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Ben Chananja · 1862-04-25 · 17 (25.4.1862) · p. Seite 148

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
17 (25.4.1862)
Date
1862-04-25
Page
Seite 148 (sequence 2)
Language
German
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148 IV. Wann wird die Geschichte anfhören, Helden zu machen ans Zerstörern und Monuinentc aus Nuincn Y Wann wird sie ansanaen, andere Laildniarken für ihre Epochen zu wählen, als die Invasion crbaruinngSlvscr Heere, und andere Anhaltspunkte für daö Gedächtnis!, als die peloponiicsischeu und jüdischen Kriege Y Eardiual W i s c in a u. Die Geschichte der Juden seit dem Bar-Kochba'schen Kriege erscheint heim ersten Anblick, wenn sic mit der an« derer Völker verglichen wird, sehr arm. Keine Feldherrn, keine Eroberungen, keine Fürsten, keine Diplomaten, keine Kongresse, keine Traktate; nichts als Glauben, Hoffen, Bildung, Wissenschaft, Handel und Industrie. Aber auch unserer Geschichte wird, wie nnS selbst, bald die Sonne der Gerechtigkeit leuchten! Man wird die Zeitgenossen Salomon Jbn Gebirol und den Kaiser Heinrich lll., Nasch! und Gottfried von Bouillon, Abrahan Jbn Esra und Heinrich den Löwen, Moses ben Maimon nild Richard Löwenherz, den Verfasser deS Magen Abot und Johann Ziska, Barnch Spinoza und Türmer, Leopold Zun; und Pellissier mit einander vergleichen, die Frage, >ver der Menschheit mehr genützt und unvergänglichere Spuren in der Geschichte zurückgelassen habe, beantworten, und die Wagschale wird sich zu Gunsten der stillen Denker und großen Forscher wiegen. Schon in den Büchern der Könige wird ans Annalen hingewiesen, welche verloren gingen; die Reden der Proseten, die Lieder der Psalmisten, die Sprüche der Weisen aber wurden aufbewahrt, ohne daß ein Archiwar oder Bibliothekar angestollt worden wäre. V. Pränumeration der Polen. Das Erscheinen der Werke deS polnischen Geschichtöschreiber Dlugos; wird angekündigt, sie werden 000 Bogen in gr. 8. iimsassen und jedes Eremplar soll 50 st. in Silber kosten. Es ist nicht anzunehmen, daß lauter Gelehrte sie kaufen; vielmehr müssen eS Gönner der polnischeu Literatur sein, welche den Druck von 600 Bogen möglich machen. Wir Juden haben eine große Anzahl reicher Männer, haben sie schon so etwas für unsere Literatur gethan? *) Könnten nur 100 Bogen gedruckt werden durch die Unterstützung reicher Juden? Einst war es wohl anders! Auch die jüdische Literatur hatte ihre Mäzene, von deren Munificenz mancher Folio-Band Zeugniß ablegt. Die reichen Juden der Jetztzeit aber haben großentheilö kein hö¬ *) Munks klassischer More erscheint in Paris ans Notschild'S Kosten. Red. heres Ziel als ein ״von" zu erreichen. Sie sind wohlthätig gegen daö Elend, geizig gegen die Literatur. VI. Tempora mutrmtur. Viele m unserer Mitte wollen durchaus nicht einrällmen, daß die Zeiten auch auf die Manifestation des religiösen Lebens ihren Einfluß geltend machen, d. h. die Ideen erweitern und die Satzungen umbilden, so daß beide, Ideen wie Satzungen, nur durch die geschichtliche Eontinnitat mit ihrem Ursprung zusammenhängen. Um bilden, nicht Resormiren, ist überhaupt das Gesetz aller religiösen Eintwickelung. Um nun die Läugner dieses auch für daö Judenthum geltenden Gesetzes der Umbildung eines Bessern zu belehren, möchte ich die Frage zur Beantwortung vorlegen: Welche jüdische Satzung hat sich in ihrer Ursprungliehen Form und in ihrer primitiven Tendenz erhalten? Man zeige sich doch! VII. Miuulus vult dccipi. Wer diesen Ausspruch that, daß nämlich die Welt getäuscht werden will, hat gewiß mit scharfem Auge bie Menschen beobachtet. Aber wehe der Gemeinde, deren Führer diesen Satz zur ihrer Lebensregcl gemacht haben. Alle edleren Geister, welche die Menscheit zum Bessern leiten, bekannten sich nicht zu ihm. Die jüdische Literatur kennt ihn nicht, die modernen Rabbiner verschmähen ihn, und die Nachwelt wird ihnen gerecht werden. Die Wirijltßftctl der ara6i|tfjeu Lege in der 311disihe!׳. Lilemlnr. Von Adolf Neubau er in Paris. ES braucht nicht erst gesagt zu werden, daß die jüdisch-arabische Epoche die wichtigste für unsere Literatur ist; es wäre uunöthig, erst die Anzahl von Werken aufzuzäblen, die in dieser Sprache die jüdische Literatur bereichert haben. Ist es nicht bekannt genug, daß die Sprache deS Talmuds dem Arabische» den Platz einräumen mußte? Die Hauptwerke der Karäer, wie aus dem sehr gelehrten Buche Likute Kadmonioth von Pinsker zu ersehen ist, sind arabisch. Saadjah, Hapa und andere Geonim haben in dieser Sprache ihre Bücher abgefaßt. Endlich das eilfte und zwölfte Jahrhundert bewegt sich hauptsächlich in diesem Dialecte. Wäre Tibbon nicht gewesen, wo hätten wir Kunde von Bachya, Ganach, Jehnda halevi und Marinonides? Wie ungenügend aber diese Uebersetzungen sind, zeigen die Noten zu Munks Moreh - Uebersetzung. Die

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