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Ben Chananja · 1862-05-02 · 18 (2.5.1862) · p. Seite 157

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Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
18 (2.5.1862)
Date
1862-05-02
Page
Seite 157 (sequence 3)
Language
German
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157 aufrichtige religiöse Gesinnung unerläßliche Bedingung sind. — Euere Ercellenz wollen mir übrigens auch berichten, ob gegenwärtig die Anstellung von Rabbinern in Ungarn von einer Genehmigung der Regierung abhängig ist, und ob vor der definitiven Regelung der jüdischen CultuS-Angelegenheiten etwa eine Verfügung zu treffen wäre, um die Anstellung ganz ungeeigneter Individuen hintanzuhalten. — Auch wollen nur Ew. Ercellenz allenfalls abgesondert gründliche Aufklärung über das in der Beilage erwähnte angeblich seit 6 Jahren zu Pesth bestehende Toleranz-Tar-Eomito I erstatten, welches angeblich seine Vollmachten überschritten haben soll, und um dessen Auflösung gebeten wird. Die Beilagen der oben erwähnten Eingabe Eurer Ercellenz an den Herrn Minister des Innern vom 26. Feber 1850 Z. 25,316 folgen mit dem Beifügen zurück, daß zwar die darin im Allgemeinen als wünschenöwerth angedeutete Verwendung der Erträgnisse deS zu bildenden israelitischen Schul- und Unterrichtöfondeö für Ungarn, theils zur Unte: stützung der Schulanstalten armer jüdischer Gemeinden, theils zur Gründung von Stipendien für talentvolle und sittliche israelitische Jünglinge, der von seiner Majestät ansgesprochenen Widmung dieses Fonds in mehrfacher Richtnng entspricht; die definitive Genehmigung seiner Majestät jedoch erst auf Grundlage detaillirterer Vorschläge wird eingeholt werden können, welche theilweise von der eben einzuleitenden Regelung der israelitischen Eultns- und Schulaugelegenheiten bedingt erscheinen. — In Betreff der Fruchtbarmachnng, Aufbewahrung, Verwaltung und Auöweisnng der eingehenden Fondsgelder dient Ew. Ercellenz mein Erlaß von 21. Februar d. I. Z. 9451 zur Richtschnur. Wien, den 30. Juni 1851. Ute .frage üücr Die ׳Sri)ö]1f1mg nus .liidjis in Den Schüfe». Eine religionsfilosofische Studie. Von Dr. 51. ©rbmicbl, (Rabbiner zu Proßnitz. (Fortsetzung.*) Jbn-Gebirols hochberühmter Zeitgenosse Bachja ben Josef Jbn Bakoda hatte es in seiner mit Recht gefeierten Schrift ״Anleitung zu den inner» Pflichten" nur auf einen populären, leichtfaßlichen Leitfaden für die innerliche Religiosität abgesehen, ohne auf metafisische Fragen und spekulative Deductioneu eingehen zu wollen. Die Aufgabe, die er sich gestellt, ging bloö dahin, all Jene, ״die lau sind in den religiösen Satzungen und noch mehr in der Erfüllung der Herzenspflichten," zu einem Leben voll Tugend anzuregen, ״damit ihr Denken, Fühlen und Thun eins sei in Gott." — Dennoch konnte er der in seiner Zeit herrschenden Vorliebe für filosofische Untersuchungen sich nicht ganz entziehen und setzte an die Spitze seines Moralsistemes eine filosofische Abhandlung über die ״Gotteseinheit." Er will jedoch den Beweis für die göttliche Einheit nicht führen, ohne zuerst die Schöpfung anö Nichts feftgcstellt zu haben. Hierzu stellt er drei Vordersätze auf: I. Kein Ding kann sich selbst erschaffen. II. Da es keine unendliche Größe geben kann, so muß eine erste Ursache angenommen werden, der keine andere vorangegangen ist. III. Was zusammengesetzt ist, muß entstanden sein. Bachja erwähnt seines großen Zeitgenossen Gebirol auch nicht mit einem Worte. Nur drei religionsfilosofische Schriften erfreuen sich bei ihm der Ehre einer Erwähnung: Saadja's Emunot, das Werk des David Almokammez, u. eine bis jetzt nicht ernirte Schrift ״Wurzeln des Glaubens."') Seine höchste Verehrung und Bewunderung jedoch genießt Saadia, von dessen Schriften er am Schluffe der Einleitnng sagt: ״Sie erleuchten den Verstand, schärfen den Geist, belehren den Einfältigen und rütteln den Trägen auf." Er hat daher die filosofische Methode des Saadia sich zum Borbilde genommen; ja manchmal ist mit dem Jdeengange deö Letzten!, zugleich auch dessen Ausdrucksweise mit hinüber genommen worden. So wird (שער היהוד Absch. 5), um den von uns hier angeführten ersten Vordersatz zu erweisen — ganz so wie in Saadia's Emunot I. Eap. 2: הפגים השנים — das folgende Dilemma anfgestellt: Jedes Ding, von dem wir behaupten wollen, daß es durch sich selbst entstanden sei, könnte Einem von den folgendcn zwei Fällen nicht entgehen: Entweder eS hätte sich, ehe es noch varhandcn war, oder nachdem es schon eriflirte, hervorgebracht. Beide Fälle jedoch sind undenkbar. Denn letzter» Falles wäre kein Hervorbringen mehr nöthig gewesen, nachdem es früher schon vorhanden war. Im erstern Falle jedoch hätte eS unmöglich durch sich selbst entstehen können, da es vor seiner Entstehung noch ein ״doppeltes Nichts" gewesen — ואם נאמר •:,עשה את עצמו קודם הויתו, בעת ההיא היה אפס ואופס.(- Was soll jedoch hier der ganz eigenthümliche Ausdruck אפס ואופס bedeuten? Wir glauben, derselbe sei mit ganz besonderer Absicht von Bachja gewählt worden. Aristoteles 3) nämlich und ihm folgend sämmtliche arabische Schulen betrachten den Stoff in seiner Abstraktion von der Form, als ein der Wirklichkeit nach Nichtseiendes (prj 6V), als etwas Negatives, das erst durch das Hinzutreten der Form ein Positives, Reales wird. So sagt Jehuda Halevi היולי הומה לאפס *) S. Nro 13, 14, 16. 6453

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