scheidewand zwischen den Brüdern nicderriß, seinem Beispiele sind nach und nach die andern Völker gefolgt. Es kommt der Tag, ruft der Redner aus, an dem endlich wahre Bruderliebe alle Herzen durchdringen wird, alle Menschen anstatt einander zn hassen, zn verfolgen zu verleumden sich gegenseitig lieben und achten werden. Diesen glücklichsten Zustand oeö Menschengeschlechtes um so eher hcrbeisührcn zu helfen, betrachte die All. isr. als ihre Aufgabe und sie werde daher auch jederzeit gegen Alles, wodurch das große Prinzip der Gewissensfrciheit gefährdet erscheint ihre Stimme erheben. Hervorragende Stalsmänner, geistvolle Theologen, große Denker und Geschichtsschreiber stehen heute schon nicht mehr an, die große Mission Israels, die bedeutenden Vorzüge der alten jüdischen Nation anzncrkennen. Einer der erleuchtetsten Geschichtsschreiber, dessen Genie das eines Taeituö erreicht nnd dessen Beredsamkeit der eines Eicero nicht nachstehet, äußerte bei Gelegenheit, als er über die Emanzipation der Juden zu sprechen kam, Folgendes: Frankreich hat den Rest jener Nation frei gemacht nnd erhoben, die klein ist in dem großen Nanni über den sie zerstreut ist, die aber in der Geschichte eine so bedeutende Rolle spielt, die seit vielen Jahrhunderten zerstreut unter allen Völkern, der Unterdrückung und Zerstörung Trotz bietet, und das nur durch die unbesiegbare Hoffnungen, die in dieser Nation wohnen." Das Judenthum, fuhr d. Redner fort, betrachte anerkannter Maßen den KatholiziSmuS, den Protestantismus und den Islam als Zweige eesjenigen heiligen Baumes dessen ewig lebensfrische Wurzel es ist, und die es mit seinem eigenen Safte, seinen erhabenen Lehren genährt hat nnd sieht deshalb die Bekenner jener Religionen als seine Brüder an." DaS, lvodurch sich das Judcnlbnm vor allen andern positiven Religionen unterscheidet ist, daß es seinen Bekenner« nichts zu glauben aufdringt, wobei nicht Verstand und Herz zu Rathe gezogen werden könnten. Die Einheit eines Gottes und die Einheit der ganzen Menschenfamilien sind seine hervorragendsten Dogmen, aus denen seine wichtigsten Pflichten gegen Gott und Menschen hcrvorgehen. Y BreSlail. Wahrscheinlich haben Sie die von dem Berliner Gcmcindcvorstanre hcransgegebene antografe Gutachten-Sammlung über die Orgclfragc von L. iu Leipzig erhalten. *) Die Freunde ihres Blattes wünschen eine ausführliche Besprechung derselben. Inland. ,־>’ Wien, 24. April. Im Gcmcindcrathc von 23. d. M. stellten die Gemeinderäthe Nikola und Klemm folgenden Antrag: ״Die chrisikatholische feierliche Cercmonie am Eharsamstage bcginnt damit, daß außerhalb der Kirche ein Feuer angemacht wird, in welchem nach uraltem Gebrauche die Ucbcrrcstc des alten heil. Ehrisams und OeleS verbrannt werden. Der Priester betet dabei: ״Gott wolle uns erleuchte», unsere Herzen von bösen Neigungen läutern und uns mit hinimlischcn Begierden entzünden." Die Unwissendsten aus dem Volke hingegen deuten sich diese kirchliche Ecrcmouic anders und rnseu sich vergnügt zu: ״Der Jud' wird verbrennt!" Durch diese falsche und gcmüthsrohe Deutung wird iu alljährlicher Wiederholung ein ansehnlicher Theil unserer Mitbürgerschaft cmpsindlich gekränkt, wahrhaft christliche Gemüthcr werden verletzt, und die Gebildeten aller Konsessivnen werden beleidiget. Unwissende und Pöbel hatte die Welt zn allen Zeiten und in allen Gcsellschaftsschichten auszuwciscn. Mit dieser schmerzlichen Ersabrung müßten und würden wir uns (obgleich mit Bedauern!) auch in diesem Falle bescheiden, wenn nicht einpörendcrwcisc die zarte Jugcnd das stärkste Kontingent zu den erwähnten schadenfreudigen Nichtswissenden alljährlich liefern würde. In Erwägung, daß auch dieser Theil der Jugend die Schulen besuch! haben muß, und dennoch die Absichten der heiligen Kirche — mindestens der Eharsamstag-Ecrcmonie gänzlich verkennt, stellen die Gefertigten den Antrag, der löbliche Gemcinderath wolle beschließen: Dem hohen erzbischöflicheu Consistorio sei diese vielfach gemachte bcdanerliche Wahrnchnillttg zur Kcnntuiß zu bringen, und dasselbe hohe Konsistorium werde linter Einem gebeten, dahin zu wirken, daß in der Volksschule die wahre Bedeutung der von Sr. Majestät dem Kaiser allerhöchst befohlenen Gleichberechtigung aller Konfessionell in der, dem allerhöchsten Willen entsprechenden, richtigen Weise erklärt werde. Ihre Schuli'ektion dürfte mit der Verfassung dieser Eingabe zn betrauen sein." 8 Wien, 28. April. Wie ich höre, bildet sich hier ein Verein, der sich die Aufgabe stellt, jüd. theologische Wissenschaft zu fördern und hilfsbedürftige RabbiiiatSeandidaten zu unterstützen. Die Mitglieder dieses Vereines ncillien sich rabbinische Jünger. Es sind bereits bei dem hiesigen Geulcindc-Vorstande die nöthigen Schritte gemacht, und bei der auerkaunten Großherzigkeit desselben ist gar nicht zu zweifeln, daß dieser im Interesse jüdischer Wissenschaft zu gründende Verein die ihm gebührende Unterstützung durch denselben finden wird. Hiesige politische Blätter melden folgendes über den Aufenthalt des Prinzen Wales in Hebron: Der Prinz und sein Gefolge sind seit säst 700 Jahren, die erstell Christen, denen vcrstaltct worden ist, Abraham'ö Gruft in der Höhle Machpelah zu besuchen. Dr. Stanley *) Leider ist lies nicht der Fall; wir bitten einen unserer Freunde in Deutschland, uns riese Gutachten unfrankirt zusenden zu wollen. Red.

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