Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 15 (11.4.1862)
- Date
- 1862-04-11
- Page
- Seite 129 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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129 auf ältere Grundrisse basirt sind. — Weil in alteren Schriften sieben Himmel und eben so viele Namen der Hölle genannt werden, so werden auch hier sieben Pallaste oder Hallen sowohl in Gan-Eden wie in Gehinom beschrieben. Ja erstere werden sogar mit den sieben Planeten in Verbindung gebracht! Bemerkt man nun, daß auch die Indier sieben Hollen zählen *) und daß auch Virgil gerade so viele Abtheilungen in derselben beschreibt, so muß dieses Zusammentreffen in der hohen Bedeutung der Siebenzahl bei den Alten gesucht werden. Bedeutsammer erscheint es, daß viele Züge aus DantcS, zu Ende des dreizehnten Jahrhunderts geschriebenen, divina comoedia hier angetroffen werden, da muß man, um keine unwahrscheinliche Beziehung zu statuiren, annehmen, daß über diese Materie um jene Zeit gewisse allgemein verbreitete Ideen florirten. Ueberhanpt scheint eS Mode gewesen zu sein, bei dergleichen Wanderungen, gewisse bekannte Persönlichkeiten im Jenseits anzutreffen und zu benennen. * 2) §. 154. Unter den Schriften, mit welchen die Hechaloth in näherer Beziehung zu stehen scheinen, ist der Midrasch konen und das Orchoth Chajim genannte, vorgebliche Testament des R. Elieser hagadol zu nennen, und zwar ist die Bemerkung zu machen, daß die Version im ersten Theile mehr mit den Beschreibungen in der erst genannten Schrift harmonirt, während die Version im zweiten Theile mehr der Fantasie des zweiten Schriftstückes zu folgen scheint. 3) Und gerade diese Analogien verrathen die Jugend der Hechaloth, die dem Sohar als hemogene Materie behandelnd einverleibt worden sind, ohne daß jedoch in dem Buche selbst weiter auf dieselben Rücksicht genommen wird. 8. 155. Betrachten wir nun die zwei uns vorliegenden Versionen in ihrem Verhältnisse zu einander, so ergibt sich das Stück I. 38. als e. Art Umarbeitung von II. 262 b. da über- Haupt das im zweiten Theile befindliche Stück als Hauptwerk anzusehen ist.- Im ersten Theile werden des ברא־־שית wegen in möglichsten Kürze die sechs Hechaloth erwähnt, welche als Vorhallen zum siebenten allerverborgensten Pallaste zu betrachten sind. 4) — Grundidee dieser Hechaloth bleibt aber eine Art Empyränie als Vorbereitungsort zur höchsten Seligkeit. Eigenthümlich ist die Ansicht: Weil diese Palläste früher die Wohnungen des irdischen Adams waren, nach seinem Falle aber zum, Aufenthalt der Seligen eingerichtet wurden: Darum haben sie in ihren Einrichtungen sowohl Genüsse (Gebilde?) von dieser als auch von je- 1! e r Welt. Bemerkenöwerth ist der Ausdruck אר־זערו* Ntm הברייא בנמוסי דג״ע das חהו ובהו והשך ורוה als die vier Elemente 39. b. ist sehr jung. — Als Anfang werden die 7 Wörter des zweiten Verses auch die sieben Manstonen der Unterwelt gedeutet, denen dann die sieben Erden oder ') Die Unterwelt heißt übrigens auch im Sanskrit Gehnom.?)Nach Cancellieri soll Dante die Vision eines Mönchs in der ersten Hälfte des zwölften Jahrhunderts benützt haben. 3) Unter andern unterscheidet sich dieses Fragment auch darin, daß daselbst Mauern, Zirkel und Stufen anstatt den Pallästen und Hallen Vorkommen. 4) S. oben §. 05. Climate entsprechen. In der Hauptstelle werden sie auf die sieben Namen des יצר הרע, wie sie auch im Thalm. Sukka erwähnt werden bezogen. ') Der Aehnlichkeit des In- Halts wegen folgt 41. a. die Beschreibung der sieben Hellen in ihren Beziehungen zu den sieben Himmeln, sieben Planeten, wie sie zur Ausnahme der verschiedenen Arten von Andacht besonders hergerichtet sind. 2) Dieses gehört aber eigentlich zu II. 202. b. wo die Abhandlung von den Orten wohin die Gebete gelangen diese verschiedene Grade aufeinander folgen läßt, wo aber auch der daselbst nachzulesende Schluß schon eine Hinneigung zu dem Pekudah des Najah mehimna verräth — Vgl. auch hier 42. a. וחא דאשממש בתגא welches in der Parallelstelle II. 247. b. fehlt. Auch die I. 43. vorkommende Deutung des בני היי וכלווני לאו במולא אלא בזכותא תלייא , kömm dort nicht vor. 8. 156. Selbstständiger gehalten sind die Hauptstellen II. 245. ff. Aber auch da verräth sich fast auf jeder Seite die Benützung des Sohar. — Vrgl. auch die insipide Erklärung der bekannten Tosifta 254 ארבע נכנסו לפרדס. b. Ein würdiges eregctisches Seitenstück ist 257. a. zu lesen: Die hö- Heren Wesen heißen עירין , weil sie in dieser höheren Stadt wohnen. (!) — Eben daselbst wird eine thalmudisch-halachische Bestimmung vom mystischen Gesichtspunkte aus erklärt. — Ja, die ganze äußere Oekonomie der mündlichen Lehre משנה und בריתא wird ibid b. ff. symbolisirt und sogar mit שיעור קומה (Cf. II. 232.) in Verbindung gebracht — das sind Alles sehr junge Momente — 260 b. behandelt die Gebete aus eine Art, wie es nur in der jüngern Cabalah zu geschehen pflegt, so 261. a. Es gibt einen siebenten Pallast בוכו die unmittelbar nach den Buchstaben אהיה folgenden Bst. als Initialen von ברכהוחסר כה ומשפט. Einen würdigen Schluß bildet die Erklärung des הרואהגמל בהלוס 8- 157. In diesem zweiten Fragmente wird in mehr oder weniger Uebereinstimmung mit den früher» Beschreibungen Alles vereinigt, was die Hechaloth betrifft. Alle Seelen, welche in dieselben ausgenommen werden, sind genau angegeben, so wie auch der Grad der Prophetie, den jeder Pallast repräsentirt, da jeder Prophet, je nach Verschiedenheit seiner Sehergabe die niederen oder höheren Hechaloth erschauete, in welcher Beziehung 248. a. zu merken ist. Nicht minder werden angegeben, die verschiedenen Gebete, welche 'je nach ihrem inneren Werthe in den mit ihnen korrespondirenden Pallasten Aufnahme finden, so wie die Engel und Beamten die in jedem desselben den Dienst versehen, wobei selbstverstündlich ein Stück Marcavah mit nterläuft, endlich auch die einzelnen Combiuationen des GotteSnamen, welchem jeder Pallast seinem Grade nach entspricht, oder deren Typuö diese Palläste bilden.—Das ורוח אחד להס I. 42. a. u. II. 246. b. wird als in der Schrift gar nicht vorkommend sehr angefochten. I. 42. b. heißt es ורוח אהר כהנה• — Auch die den Hechaloth entsprechenden Stellen in den täglichen Ge- ') S. auch II. 150. b. die sieben Namen der Sünder. s) In dieser Beziehung ist II. 244 b. zu vergleichen: בין סדורא הקיימא במלה בין סדורא הקיימא ברעותא die intuitive Andacht besteht im Aufschwünge des GemütheS zu jener Höhe, wo man die Palläste erschauet.