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Ben Chananja · 1862-03-28 · 13 (28.3.1862) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
13 (28.3.1862)
Date
1862-03-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Nr. 13. Szegedin, den 28. Ittitr? >en CluwanjA. fit IIrische The «fünfter Iiilnigmig. ^jeranspöet uni) MaUetr: L. Löw, illicmii] Inner zu Kzegedi». 1LK9. Inscrakc sind an die Redaktion in Szcgedin oder an Hrn. Franz Wagner in Leipzig zu senden. Die zweispaltige Pctitzeile wird mit 10 91 fr. 2. . Freitag erscheint ein ganzer Bogen. Prnmiiiicrntionsprcis: ädrig 7 fl. , halbjährig 3 fl. 50 kr., viercljährig 2 fl. österr. Wahr. Man abonnirt bei allen Postämtern und Buch- Handlungen des In- und Auslandes. Mauiisllriptc sind an die Redaktion zu senden. Inhalt. Bon dem Gebrauche der Hagada in der Predigt. Bon Obcrrabbincr I. Kahn. — Die Frage über die Schöpfung ans Nichtst in den arabisch-jüdischen Schulen. Bon Dr. 51. Schmied!, Rabbiner zu Proßnitz. — Abermals zur Leidensgeschichte des Talmud. 5luS dcmj Latci- Nischen von Dr. 5llois Müller. — Korrespondenz. Ausland. Paris. Odessa. Belgrad. Pisa. Inland. Pest. Pisek. — Literarische Anzeigen. — Replik. )1011 öeni i|cf11(U1(fjc der ijaijaöa in der Predigt. Bon Oberrabbiner I. K a h n. Die mit obiger Ueberschrift in Nro 8. des ״B. CH." abgedruckte Vorlesung deö berühmten Dr. Jellinek hat mich um so mehr interessiri und freudiger überrascht, als ich bereits vor mehreren Jahren schon über denselben Gegenstand meine Gedanken niedergeschrieben, aber damals, ohne solche zu veröffentlichen — aus welchem Grunde, weiß ich jetzt nicht mehr — bei Seite gelegt habe. Dem so höchst verdienstvollen Dr. Jellinek verdanke ich es, daß ich meine Arbeit wieder hervorgesucht habe — מגלגלין זכות עי זכאי — und da ich beim Durchlesen derselben wahrnehme, daß sie in Vielem mit Dr. I. übereinstimmt, in Einigenl aber abweicht und manches noch ergänzt: so glaube ich bei der großen Wichtigkeit dieses Gegenstandes solche jetzt noch im ״B. CH." veröffentlichen zu dürfen. Ich behandelte nämlich folgende 2 Fragen: 1. Soll die Hagada in der Predigt benützt werden? 2. Welche Clemente derselben und auf welche Weise? I. Die erste Frage beantworte ich mit einem entschieneu ״Ja." Wir israelitischen Prediger können uns mit dem Vorzüge, den wir vor den christlichen durch die Benützung der Hagada haben, nur freuen. Wenn auch die heilige Schrift reichhaltig an Stoff und eine ewig frische, unversiegbare Quelle ist, so daß vorzüglich l er Reimer nach dem Aussprüche הפך בה והסך בה דכולה בה immer Neues und für alle Verhältnisse das Passende aus ihr schöpfen und sich daher niemals auspredigen kann, so er sich selbst nur frisch und für sein Amt begeistert erhält: so bietet den noch die Hagada ein geschmackvolles und gewürzreiches Surrogat dar, durch welches die Rede interessanter, abwechselnder und somit auch eindringlicher und nachwirkender wird. Deßhalb macht eine gut angewandte Sentenz selbst auf die Klasse von Israeliten, die der alten Zeit mehr entrückt und aller Reminiszenzen der früheren Derascha bar sind, noch immer einen sehr guten Eindruck, ja sogar auf Christen, die hierdurch die rabbinische Weisheit und Sittenlehre bewundern und hochachten lernen. Einen noch größer» und wohlthätigern Einfluß übt die Anwendung der Hagada in der Predigt auf solche auS, die entweder noch in den rabbinischen Schriften bewandert sind, die לומדים, oder in ihrer Jugend in denselben unterrichtet wurden, vorzüglich aber auf die große Klasse der noch an allem Alten sich Anklammernden, die immer noch mehr von der Derascha, als von den modernen homiletischen Predigten halten. Es war daher ein großer Mißgriff mancher Prediger in der ersten Zeit, als die Predigt die Stelle der Drascha einnahm, daß sie aus Nachahmungösucht der christlichen Predigt und aus Furcht, man würde in ihrer Predigt Anklänge der Derascha finden, jede Anführung und Anwendung der Hagada strenge vermieden, wodurch sie die Brücke des Ueberganges ans der alten in die neue Zeit abbrachen und daher auch viele Israeliten jenseits derselben noch stehen blieben und kein Gefallen an den neumodischen nur allgemeine Moral enthaltenden Predigten fanden. Es war daher höchst erfreulich, daß unsere ersten berühmten Kanzelredner, wie Mannheimer, Salomon, Stein «. A. hierin einen besseren Weg einschlngeu, auf dem auch nachher viele

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