Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 16 (18.4.1862)
- Date
- 1862-04-18
- Page
- Seite 137 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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137 wichtiger betrachtet worden, als das s. g. Weinverboth zu der Zeit des R. S. Loriah. (Schluß folgt.) Güsten und Gilder. Bon Dr. E. Carmoly.*) 5. Jehuda Sarko (זארקו). Iehuda ben Abraham Sarko, ein strebsamer und reich begabter hebräischer Literator und Dichter, blühte in der Mittt des XVI. Jahrhunderts auf der Insel Rhodus. Zu seiner Zeit lebten die Juden im türkischem Reiche in gesicherter Ruhe, und beschäftigten sich mit Wissenschaft und Poesie. Die Zahl der Gedichte, die damals zu Tage gefördert wurden, ist großer Menge. Doch nur wenige dieser Poesien erschienen im Drucke, weil es dort, noch wie im Mittelalter, viele Abschreiber gab. Sarko jedoch ließ seine ersten Dichtungen drucken. Sie enthalten, unter dem Titel: Lechem Jehuda, 1. ein allegorisches Drama, ״Der Krieg" genannt. Ein mächtiger König (Gott), dessen reißende Tochter (die Seele), von fünf Prinzen (die fünf Sinne) gefreit und bekriegt. 2. ״Ein neuer Gesang," HymnuS, in wohleingerichteter Form; 3. ״Ermahnung," eine erbauliche Betrachtung; 4. ״Zweite Tochacha," oder Ermahnung; 5. ״Dritte Ermahnung" rc. Der Verfasser eignet sein Werk dem Mäcen Abraham (Jbn Heu) zu, und lobt dessen Freigebigkeit und Großmuth, so wie die Gunst seines gelehrten Schwiegersohn's Josef ben Samuel Levi (Jbn Chakan), von dem sich am Ende des Werkes ein Gedichtchen zur Ehre deS Verfassers befindet. Laut dem Titelblatte wurde dieses seltene Buch zu Konstantinopel, in der Officin deö Salomon b. Isaak Jaabez, am Sonntag den 27. Tamus, 303 (1543) gedruckt, was gewiß ein Fehler ist, weil in diesem Jahre der 27 Tamus nicht an einem Sonntage, sondern auf einen Freitag fiel. Auch begann die Druckerei Jaabez in Konstautinopel viel später. Nach diesem versuchte Sarko eine Sammlung von Muster-Briefen in hebräischer Sprache herauszugeben. Er schickte diese Sammlung nach Venedig, wo sie von Zuan di Gara, nebst andern Sachen, umS Jahr 1568, mit Bombergischen Typen, unter dem Titel ״Jefe Nof" gedruckt wurden. Man bemerkt darin einen schönen Brief, den Sarko dem gelehrten Arzte Joseph Hamon bei Gelegenheit seiner Vermählung schrieb, einen andern den er an den berühmten Arzt Josef ben Jachin schickte, und endlich einen dritten, den er dem Rabbiner Chaim Alpoel adreffirte. Im Jahr 1569 veröffentlichte unser Literator und Dichter Maimonides Traktat über die Auferstehung der Tobten, Sabara'S Brief über denselben Gegenstand, die er beide handschriftlich bei Schem Tob ben Minar fand wie *) Zu Corrigiren: Nro 7, S. 54: Correspondent von Zsaak b. Scheschet, statt Israel b. Schrschet. — Nro 8, S. 60. die vom Zahre 1568, statt 1588. er am Ende anzetgt. Ein Gedicht Sarko'S schließt diese filosofische Publikation. Aber mehr als Gedrucktes, befindet sich von Sarko handschriftlich. In Orford fand ich unter andern von ihm Gedichte, die er dem Moses ben VeniSnani zuschickte, als dieser aus Konstantinopel ansgewiesen und nach RhoduS versetzt wurde; Gedichte, die ihm der bekannte Poet Chanania ben Jakar zueignete nebst seiner Antwort in guten Versen. Auch unsere Bibliothek besitzt eine zweite Epistel von unserem Sarko an den Arzt Josef ben Jachia. 6. Samuel de Medina. Samuel de Medina, ein ausgezeichneter Gesetzlehrer, geboren 1505 in Salonichi, wohin sich sein Vater, Moses de Medina, Sohn des Samuel de Medina, nach Vertreibung der Juden aus Spanien, flüchtete. Er studirte daselbst unter Joseph Taitasac und Levi ben Chabib; seine Kenntnisse erhoben ihn znm Rabbiner der Synagoge Gerusch Sefarad. Er wurde auch als Deputirter nach Konstantinopel geschickt, wo er den ersten Theil seiner Pesakim, Gutachten, herausgab. Im Jahr 1587 erschien in Salonichi der zweite Theil seiner, wie schon Aboab bemerkt, sehr wichtigen Rechtsgutachten. Samuel de Medina starb den 2 Cheswan 350, d. i. den 12. Oktober 1589, im Alter von 84 Jahren. Nach seinem Tode, 1596, ließ sein Sohn MoseS de Medina, die obigen Pesakim neu auflegen, in 3 Theilen, nach Ordnung der vier Turim. Sein Enkel Samaja de Medina gab in Mantova 1622 einen Band seiner Predigten über das Gesetz, den Gottesdienst und die Feste unter dem Titel: Ben Samuel heraus. An der Spitze gibt Semaja in einem langem Gedichte die Geschichte des Verfassers, aus dem wir obige Daten geschöpft haben. 7. Isaak Jbn Esra. Isaak Jbn Esra, Sohn d^s berühmten Abraham Jbn Esra, wurde in Spanien geboren und erbte von seinem Vater die Dichtergabe. Er begleitete ihn, wie es scheint, auf seinen Reisen, und wir finden ihn 1143 in Bagdad, bei dem gefeiertem Arzte Nathane!, arabisch Hibat-Allah. Dieser Doktor und Filosof schrieb damals seinen arabischen Commentar zum Prediger, und unser Isaak, von seinen Kenntnissen und .Unterstützungen durchdrungen, besang in schwungvollen Versen den Verfasser und dessen Commentar. Später ging dieser Nathanel oder Hibat-Allah zum Islam über, und auch Isaak Jbn-Esra soll dem Glauben seiner Väter untreu geworden sein. Wenigstens scheint es so aus Charisi'ö Worten zu ergehen. Wir wollen hier diese Worte im Tachkemoni, 3 Pforte nach einer alten Handschrift bei mir, übersetzen, weil sie in den Ausgaben fehlerhaft und unvollständig sind. Der Dichter, nachdem er von Abraham Jbn-Esra gesprochen, sagt: ״Auch sein Sohn Isaak schöpfte aus des Liedes Quelle, Und deö Vaters Glanz umstrahlt auch sein Lied; Aber als er die Ostläuder durchwandelte, Hat ihm die Herrlichkeit Gottes nicht geleuchtet;