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Ben Chananja · 1862-03-21 · 12 (21.3.1862) · p. Seite 100

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
12 (21.3.1862)
Date
1862-03-21
Page
Seite 100 (sequence 8)
Language
German
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100 linb selbst in Ps. 119, 96. wird man versucht, einen Anklang an diese Zählung zn finden (Sauch B. CH. 1, 340). Die reformistische Richtung der Palästinenscr im Verhältnisse zn den Babiloniern müßte auf eine umfassendere Weise dargcthan werden; die von Hrn. Sch. hcrangezogenen Bespiele beweisen nur die reformistische Richtung einzelner Lehrer, eine Richtung, welche bei den meisten Hillelcdcn in höherem oder geringerem Maße wahrzunehmcn ist. Was insbesondere die Palästinensische Ocllizcnz betrifft, so war Samuel Jarchinai in Perfielt ebenfalls geneigt, das Ocl frei zu geben (Ab. Zara 30, a.) Za ein Blick auf die Differcnzpunkte zwischen den Orientalen und Oecidentaten, welche R. Salomo Lori a zusammen gestellt bat, führt zu der Crkcnntniß, daß — im diametralen Gegensätze zu der Anschauung Sch'S — gerade die Vabilonicr sich in rituellen Fragen znmcist freier bewegten, als die Palästinenser. Die Differenzpunkte finden sich ans der lczten Seite des Jam schel Schclomo zn Baba Kama, und wir wollen dieselben der Aufmcrksanilcit der Forscher sehr angelegentlich empfohlen haben. Ans einer irrigen Auffassung beruht ferner die angeblichc Differenz in Betreff der Mischehe: S. 51. In der angczogenen Stelle d. Zer. ist nicht von dem Verbote 5 M. 7, 3.. sondern von 5 M. 23, 4. 8. die Rede. und ist die von Hrn. Sch. behauptete Differcnz nicht vorhanden. Die Polemik 51—55. ist ungemein scharf und rücksichtslos. Ueber die Wirkung derselben unter den hebe, lesenden Landsleuten des gelehrten und scharfsinnigen Herausgebers vermögen wir nicht zu nrtheilcn so, Wenn Hr. Sch. mit seiner Koutraverfe eine Wirkung anstrcblc, — und dies muß offenbnr der Fall sein, da er ja sonst kein Wort über die thalmndische Richtung verlieren würde, — so sollte er von der ans die Bibel bezüglichen Konjektnralkriiik (1—l3), auf deren Gebiete ihm nach seinem eigenen Bekenntnisse die Literatur nur theilweise bekannt ist, gänzlich abstrahiren, und dafür rcligionSgeschichtlichen Spezialitäten eine schärfere Aufmerksamkeit zn wenden. Zn dem, was Hr. Sch. über die אוכלי שום sagt (30—32) gestatten wir uns zu bemerken, daß uns hier csseuischer Einfluß vvrznwalten scheint. Das Wort änonntiiv in der Beschreibung der Essener bei JvsesnS (1)6 bello jud. II. 8 , 9. p. 104. ed Havercamp) ist nämlich »ach nnserm Dafürhalten bisher mißverstanden worden. Eine solche Enthaltsamkeit liegt ja gar nicht in des Menschen Gewalt! Will man sich also nicht geradezu zu einem Unsinne bekennen, so wird man annehmeu müssen, das anonanlv d. Jos. entspreche dem Thalm. עשה צרכיו Sota 30, b. Unter den alten Ehaßidäcrn (Nidda 30, a.) sind also die Essener verstanden. Hieraus ist alles klar; esscnischc Eindringlinge können in der Halacha nicht befremden. Von Dr. Geiger bringt d. vorl. Heft 5 Beiträge, welchen ein liesuuie seiner Urschrift vorangeschickt ist. Man kennt Dr. G.'ö: Ovtorum 66N860 Zadokitas 6886 eonstftucndos! Auch finden wir eö sehr erklärlich, daß ein die iiichljüdischen GeschichtSgebicre niemals ans den Augen verlierende Forscher, wie Dr. G., der Versuchnng nicht widerstehen konnte, den Kampf zwischen Aristokratie und Demokratie zum Knotenpunkte der nacherilischen jüd. Geschichte zn machen. Wir können hierin noch immer nichts anderes erblicken. als eine willkürliche Verdrehung des wirklichen GeschichtSverlanfeö, nach welchem der Zwiespalt zwischen Zadduzäcrn und Farisäcrn erst nach dem haSmonäischen FrciheitSkampfe entstand. Wo Dr. Geiger einen Kampf zwischen alter, zadokitischer und neuer, sarisäischer Halacha sieht, vermögen wir nichts Anderes zu erblicken, als die Meinungsverschiedenheit einzelner Lehrer oder Schulen über specielle Fragen der werdenden, int Entstehen begriffenen Halazu sehr von den öffentlichen Angelegenheiten eingenommen, als daß sie rituellen Minntien ihre Aufmerksamkeit hätten schenken können. Vieles blieb daher nnerörtcrt und der Einsicht der Einzelnen überlassen. Je enger der Kreis der politischen Autonomie würde, desto mehr erweiterte sich der Kreis der rituellen Diskussion. Nene Fragen tauchten in immer größerer Zahl auf, und wen» die Entscheidungen von verschiedenen Seiten verschieden anSfüllcii, so liegt der Grund davon nicht in der zadokitischen Richtung der Einen und der sarisäischcn der Anderen, sondern thcils in der Natur und Beschaffenheit der diskntirtcn Gegenstände, welche die) Divezenz der Meinungen sehr begünstigen, thcils in der rigorosen der indulgenten Mcinnng der Lehrer. So war die Schule Schammai'S mehr zur Strenge, die Hilkct'ö mehr zur Milde geneigt; zadotitische S pnipathicen, welche Dr. G. der ersteren vindizirt (S. 18), sind rein ans der Lust gegriffen. Mit diesen Bcuicrknngen wollen wir aber den G.'schen Forsch»»- gen den ihnen gebührenden Werth durchaus nicht absprcchen; von den Schlacken der Zadckitcnhypothese geläutert gewinnen dieselben erst recht ihre Bedeutsamkeit. Dies gilt auch von den vorliegenden Nntersuchungen G.'S. Die erste derselben betrifft den ״Erub," welche G. auf die ״Genvssenschaftcn" zurück führt (S. Ursche. 121 ff.); wir glauben, daß auch der Bericht des JoscfuS über die Strenge der cssenischcn Sabbatfcicr Berücksichtigung verdient hätte. Die bezüglichen Worte lauten: 6״vd't. öy.ii'og r 1 fttrrtxivijßctt Oh^üvGiv (de 1). j. II. 8, 9)." War diese Strenge wirklich nur den Essenern eigen, so fällt auf den Ursgrnug des Erub ein ganz neues Licht! — Wie Dr. G. auf den Gedanken kam, die Worte הברי □ כל ישראל in der jungen Neumond- Verkündigung mit den alten Genossenschaften in Verbindung zn bringen, (S. 10), ist uns nicht begreiflich. Noch bedenklicher ist uns die angeblichc Vertrautheit 91. Chasda'S mit den Samaritanern und deren Gebräuchen (S. 17: 23). Auf welchem Wege sollte N. Eh.׳ (gest. 302), welcher niemals in Palästina war, in Persien zu dieser speziellen Vcrtranthcit öclangt sein? — Vielleicht wird folgende Erklärung der bezüglichen Stellen von Kennern plausibler gesunden werden. (Schluß folgt.) Semerknngen. Hrn. CH. Ich danke und bitte um bie Fortsetzung. Hrn. B. n. C. Erscheint nächste Woche; ich bitte fortzufahren. Die Abonnenten auf ein Jahr werden darauf aufmerksam gemacht, daß mit der nächsten Nummer das erste Quartal zu Ende geht. Konkurs. An der hiesigen isr. Hauptschule sind zwei Lehrerstellcn zn bcsetzen. Jahresgehalt 500 fl. ö. W. — Bewerber haben ihr Nationale, so wie ihre eigenhändig geschriebenen Gesuche vor Ende April an den gef. Vorstand portofrei einznsenden. Szegedin, 11. März. Der Vorstand der isr. Kultusgemeinde. Szegedin, Leipzig, Selbstverlag der ttedaktlon. Lanimissions-Verlag von Fran) Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szegedin

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