Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 12 (21.3.1862)
- Date
- 1862-03-21
- Page
- Seite 97 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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97 Uebung war, so daß die absurden Konsequenzen der fraglichen Deutung sich leicht der Beachtung entzogen; und daß endlich das Pressen der Worte oder die falschen Emfasen auch bei unkritischen christlichen Schriftauslegern sehr einheimisch waren. Die Ordnung, nach welcher das Ordale vorgenommen wurde, ist in der Mischna auf eine Weise angegeben, welche mit der in der Thora vorgeschriebenen Ordnung nicht ganz uebereinstimmt. Ein Toßafist bemerkt hierüber: ״Ich weiß nicht, warum der Thauna die Ordnung verändert hat, und ob die Ordnung der Schrift oder die des Thauna maßgebend sei!" Maimouides halt sich merkwürdiger Weise weder au jene noch an diese Reihenfolge, und geht seinen eigenen Weg. 1H) Das Opfer von der Gerste wird auch in der Mischna symbolisch gedeutet; abweichend von Filo wird hier die Gerste nur als Biehfutter betrachtet, wobei unbeachtet blieb, daß der Ueberrest des geopferten Gerstenmehlö vom Priester verzehrt wurde! 19) A n m e r k u n g e n. ') S. oben Nro 9. J) Do special lcgib. 785. 786. ') lieber den Einfluß, S. 178. Sota 15, b. Zebach. 22, b. ') Altcrth. III. 11, 6. s) M. Sota 3 , 2. 5. und d. beiden Gem. das. Sisre 4 M. Nro 8. Jama 60, b. M. Nbr. 263 , 22. und Dag. inc-Rcbaba das. °) Sota 28 , a. 47 , b. RozaneS zu Hilech. Sota 2, 8. Nichtcr, Jahrbücher, 1837, 2. Hst. S. 144. Gcsterding, Ausbeute von Nachforschungen über verschiedene Nechtöinatcricn, 374. ') Jcr. Jonia 1, 1. d. Anösprnch R. JachanuaS über den Untcrgang des ersten Tempels, b. das. 9 , b. ״) Sota 2, 6. Trsifta und d. Gem. das. Tharg. Jeruch. 4. M. 5, 22. Sisre 4 M. Nro 15 Ende. jer. Sota 2, 5. b. Kidd. 27, b. 28. a. Daß die Ausdehnnng des NeiuignngSeideS nur aus Verlangen deS Nagenden Gatten erfolge, sagt Mail», ausdrücklich: יש לבעל לגלגל (Sota 4, 17). Trotz der vorgeblichen anhaltenden Wirkung des WasserS ist daher dennoch eine inehrmalige Wiederholung des Ordale (das. 1 , 12) denkbar, wenn nämlich der Gälte bei der vorhcrgegangenen Probe ans die Leistung der Nebcncidc verzichtete (Jos. Trani II. 105). Andere sind jedoch der Meinung, daß die Ausdehnnng das ReinignngSeides von dem Priester nrgirt werde, wenn sie von de», Gatten auch nicht gefordert wird: So R. Ascher b. Jechiel Schebot 7, 18. und Nitba zu Kidd. 27, b. 10) Sota 5 , l. und d. Gem. das. Sisre 4 M. 15. Geiger'ö Nrschr. 155. Winer Ncalwörtcrb. 1 . 356. Anm. 1. ") Sisre 4 M. Nro 19. Ber. 31, b. Sota 26, a. Maini. Sota 3, 22. 's) Sisre das. Nr. 7. j. Sota 1. 1. wo statt akiba Eliezcr steht, b. Sota 1 , a. 3, a. ") Ab- Zara 18, b. und Raschi das. Gitt. 90, a. s. Bam. r. Avschn. 9. ") Sota 4. 18. 19. s. Kcßef Mischnc das. '^) Sota 25, a. Bam. r. Abschn. 9. Mail». Sota 1, 7. '") Mischna Sota 1, 5. Mibchar 4 M. 5 , 17. '׳) Sota 27 , a. Sanh. 45, b. 18) Toß. Sata 14, a. Schlgw. מביא; RozaneS im Mischne la-Melcch Sota 3,1. '") Sola 2, 1. Sisra 4 M. Nro 7. Maim. Sota 3, 15. Luzzallo über Spinoza. Von I. W. S ch ü l z Ncalschnllchrer in Waag-Ncustadtl. (Schluß-.) Ferner führt L. an: כיאין לאדם לבקש רק שמירת גוסו ותועלת עצמו,בי 1( כל התורה כלה. Conatus sese conservandi primum et uniciim virtutis est fundamentum (Pars (IV. Prop. 22. Coroll.) Primum et uni cum virtutis seu recte vivendi rationis fundamentum est suum utilo quarere. (Pars V. Prop. 41 Demonstratio). Hier scheint H. Lnzzatto Spuioza nicht anfgcfaßt zn haben, und obendrein, wie früher, nicht genau zitirt. Daß er ihn nicht recht anfgefaßt, schließe ich daraus, weil er'von )2)1 שמירת spricht wo Svinoza se (sich erhalten sese conservandi) sagt; da doch Spinoza unter diesem Worte (se) nicht den Körper allein, sondern gewöhnlich mehr das Geistige im Menschen versteht, so wie er überhaupt mit Materie nichts als sichtbaren Geist meint. Hat dieses H. Lnzzatto nicht ans Spinoza heran östudirt? ich möchte doch einen Autor, den ich so heftig angreiscn will, gründlich studieren, und mit festen Waffen bekämpfen. — Wenn also Spin, von ״Sich erhalten" spricht, meint er nichts anders, als den Geist thätig und zum Denken tüchtig erhalten, und natürlich den Körper mit. Und somit ist der angeführte Satz gerechtfertigt, und dicß um so mehr, wenn cs (Theil 4. Satz 21) heißt: Niemand kann glücklich zu sein, gut zn handeln, und gut zn leben, begehren, der nicht zugleich zn sein, zu handeln und zu leben, d. h. da zu sein begehrt. Wo ist also da Grund anzngrciscn? als ob Spin, sagte, man solle nur trachten den Körper mit Leckerbissen zu versorgen. Spinoza sagt ausdrücklich (in seinem Buche: lieber Ausbildung des Verstandes) ״Man genieße des Vergnügens nur so weit als zur Er- Haltung der Gesundheit hinreicht. Man suche nur so viel Geld, oder überhaupt von einer anderen Sache, als zum Unterhalte des Lebens und der Gesundheit, und zur Beobachtung der Landcssitten, die unseren Zwecken nicht entgegen sind, hinrcicht. Heißt dies etwa Epicuräismus predigen?*) Aber solche Stellen zur Ergänzung anznführen hat H. Lnzzatto unterlassen. — Eben so will ich durch einen andern Satz aus der Ethik zeigen, was Spinoza unter dem Ausdruck ״seinen Nutzen suchen" (suum utile quaerere) versteht. Es heißt (Theil 4. Satz 27): ״Wir wissen von nichts gewiß, daß eö gut (nützlich — ich kann nämlich aus anderen Stellen Nachweisen, daß bei Spin, diese 2 Ansdrücke gleich bcbcuteud sind) oder böse (schädlich) sei, als von dem was uns wirklich zur Erkeiintniß führt, oder was uns an der Erkenntniß hindern kann." ״Das höchste Gilt des Geistes ist die Erkenntniß Gottes, und die höchste Tugend des Geistes ist: Gott zu erkennen." — Ich glaube, daß hieraus sonnenklar hervorgeht, daß Spinoza, wenn er vom Nutzen spricht, er sicherlich keinen geineinen Krämernutzcn meint. Wenn nun Spinoza so manchmal zu rathen scheint, man solle sich verschanzen, so meint er gewiß nicht so, daß man keine andern zn sich hineinlasscn soll, sondern daß man sich nicht herauölassen soll, wo das Getümmel der Welt eitel ist, und ans den Geist störend wirkt- *) Nebenbei will ich nur bemerken, daß Spin, nach solche». Grundsätzen auch gelebt, und sie nicht nur gepredigt hat.