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Ben Chananja · 1862-03-28 · 13 (28.3.1862) · p. Seite 114

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
13 (28.3.1862)
Date
1862-03-28
Page
Seite 114 (sequence 6)
Language
German
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114 blum, I. Zederbanm, M. Gezclten. Zahl der Schüler: 89, darunter 33 Einheimische. Einnahme: 235, Ausgabe 58 Rubel. 8 Belgrad, 20. März. Am 16. d. M. beschloß der hiesige Rabb. Joses Sasson seine irdische Lausbahn, am 21. wurde er in Ehren zu Grabe gestattet. Auch der Bürgermeister erschien bei dem Leichenbegängnisse. Die Diskussion über die Eidsragc wird also nicht fortzusetzcn sein Pisa, 2t. März. Hr. Salvador Dcbencdctti ist zum Professor d. hcbr. Sprache an der hies. Universität ernannt worden. Inland. Pest, 17. März 1802. Das Baukomitü für die Normalschule hat bereits drei Berathungcn gepflogen. Der Neubau dürste noch in diesem Jahre in Angriff genommen werden. Das Schulgebäude wird im Hintergründe des Lempelhoses 2 Stock hoch aufgcsührt. Es wird geräumige Lchrlokalitätcn und Wohnungen für die Lehrer enthalten. Die 4. 15) Klasse soll dann ausgelassen werden. Hingegen beabsichtigt man uut der Hauptschule eine Unrerrcalschulc oder ein Untergymnasinm mit Anschluß einer Präparandic in Verbindung zir bringen. — Das zur Umarbeitung der Sprach- und Lesebücher im Aufträge der k. Statt- Halterei zusammengesetzte Comitü besteh! aus den Herren: 15;l1׳ii»yi I., Bauer M. L., Becker F., Lederer A. und Nöthig G- (Drei Katholiken, 2 Israeliten.) lieber die leitenden Grundsätze werde ich mich nächstens eines Ausführlichen äußern. — Die Friedmannischc Affairc wird keine üblen Konscguenzcn haben, obgleich der Gciucinde-Auoschuß das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen. Aus dcr Art und Weise aber, wie hierorts die Masse denkt, urthcilt und zu haudeln geneigt ist, geht für die hies. Gemeinde-Beamten eine bcherzigcnswerthe Lehre hervor. Ucbcr den gegenwärtigen Stand dcr Schulen habe ich Folgendes zu berichten. In säuimtlichen Klassen dcr k. Musterhauptschnlc wurde in diescm Semester auf die Pflege dcs vaterländischen Idioms eine ungewohnlich große Sorgfalt verwendet. Dcr Fortschritt, den die genannte Lehranstalt in dieser Beziehung gemacht, zeigt sich besonders deutlich an den Schülern dcr 4. Klasse. Besonders befriedigend in diesem Institnte ist anch der Unterricht im Schönschreiben lind in den Realien. Nebst den vorgeschriebencn Schulbücherir sind daselbst cingesührt: Schütz's Tabellen, S. Kohn'S Rcligionslehre, L. M. Bauer's nng. Konversationö-Grammatik, A. Lcdcrcr's Heimatkunde, Hcrz's Vorlagen und vaUos's Lehrgang. Die Schüler dcr Normalschule sind mit Ausnahme dcr dritten Klasse sämmtlich magyarisirt. Die vorhandenen nng. Lehrkräfte sind nicht hinreichend, um alle Klassen gehörig zu versehen, und das Publikum erwartet von dem jetzigen Gemeinde-Ausschuß mit Recht, daß er kein Opfer scheuen wird, um diese Lücke aiiöziifülleii, zumal der Leiter dieser Anstalt, zu matt und zu indifferent, um einem Aufschwünge fördctlich sein zu können, sich in Bälde zurückzuzichen beabsichtigt. In dem Unterricht der übrigen Lebrgegenstände crzcllirt diese. Schule ganz ihrem Charakter angemessen. Nebft den vorgeschriedenen Lehrbüchern sind daselbst cingesührt: Manheimer's Leitfaden zum Religions-Unterricht, Löwßnyi’ö Probe-Vorlagen, Bauer's nng. Konvcrsations-Grammatik und dessen soeben erschienene .,deutsche Elcmcntar-Grammatik," ferner Rcich'S ״L6tl1-LI" als Prämie. Die Mädchenschnle geht den gewohnte Gang, für den Unterricht in den Schulgegenständen und Handarbeiten ist bestens gesorgt. —f— S Pest, am 22. März 1862. Der größte Pädagog unserer Gegenwart, Diesterveg, hat als Abgeordneter der Stadt Berlin mächtig das Wort zu Gunsten unserer pr. jüd. Glaubensgenossen erhoben. Es ist dieß nicht das erste Mal, daß dieser große Lehrer und edle Mann für unsere gerechte Sache eine Lanze einlegt. Wir verweisen unsere g. Leser nur auf dessen päd. Jahrbücher und auf die Monatsschrift ״Die . rheinischen Blätter," in welchen Diesterveg stets schonungslos gegen diejenige loSzicht, die in kreuzritterlichcr Begeisterung sich als Indenfrcsscr gcrircn; ja er nimmt keinen Anstano das Verfahren der Dentschcn gegen die Inden einen Hochverrats) an dcr Natur und an Gott zu nennen. Es muß uns eine solch kernig frei( Sprache wie sic Diestcrvcg in dcr p. Kammer für die jüd. Lehrer geführt, doppelt erfreulich sein. Es thut dem gedrückten Herzen wohl, zu sehen, daß es Menscheu gibt, die für Wahrheit und Recht selbst mit einem Minister zu kämpfen wage», und dann hat D. nicht bloö seine snbjectivc Meinung in dieser Sache, sondern die seiner Wähler, ja wir möchten sagen die Anschauung sämmtlichcr preußischer Lehrer geäußert. Diesterveg ist dcr Abgott. daS Ideal dcr dentjchcn FortschriltSlehrc, deren Lehrer er auch in dem Seminar zu Berlin durch viele Jahre her gewesen ist. Die Lage unserer prcnß. Glaubensbrüder ist im Allgemeinen keine bencidcnSwertste. Es herrschen daselbst Ausnahmsgcsctze, wie wir sie zur Zeit als in Oesterreich der Absolutismus herrschte, nicht erlebten. So dürfen z. B. in Pr. die Juden keine öff. Schulen haben, und trotzdem weder der Staat iioch die christl. Commune zur Errichtung dcr jüd. Winkelschule einen Heller beisteuern, so ist dcr an einer solchen Schule anzustellende Privatlehrer dennoch verpflichtet, dcr Regierung einen Eid dcr Treue, nach alt jüd. Weise in Thalith und Tefilin mit dcr h. Gesetzrollc in der Hand abzulegcn. Bei uns in Ungarn ist cS gerade die hohe Regierung, die um das Anfblühcn dcs jüd. Schulwesens sich die meisten Verdienste erworben hat. Anch hier werden Lehrer beeidet,*) aber dcr Art ist ein einfacher, ohne mittelalterlichen Zusatz und findet einfach in Beisein eines Rabbiners im Statthaltereigebändc statt. Da ich gerade vom Schulwesen rede, so kann ich nicht nncrwähnt lassen, daß der seiner Zeit im ״Ben Chananja" oft ventilirtc Lehrer-Pensionssond, der jedoch aus Gründen die mir unbekannt sind nicht zu Stande gekommen ist, von einem h. Instituts-Inhaber neuerdings angeregt wurde. Es soll zu diesem Zwecke eine Besprechung zwischen mehreren h. Lehrern statt gesunden haben , die jedoch kein bestimmtes Resultat hatte. Die Papaer Gemeinde wird aus dem isr. Schnlfonde schon mit Anfang nächsten Schuljahres eine Subvention erhalten. Wie ich Ihnen aus sichere Quelle mittheilcn kann, soll die Subvention jährlich 1000 fl. ailümachcil, und vorläufig aus 3 Jahre bewilligt sein. Ans Böhmen. (Fortsetzung.) Im März. Pifek zählt gegenwärtig 20—30 israel. Familien, welche beinahe sämmtlich sehr wohlhabend sind. Schade, daß der religiöse Aufschwung in dieser, sonst zu den schönsten Hoffnungen berechtigenden Gemeinde, gegenwärtig so gar Manches zu wünschen übrig läßt, und daß ihrem wacker» Rabbiner Birkenthal so karg dcr Wirkungskreis bemessen ist. Erfreulicheres lässt sich von der sehr reichen, 60—80 Famalien zählenden Gemeinde Strakonitz sagen. Sie besitzt einen der schönsten Tempel Böhmens, sogar Oesterreichs, einen mnsterhaften Chor und einen tüchtigcn Gelehrten in ihrem Rabbiner Isr. Fürth. Von Pilsen, Schüttckhofcn k. nächstens. Literarische Änzeigen. Periodische Schriften in hebe. Sprache. ההר^וץ• Wissenschaftliche Abhandlungen über jüd. Geschichte, Literatur und AlterthumSkundc. 6. Jahrg. Breslau, 1861. Sulzbach'S Buchdruckerei. 6. 94. (Schluß.) Das Christenthum fand bekanntlich in Persien frühzeitig Eingang. Bardesancs, der unter dem Kaiser Mark Aurel schrieb, erwähnt *) Diejenigen Lehrer, welche ihren Gehalt aus dem isr. Schulsonde beziehen, müssen nach ihrer Ernennung einen Eid leisten.

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