Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 15 (11.4.1862)
- Date
- 1862-04-11
- Page
- Seite 130 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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130 beten werden 260. b. spezlfizirt. Zu bemerken ist vielleicht, daß während in Bereschith die Eintheilung zwischen den nieder» und höher» Hallen noch eingehakte» wird, in Pekude alles verbunden und unter einen höher» Gesichtspunkt vereinigt dargestellt wird. 8158 ׳. Was daö Gehinom betrifft, welches, wie die בריתא דרישבל erzählt, dem N. Josna nicht vergönnt war von der Nähe zu sehen, ') ist dasselbe auch hier I. 40. a. nur flüchtig angedcntct: Wie auf der Obercrdc sieben Climate so gibt eö in der unteren Erde sieben Abtheilungen, in welche die unterirdischen Wesen, die untergeordneten Engel, wel« che dem Menschen ברזיזו אבפטוי , (wen er stark nachsinnt?) zu erscheinen pflegen, Hausen. — Die höchste siebente Abtheiluug grenzt schon an das Paradies. Cf. Midrasch koueu — die Hauptstelle hingegen beschreibt die Ncansionen deS Gehinom mit ihren Schrecknissen aufs genaueste — Eharakteristisch ist 263. b. der erste Pallast der Engel die dasjenige, was der Mensch in seinem Zorn wegwirft oder zerbricht, als ein dem Bösen gebrachtes Opfer aufuehmeu המשבר כלים בחמתו n. In Hinsicht der Sünden und deren Bestrafung scheint der Schreiber seiner eigenen Phantasie gefolgt zu sein — 265. a. Etwas Schlangenmistik. Auch ist ibid b.' die mystische Erkl. des מים הראשונים מצות מים אחרונים הובה zu lesen. — Bon dem tiefsten Punkt der Hölle stiegen jene Funken auf 267 דאהדעכו לאלוזר. a. eine Benützung der Idra suta, ohne ihren Sinn recht aufzufassen. In den Spezialitäten der Bestrafung haben unsere Terte SenScomun genug, nicht genau einzugehen, vielleicht weil sie nicht zur Unterhaltung des Lesers, wie die übrigen Scbristen welche dieses Thema mit allen möglichen Farben ausmahlen, verfaßt wurden. Die Dichter nemlich schreiben zur Uuterhaltung, die Midraschim zur Erbauung, diese Schriften aber bestreben sich einer wissenschaftlichen Tendenz, und hielten sich daher in gelvissen Grenzen. Zu diesen Hechaloth gehören noch die Fragmente II. 128. b. u. 150. b. 111. 167. b. Ngl. auch oben §. 128. Korrespondenz. Ausland. Loildon, März. ״Der Anfang ist beinahe die Hälfte des Ganzen." Wir haben angefangen. Die erste Hälfte des Ganzen wäre hiemit fertig, wir wollen nun zur andern Hälfte übergehen. ״Die beste Correspondenz ist diejenige, worin gar nichts steht, worin aber die Leser alles zu finden glauben." Dieser Ausspruch des unbekannten Philosophen — dessen Werke in einem der indogermanischen D i a l e c t e geschrieben, und die in einer der europäischen Bibliotheken aufbewahrt sind — hat uns frappirt, und wir haben denselben, obwohl wir ihn nicht perstehen, abgeschrieben um diese Zeilen damit zu schmücken. Wäre dieser Satz im Mibchar Peninim oder in einem ähnlichen Werke, so hätte H. Dukes gewiß einen großen Commcntar darüber geschrieben, von allen Ecken und Enden Sentenzen zu Hülfe ') Hier ist ein Widerspruch: in der vom Ramban im הורהרארם zitirte Hagadah mißt R. Josua die Stellen sehr genau ab, und beschreibt sie nach Formen des Midrasch Konen. gerufen. Vielleicht daß H. D. wenn er diese Zeilen zu betrachten würdigen sollte, sich bewogen findet, eine Bemerkung darüber zu machen. Ob Correspondenzen zn den organische» oder nnorganischen Dingen gehören, darüber sind die Gelehrten abweichender Meinung. Dir chemischen Bcstandtheile einer Correspondenz sind: ein Factum, eine unbestimmte Anzahl Tbeile des bekannten Stoffes, welchen man Rhetorik nennt, und endlich ei» Ding, welches sich der chemischen Analyse entzogen hat, und unter de» Namen ״das Inter essank e" bekannt ist. Ein Factnm ist noch keine Korrespondenz, so wenig als ein Stück Tuch ein Rock, und so wenig als ein Komplinicnt an eine Dame eine Liebeserklärung ist. Daß man zuweilen ein Fartinn für eine Korrespvndcz brauchen kann, wollen wir übrigens nicht bestreiten. Große Corrcspondenten warten nicht bis daö Factum geschehen ist. sie bcrichten cs als Profctcn im vorhinein. Große Dichter haben dasselbe grthan. Das Wenigste, waö im gewöhnlichen Leben geschieht, verdient aufge,zeichnet, geschweige gelesen zu werden, man muß seine Zuflucht zu dem nehmen, was entweder geschehcn wird, oder zu dem was nie geschehen wird, cö sind dies wahrscheinlichc und unwahrscheinliche Romane. Wenn in einer Stadt in Acthiopicn oder Japan oder sonstwo — der Name thut nichts zur Sache — Fräulein Flora heirathet. so feiert ein schreibsüchtiger Correspondcnt die Floralien und verherrlicht bei dieser Gelegenheit alle Welt daselbst. Es wäre schlecht von uns, wenn wir Fräulein Flora — die jetzt ein Jahr vcrhcirathet ist, nicht alles erdenkliche Glück für sie und ihre ganze Familie wünschen sollten. Wenn die Bewohner in H o d n ihre Tvdtcn mit Stiefel und Sporen begraben, so ist dies incteressaut zu wissen. Wenn die Bewohner in Kusch ihre Todteu mit einem Hänbelbratel bcgraben, so ist auch dies interessant zu wissen. Da aber keiner der Todteu sich je darüber beklagt hat, da keiner der Lebendigen je gezwungen wurde so zu handeln, da dies vielmehr aus freien Stücken als Sitie des Landes oder einer bestimmten Stadt geschieht, so ist kein Grund vorhanden, den Leuten darüber Vorwürfe zn machen. Man muß nicht nur die Todten ruhen lassen, sondern anch die Lebendigen mit Dingen vcrschoiun, welche nicht werth sind einen Tropfen Tinte, geschweige das Postgeld. welches doch Jemand zahlen muß; 'von den Druckkostcn wollen wir gar nicht reden. mcht minder von dem Zeitverlust der Leser und ihr Bedauern, derlei Korrespondenzen gelesen haben. Ob in Bagdad ein Verein eristirt zur Verbreitung der Tugend und wollener Nachtjacken unter alle Stände, können wir nicht mit Bestimmtheit angebeu. Vorausgesetzt aber, daß ein solcher eristirt — es ist nicht einzuschcn warum grade dort keiner eriftiren soll — so darf man nach den Gesetzen der Analogie behaupten, daß derselbe ein jährliches G e s e l l s ch a f t s e s s e n gibt, wobei Toaste ausgebracht werden und ein Liebe ögrnß in der Form eines מי שבירך an den Kaiser von Marocco und den Kaiser von Japan geschickt wird. Wenn man die geistigen Anstrengungen bedenkt, welcher ein מי שבירך zu machen kostet, so findet man es natürlich, daß man dann dieses Factum der gesammten Bewohnerschaft dieses עולם השפל mittheilt. Es haben sich viele vermählt, und es werden sich noch viele vermählen. Es ist dies aber dcßhalb keine Correspondenz Werth. Manche Vermählung ist interessant z. B. die Vermählung eines guten Gedankens mit einem schönen Ansdruck, die Vermählung eines edlen Willen mit einer schönen bald darauf folgenden That. Es sind viele gest orben und es werden noch viele sterben. Darüber ist journalistisch nichts zn sage».