Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 13 (28.3.1862)
- Date
- 1862-03-28
- Page
- Seite 110 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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110 andere diaWtncv und Prediger mit dein besten Erfolg wanbetten. II. Es dürfen aber nur solche hagadische Stellen angewandt werden, die sowohl in ihrer Form, als auch in ihrem Sinne klar und einfach sind, und nicht erst durch eine längere Erklärung und weitläufige Auseinandersetzung gedeutet und künstlich entwickelt zu werden brauchen. Auch solche, die nach ihrem natürlichen Sinne falsche und unvernünftige Ansichten und Begriffe aussprechen, müssen vermieden werden und darf der Redner nicht versuchen, solche in der Predigt allegorisch zu erklären. All dieses würde die Predigt ihrem eigentlichen Standpunkte entrücken, sie in die Weise der frühern Derascha ansarten machen, den ästhetischen Geschmack verderben und einen großen Th eil der Zuhörer ermüden und langweilen. Aber auch die einfachen und deutlichen Hagada's dürfen nur als Belege zu dem Gesagten benutzt werden ohne viele weitläufige Erorternngen, und darf die Rede nicht zu viel von ihnen überladen werden, was ebenfalls eine zu große Unterbrechung der Dietion verursachen und ermüden würde. Einfache Kernsprüche und Lehren und oft auch derartige größere נלאנלרים sind zur Benützung am geeignetesten. Es dürfen diese sogar als Tert benützt werden, am besten in Verbindüng mit einer Bibelstelle. Solche Hagada's aber, deren Inhalt dem Volksbewusitsein tief eingeprägt ist, aber dunkle ja oft falsche Vorstellungen in ihm zurücklassen, dürfen, ja sollen von dem Redner zu bestimmten Zeiten erörtert werden, wenn solches auch gegen die strenge homiletische Form der Predigt verstoßen möchte, wie z. B. die vielen hagadischen Stellen über שטן, der am Gedächtnis! — und Versöhnungstag eine so große Rolle spielt, ebenfalls der bekannte מאמר über ג' ספרים נפחהים «. s. w. — In den Gemeinden , in tvelchen am שבח תשובה und שבח הגדול noch ein hagad. Vortrag sehr gewünscht wird, weil man früher an diesen fast ausschließlich nur eine Derascha hielt und sich daher auf diese noch erinnert, darf die Predigt durch die Anwendung mehrerer HagadaS von der gewöhnlichen Weise abweichen, waS, wie ich solches ans eigener Ersahrrmg weiß, von guter Wirkung ist. — Es wäre meiner Ansicht nach ein verdienstliches Werk, die zur Benützung in der Predigt geeigneten HagadaS zusammenzuftellen und zn veröffentlichen, welcher Arbeit sich einer unserer befähigten Predigter unterziehen möchte. Er würde sich hierdurch den Dank vorzüglich der jüngeren Prediger und besonders der Lehrer, die auch öfters Vorträge halten müssen, verdienen. So weit meine frühere Abhandlung über diesen Gegenstand, und füge ich derselben jetzt nur noch in Beziehung auf die Vorlesung deö Dr. Jellinek folgende Bemerklingen bei: 1) Daß der Grund 7 gegen den Gebrauch der Hagada als Tert mir nicht stichhaltig genug erscheint. Wenn auch in unserer Zeit Thalmud und Midrasch nicht mehr in dem heiligen Ansehen, wie früher stehen: so werden deren Aussprüche doch immer als solche betrachtet, die von sTommen, sittlichen, uneigennützigen und für das Gute und Religiöse höchst begeisterten Männern auSgingen, was ja gerade in neuester Zeit wieder anerkannt wird, so wie auch, daß das rabbinische Sittengesetz eine der höchsten Stufen einnimmt. Ich glaube daher, daß wir gerade durch die Benützung der hagadischen Stellen als Tert diese Wahrheit mehr zur Anerkennung bringen, und die falsche Ansicht Mancher, besonders Richtjuden, als enthielten die rabbinischeu Schriften Unsittliches, beseitigen würden, ohne hierdurch den Rabbinen die frühere,' heilige Autorität einzuräumen. 2) Stimme ich dem Hr. Dr. I. vollkommen bei in dem letzten Punkte, in der nur theilweisen Mittheilung der Hagada in der Ursprache, und verfahre ich stets also. 3) Möchte der gelehrte Hr. Dr. I., der gründliche Kenner der Hagada, der so viele Stücke derselben edirt hat, und einer der begabtesten Redner Israels ist, sich der von mir angegebenen Arbeit unterziehen, wenn er mit mir hierin beistimmt. — Die frage iiöer l)ic -Srljü)1fn״g aas .Nichts in den arabisch-Dilchea Schalen. Eine r clig iousfil o so fisch c Studie. Veu Dr. A. Schmied l, Rabbiner zu Prosinip. Die schwierigste von den vier großen Fragen oder Problemen ') der mittelalterlichen Neligionsfilososie, zu deren Lösung die Denker und Forscher jener Periode ihren ganzen Scharfsinn aufgeboten, ist die in der Ueberschrift dieses Artikels genannte Frage oder Untersuchung üln׳r die Schöpfung ans Nichts — mit andern Worten über Weltansaug oder Welkewigkeit. 2) Sie bildete namentlich bei den Arabern den goldenen EriSapfel, darob in den Schulen der Gelehrten und selbst in den Zirkeln der Höhergebildeten mit allem Aufgebot logischer Schärfe und haarspaltender Dialektik gestritten ward. Als der größte arabische Aristoteliker, Averrhoeö, dem damaligen Könige von Marokko aus dem intelligenten Stamme der Almohaden, Abn-Iacob Iusnf, vorgestellt wurde, da lauteten die ersten Worte, die der König anjihn richtete: ״Welches sind die Meinungen der Filosofen in Ansehung ies Himmels? Halten sie diesen für e n׳ i g oder