Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 14 (4.4.1862)
- Date
- 1862-04-04
- Page
- Seite 121 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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121 thäter beweinen, nenne ich Ihren Lesern den in Baja in Ungarn gebornen jungen Künstler Heinrich Ketten, über welchen ich Ihnen nächstens ausführlich berichte. Die opera comique und das theatre lyrique waren Mondtag Abends geschlossen. Friede der Asche unseres großen Meisters, des edlen Abkömmlings aus dem Stamme der alten Sänger im Heiligthnme zu Jerusalem! Hungarioa. .עלית לקרחא הלוך בנימוסיה Midrasch. VI. ES dürfte selbst für diejenigen Leser d. Bl., die des Ungarischen nicht kundig sind, von Interesse sein. die sprachlichen Vergleichungen zwischen dem Ungarischen und Hebräischen kennen zu lernen, welche in dem von der ung. Akademie heransgegcbencn, von den Akademikern Ozuozor und Fogarasi rcdigirtcn großen ung. Wörterbuche nicdergelegt sind, indem die Vergleichung nicht nur für die ungarische, sondern auch für die hebräische Sprachforschung förderlich und anregend bcsundes werden könnte. In dem bisher erschienenen, bis zu dem Worte ältalvor reichenden Hefte dieses mit ausgezeichneter Gründlichkeit gearbeiteten Wörterbuches haben wir zehn solche Vergleichungen wahrgenommen, die wir hier zusammenstellen: 1. Al) — ap apa (Vater) אב (S. 8). 2. Al)lak (Fenster) verw. mit )בל, glänzen (S. 14). 3. Akol (Stall) verw. mit אגל״ coercuit, conclusit congregavit in unum locurn," oder mit עגל״ circumvolvit, circumegit" (S. 84). 4. Anya, finnisch emae (Mnttcr) — אם (S. 160). 5. Apr, wovon aprd, apröd, (klein, winzig), verw. mit ע2ר (Staub) (S. 197). 6. Arat (ernten) — ארה (Pflücken) (193). 7. Aaszony (Frau) — 201) אשה). 8. Adam אדם (S. 242). 9. Ah (Interjektion) 253) אהה ׳אה). 10. Aloin (Traum) — הלום (S. 283). Dazu mögen uns folgende Bemerkungen gestattet sein. Ad 2. Bei der Vergleichung von ablak mit בלג, — wofür paffender die gleichlautende arabische Wurzel hätte angeführt werden sollen, da בלג im hebr. bekanntlich nur in der Hifilform vorkommt, — wird vorausgesetzt, daß das k zur Wurzel gehört, was aber ganz gewiß nicht der Fall ist. Dies sahen die H. H. Verfasser selbst ein. und sie führen das Wort ans die Wurzel evl — avl — abl zurück. Dadurch gerathen sie aber mit sich selbst in Widerspruch, denn in dem hebr. בלג gehört das Gimel ohne Zweifel zur Wurzel. Fürst sieht sogar לג für die Wurzel an, womit er שלג, lök (sanSkr.), luc — ere, luc —8, Aevx—o?, Xv% — vo?, leucht—cn vergleicht. Die Gleichlautigkeit ist für die wissenschaftliche Sprachvergleichung von gar keinem Belange, häufig ist sie sogar irreleitend. Wenn man die Unterscheidung zwischen Wurzel- und Bildungsbuchstaben nicht vor Augen hält, muß man durch die Gleichlautigkeit irregeleitet werden. Der vorliegende Artikel scheint von zwei Urhebern herzurühren, deren Einer ablak mit בלג verglich, weil er aus die Wurzel des erstern nicht reflektirte, währenb der Andere auf die Vergleichung unmögltch rcflektiren konnte, weil .er die Verschiedenheit der Wurzeln.klar einsah. Sollte die Eristenz der ung. Wurzel ab! wirklich konstatirt fein, — wofür wir jedoch die Verantwortlichkeit nicht übernehmen möchten, —so dürfte vielleicht ארב einen VergleichnngSpunkt bieten, indem die Verwechslung des ל und ר, — welche nicht nur in den semitischen, sondern auch in anderen Sprachen vorkommt: Gurgel — gurgnr; murmeln -- wurwuraro; xXtßaro? xQißavos, — eben so wenig gerechtfertigt zn werden braucht, als die Versetzung der Wurzelkonsonanteu, vcrgl. : bamar — מהר, geschwind. Von ארב heißt aber ארבה Fenster: Kohcl.!2, 3. M. Ohol. 10, 1. Ucber d. Etym. s. d. Wrtrb. Sollte diese Vergl. stichhaltig gefunden werden, so wäre die Bezeichnung des Fensters im Nngarischen (und im Slavischcn) nicht von dem Begriffe des Glänzens ausgegangen. Dasselbe ist bei )הלו und >9-1'qh der Fall; Fenster — feoestra ~ (fcuviöt^n geht dagegen von yaivttv aus, ebenso צהר• Ad 3. Hier werden die hebr. Wurzeln an das slavische o-kol, o-kolo, das Runde, Kreisförmige, Eingezänmte angereiht. אגל wird nach Gesenius erklärt. Allein gesetzt, die Erklärung wäre unzweifelhaft richtig, so wird d. W. doch nur von Flüssigkeiten gebraucht, so daß eö mit akol kaum in Verwandtschaft stehen kann« Es ist aber die Richtigkeit der Erklärung noch sehr problematisch. Nach Fürst ist die eigentliche Wurzel גל und der Grundbegriff ״volvi, delabi" und daher ״scatere (quellen) guttatim raanare, stillarc!" Meyer gibt der fraglichen Wurzel sogar die Bedeutung des ״Getrennten, Einzelnen!" — Wenn man uns die Aufgabe stellen würde, für akol und okol (slav.) einen semitischen Doppelgänger vorzuschlagen, so würden wir, vorausgefetzt, daß das l in d. W. zur Wurzel gehört, keinen Augenblick anstehen, בלא zu empfehlen: מכלא oder מכלה hat sogar mit ako! und okol so ziemlich eine Bedeutung! Das ft in leztcrem gehört bekanntlich nicht zur Wurzel. Ad 5. Hier dürfte סרר einen viel bequemem und passendern Vergleichungspunkt bieten, als עסר• Ad 9. Hier ist eine hebr. Jntcrjection (אה) angeführt, die nicht eristirt. Heutzutage braucht übrigens nicht erst bemerkt zn werden, daß die nicht leichte Arbeit der Sprachvergleichung, welche nach Pott die Ausgabe hat, die Vielheit sprachlicher Erscheinungen auf die Einheit ihres Ursprungs zurückznführen, und daraus zu erläutern, durchaus keine eitle Spielerei ist. Sie ist nicht nur eine höchst anziehende, zur Erkenntniß der Offenbarung des menschlichen Geistes unentbehrliche, sondern auch eine versöhnende, Frieden stiftende Beschäfligung. Die vergleichende Sprachforschung lebt schon gegenwärtig in der Messianischen Zeit, wo, wie Jesajas und Micha sagen, kein Volk gegen das andere ein Schwert erhebt, und die Kriegskunst entbehrlich geworden ist. Statt des buntfarbigen Gemisches wogender nnd kämpfender Völkcrmassen sieht sie die geistige Gliederung und Einheit der Völkerfamilien. Wir behalten uns vor, auf die Geschichte der semitischen Sprachvergleichung in Ungarn ausführlicher zurückznkommen. Hier wollen wir nur noch einen Jrrthum des AkademikerS Fogaraai berichtigen, der nahe an zwanzig Jahren unberichtigt geblieben. Hr. F. sagt nämlich in seiner 1843 erschienenen Grammatik S. 91 ff., daß er von einem Suffire des nowon rogons im atatua oonatruotua der orientalischen Sprache nichts wisse, ״indem im Gegentheile das nowon rogona abgekürzt werde z. B. הרוה,' "P statt עיני ,יד statt 3 "•עיניםn Bezug auf das Althebräische hat er nun in so ferne Recht, als hier eine ältere Genitivbildung mit dem Possessiv- Pronomen selbst von der neuesten Forschung nur in schwachen Spuren nachgcwiescn werden kann. Im Neuhebräischen ist aber das Susfir beim nowon rogona etwas sehr gewöhnliches, z. B. ,"11 כרו של (B. Kama 3, 5), vollkommen gleich mit dem ung.: onnok kor8öja; מחן שכרן של מצות (Ab. 2, 1): a parancaok jutalinaziiaa (Nach manchen ung. Sprachlehrern ist hier auch im Ung. d. Plur. zu gebrauchen). Die von Hrn. F. in Abrede gestellte sprachliche Erscheinung komm! so« gar schon in der Bibel vor. allerdings nur im chaldäischen Theile der-