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Ben Chananja · 1862-04-18 · 16 (18.4.1862) · p. Seite 135

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
16 (18.4.1862)
Date
1862-04-18
Page
Seite 135 (sequence 3)
Language
German
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135 Willens inS Sein trat. — Sehr richtig bemerkt Munk (Melanges p. 227): ״La Volonte, premiere cause effideute, et qui a dans son essence la forme de tonte chose, tientle Milieu entre Dieu et 16 monde; ce n’est pas de 1' Intelligence divine qui dnane le monde, mais de la Volonte, c’ est-ä dire que la Creation n’est pas une necessite, mais un acte libre de la Divinite." — In der Thal es ist ders-lbe Gabirol, der in der ״Königskrone״ sang: ,אתה הכם ומחכמתך אצלח הסץ מזומן למשוך משך היש מן האין• Doch was den ganzen Mittelpunkt der Gebirol'schen Filosofie bildet, das ist der Gedanke, daß das ganze Universum mit allen seinen Wesenheiten, den höchsten wie den niedrigsten, ans der einen Urmaterie hervorgegangen, so daß der denkende Verstand, wenn er die Stufenleiter der Wesen anfsteigt, diese ungeheure Mannigfaltigkeit auf Eines zurückführt. — Diesen Gedanken zu begründen, zu rechtfertigen, nach allen Seiten hin einleuchtend zn machen und gegen jeden Einwand sicher zu stellen, ward der ganze Apparat von ungewöhnlich scharfsinniger Kombination aufgeboten. — Wozu dies Gebirol nöthig fand? Der jüdische Weise dachte wohl, die Idee des Monotheismus nicht siegreicher begründen zu können, als durch diese Annahme von der einen Urmaterie. Von dem Einen ist wieder nur Eines h e r v o r g e g a n g e n. Der Hervorbringer einer Welt, darin die Vielheit nur eine scheinbare ist, darin Alles nur auf Eines zurückgeht, muß nothwendig nur Einer sein. (Vrgl. Mekor Chajim IV, 8: ויתבאר לך עוד כי הבורא לדברים מהחיוב שיהיה אהר בלבר. Doch die Durchführung dieses Gedankens wird dem Gebirol nicht so leicht. Denn bei diesem Monismus der Urmaterie erklärt sich noch die Vielheit und Manigfaltigkeit in der Erscheinungswelt nicht, wenn nicht denn doch auf ein dualistisches Prinzip zurückgegangen wird. Und in der That kann auch Gebirol dem unmöglich entgehen. Neben der allgemeinen Urmaterie (יםור כללי) muß auch eine allgemeine Urform (צורה כללית) vorhanden sein. — Doch Gebirol weiß auch aus dieser Schwierigkeit sein System herauszuarbeiten. Materie und Form sind nur ein ideeller — im Gedanken des Schöpfers vorhandener — Dualismus; real sind sie eines, da Materie ohne Form, und Form ohne Materie durchaus nicht selbstbestehend gedacht werden können. Warum trotzdem die Filosofie GebirolS — obschon derart getragen von drei jüdischen Grundgedanken — das Mißgeschick hatte, in den jüdischen Kreisen ganz in Bergessenheit zu sinken, so daß viele Jahrhunderte hindurch in Gebirol wohl der mächtige Dichter gefeiert, doch der Filosof in ihm gar nicht gekannt ward? Ja noch mehr, warum von den Wenigen, die der Schrift Mekor Chajim Erwähnung thun, Einer darüber in den bittern Tadel ausbricht: בדבר סרה גרולה על האומה? Diese Frage wollen wir, da sie gegenwärtiger Abhandlung ferne liegt, hier nicht zu beantworten suchen. (Vrgl. hierüber unsere Bemerkungen in Frankels Monatsschrift 1860, S. 310.) (Fortsetzung folgt.) Anmerkungen. ') Wir bemerken hier gelegentlich, daß im Fihrist al-nlfnn (Zcitsch. d. morg. Gesel.!859, S. 567) unter den jüdischen Filosofcn bloö den Schriften Saadia's (עיר ויקאל סעריא□) die Ehre der Erwähnung geschieht. — Bon den jüdischen Astronomen werden daselbst (S. 630 ff.) die folgenden 4 genannt. Masallah, als Bcrsaffer von!8 Schriften; Saht bin Bisr, mehr als 20 Schriften; Sind bin Ali, 5 Schriften; endlich Jbn Simaweih, 2 Schriften. Wir vermissen: יעקב בן שערה, בשר אבן שועיב, אבן סימויה, סהל בן תמים. ) Hebet den kclamistischen Zeilbegriff vergl. More I.. 73, Prämisse 3. ף Eninnot 1., 1. Beweis 4: הזמן אין לו תכלית, nach Erklärung des Kommentars Schomcr Emnna: )2 כה ההליקה שמור לאין תכלית. י) Die ״Atomen" heißen bei den jüdischen Filosofcn: עצמים סדרים, arab. אלגואהר אלאסראר; auch הלק בלתי מתחלק אלגז גיר מוקסם))• Saadia גשמים דוהניים auch נקודות 2 ־קטנותm Griechischen äto/iot, cuhaiyttet\ bei den Lateinern corpuscula, puncta physica. 5) S. z. B. Sanhedr. 39 a.: אמר אמגושא לאמימך מסלגך ולעילא להורמיז ומסלגך ולתתא דאהורמין• ©. auch Baba bat. 37 b.. Gittin 11 ci. °) In Aboda Sara 26 b. werden von R. Acha und Rabina divergirende Ansichten darüber ausgestellt, wer mit dem Ausdruck 2ין zu bezeichnen sei; doch kam es dabei Keinem in den Sinn, denjenigen als Min zu erklären, der dem Glauben an שתי רשויות anhängt. 7) Vrgl. was Reggio. Hatora we-Hafilosofia S. 13 , hierüber aus vcr Schrift מכתם לו־וו־ zitirt. ״) Ez Chajim cap. 87. ר Vrgl. ט, עולם קטן p- 49: דיצאן הארור שאמר עליי בליטה החכם שהיה בימי פרעה. 1 (י". c. S. 285. 3ur (Eiöesfragc. Von Oberrabbincr Fasset. In Nro 13 des ״B. CH." wird der plötzliche Hintritt des sel. Rabbi Josef Sasson דל aus Belgrad mit dem Nachsatz berichte!: ״Die Diskussion über die Eidfrage wird also nicht fortzusetzen sein." — Mir will dies nicht einleuchten. Außerdem, daß der mm in das Land der Wahrheit Heimgegangene sel. Rabbi nicht der einzige war, welcher einen Uebertreter von Ceremonialgesetzen nicht zur Ablegung eines Eides zulasten wollte, sondern daß auch solches von Rabb. S. zu P. geschah; so sehe ich auch nicht ein, wie so der Tod des sel. Rabbiners zu Belgrad die EideSfrage gelöst habe? Die Tragweite der Verwirrung, welche aus einem solchen Verfahren entstehen müßte, und die

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