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Ben Chananja · 1862-05-02 · 18 (2.5.1862) · p. Seite 158

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Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
18 (2.5.1862)
Date
1862-05-02
Page
Seite 158 (sequence 4)
Language
German
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158 בפועל והוא כל ר־בר בכה (Kusari V, 12). Ebenso sagt Gebirol: היסור רוכזה להעהה (Mekor Chajim V, 32). Auch Levi ben Gerson, aus den wir im Verlaufe gegenwärtiger Abhandlung ausführlicher znrückkommen werden, in jener merkwürdigen Stelle, die sich offen gegen die Schöpfung aus Nichts auöspricht, 4) nennt die Materia prima, aus der die Welt hervorging, ein Nichtseiendeö. AnS demselben Grunde nennt auch Josef Aldo den hylischeu Verstand des Menschen ein Mn—tm.s (S. Jkkar. 111, 2, über den Vers והחכמה מאין תמ1יא). Setzen wir nun, sagt demnach Bachja, das; die Ur- Materie, die selbst wahrend ihres Bestehens noch immer ein אפס ist, durch sich ■ selbst entstanden sei, dann wäre diese vor ihrem Entstehen ein אפס (אופס gewesen. Diese Betrachtung leitet uns unwillkürlich zu einem der merkwürdigsten, begabtesten und fruchtbarsten Geister jener größenreicben Zeit — zu A b r a h a m b e n M e i r Ibn-Esra hinüber, obschon eine streng chronologische Ordnung ihn weiter hinabgerückt hätte. Ibn ESra, der Fahnenträger einer nüchternen, lichtvollen, grammatischen und wissenschaftlichen Auffassung der Bibel, nimmt zugleich einen hervorragenden Rang unter den jüdischen Neligivnssilososen jenes Jahrhunderts ein. Wohl hat er kein einziges speziell filosofisches Werk hiuterlassen — es wäre denn, das; wir die Schrift Jesod Mora dahin zählen wollten, die aber gerade zu seinen schwächsten Arbeiten gehört irud derart das Gepräge der äußersten Flüchtigkeit und Zerfahrenheit an sich trägt, das; darin nichts weniger als ein zusammenhängendes und planvolles Gebäude der ReligionSfilososie zur Attschauuttg gelangt. — Aber alle seine eregeli!chen Schristen sind derart von filososischen Gedanken durchwirkt, daß es einer tüchtigen Hand gelingen könnte, ein vollständiges Lehrgebäude daraus zusammeuzufügen, uinsomehr, da der geniale Krochmal zu einem solchen Bauwerk bereits die Grundsteine gesammelt hat. Nun, auch Ibn-Esra erklärte nur die nrit der Form verbundene Substanz als ein Seiendes (יש), die von der Form getrennte Substanz als ein Non-ens (בלימה). Al-!es Seiende daher, sei dies Körper, oder sei eS Geist, bildet, zusammengesetzt aus Stoff und Form, eine Zweiheit, während nur Gott die einzige Einheit ift.a) ES sind mithin drei Arten von Wesen zu tlnterscheiden. a. Der absolute Geist oder Gott, mit nichts außer ihm zu vergleichen, die einzige Einheit, b. Alles Seiende, zusammengesetzt ans Stoff und Form. Endlich 6. Das Nichts — die Materien, abstrahirt von der sie zu einem bestimmten Sein auöprägenden Form. Doch nach dieser Theorie fragt es sich: Was bedeutet in der Filosofie des Ibn Esra die Schöpfung aus Nichts? Ist das ״Nichts" hier in dem absoluten Sinne zu fassen, so daß von dem Akte der Weltschöpfung nicht einmal jenes relative Nichts vorhanden war — oder bedeutet die Schopfung aus Nichts blos die Bekleidung der formlosen aber ewigen und nnerschaffenen Urmaterie mit den sie zu bestimmtem Sein auöprägenden Formen?—Wir haben bereits früher davon gesprochen, daß Ibn-Esra (Genes. 1, l) der Ansicht Jener, die den hebr. Ausdruck בהא in der Schöpfungsgeschichte auf ein Schaffen auS Nichts beziehen, überhaupt entgegen ist. Ihn bestimmen da bloö etimologische, nicht silososische Gründe. Bestreitet doch auch Josef Albo (Jkkar. I., 12) die allgemein recipirte Bedeutung des Wortes ״banl," und dennoch behauptet dieser letztere ausdrücklich die Schöpfung aus Nichts. Andrerseits jedoch lassen sich auch von Ibn-Esra viele Stellen anführen, in denen die Schöpfung ans dem absoluten Nichts unzweideutig ausgesprochen ist. Zu der bekamtten Stelle (Pesach. 54 a): שבעה דברים נבראו קודם העולש, bemerkt er, daß der Ausdruck קורס hier nicht das zeitliche Vor bedeuten könne, ebensowenig als der Ausdruck בית המקרש in jener Stelle, in buchstäblichem Sinne ein Raum einnehmendes Object bedeuten dürfe — denn wären Zeit und Nauru vor der Schöpfung gewesen, dann wäre auch die Welt gewesen. ") Eine Stelle, die deutlich zeigt, das; Ibn-Esra sich keineswegs zu der sogenannten platonischeu Lehre von der Ewigkeit der Materie bekannt habe. Denn nach der Lehre des Plato war wol die Zeit ein mit der Welt zugleich Erschaffenes, י) doch der R a u m, identisch mit der Urmaterie, mußte als vorweltlich und ewig wie diese erklärt werden. s) Wenn ferner Ibn-Esra schreibt: ולא יעלה על לב איש שיהיה שם רבה נברא קורם העולם....וית׳ שמו, שברא יש לא מיש, ולא מרבר שקרם(" — so scheint der letztere Passus (ולא מרבה שקרם) keine bedeutungslose Wiederholung des früher» zu sein, sondern will besagen: Gott habe die Welt nicht nur aus keinem יש gebildet, sondern selbst jene erste Materie, —die doch nicht zur Kategorie des יש gezählt wird — sei vor der Schöpfung noch nicht vorhanden gewesen. Uebrigens lassen sich viele Parallelen zwischen der Filosofie deS Ibn-Esra und der deö Jbn-Gebirol Nachweisen. Wir haben dies hier bereits bei einem sehr wichtigen Punkte gesehen, indem auch jener alle Wesen außer Gott, selbst die unkörperlichen Geister, anö Stoff und Form bestehend sich dachte. — Wie bei Jbn-Gebirol so sehen wir ferner auch bei Ibn-Esra den göttlichen Willen (הפץ פשוט), alö Mittler zwischen Gott und Welt, eine bedeutsame Nolle spielen. '0) — Wie Gebirol so bekennt sich nun auch Ibn- Esra zur Annahme einer Schöpfung ans dem absoluten Nichts. Wir wollen bei dieser Gelegenheit noch auf eine Stelle in der lateinischen Uebersetzung des Mekor Ehajim

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