Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 11 (14.3.1862)
- Date
- 1862-03-14
- Page
- Seite 91 (sequence 7)
- Language
- German
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!)1 ntcn gleichgestellt. Während der Krankheit des Lehrers Hecht haben auf Anordnung d. Regierung chriftl. Lehrer den Elemciitarnnterricht in Hoppstädtcn ertheilt. Auch der jüd. Religionsunterricht ist obligatorisch und ertheilt H. Nabb. Goldmann denselben ur der höheren Bürgerschule zu Birkcnfcld, wofür er auch einen angeincsscncn Gehalt bezieht. Mogen doch andere größere und kleinere Völker diesem Beispiele nachalnuen. — Trier. Anfang März., Obcrrabb. I Kahn. Korrespondenz. Ausland /Köln, 7. März. In der hiesigen Gemeinde sängt man schon an zn bereuen, das Gesetz vom Jahre 1847 , das ein reaktionäres Indengesctz ist. und ver Negierung Gingriffe in die jüd. Kultnsangelegenbeiten gestaltet, bereitwillig angenommen zn haben. Schon ist ein" Konflikt mit der Negierung entstanden, welche sich aus einen <$. des erwähnten Gesetzes stüzt, um die Gemeinde, die erst kürzlich durch Ankauf eines angrenzenden Grundstückes ihren alten Friedhof vergrößert bat, zn zwingen, denselben in eine andere Gegend zn verlegen, weil dies die FestnngSbchördc wünscht. — Dr. Philippson hat bereits in Bonn dcsinitiv eine Wohnung ausgenommen. Trier, den 3. März. Herr Leon Polkas ans Pest schickte mir mit einem, mein bescheidenes Werken zn hoch stellenden Schreiben seine Eingabe an den dortigen Borstand zur Berbcssernng des EnltnS. Indem ich diese», Ehrenmanns hierfür meinen verbindlichsten Dank abstatte, bemerke ich vorläufig, daß seine Schrift manches Gute und Wahre enthält »nd auch eine allgemeine Beachtung verdient. Ich werde jedoch, so Gott will, später im B. GH. ausführlicher über diese Schrift meine auch abweichende Ansicht veröffentlichen. Es ist immer erfreulich, wenn auch kcnntnißreichc Laien ans diese Weise sich lbätig zeigen. Oberrabbiner I. Kahn. Inland. A. 1). Prag, 7. März 1802. Als vor mehr als einem Dezcnninm der Baclnschc EentraliSinnS sich mir einigem liberalen Flitter nmgebui balle, wurde von Seite der Negierung eine Notablenversammlnng von Nabbinen und Laien berufe». um eine EnlniSordnung für die israel. Geuicinden Böhmens anüznarbeiten. Die bald daraus eingcirctene dumpfe Rcatlion bemnue jeden noch so unschuldigen Fortschritt, die Notablen- Versammlung ward vergessen und ihre Protokolle wurden als schätzbareS Marerial i» den Atreusianb begraben. Das gesündere politische Lebcn der neuern Zeit hat nun den Wunsch einer Enltnsordnung wieder wachgernsen, und cS wird von mehren Seiten dahin gearbeitet, an den bevorstehenden Landtag eine Petition zn richten, welche diesem Wunsche Ausdruck geben soll. Leider hat sich aber eine kleine, aber rührige Parlei dieser Angeleacnbei! bemächtigt, welche zu scl,r in gerechtem MiScredit steh, . als daß von deren Bestrebungen etwas Gutes zu erwarten wäre. Die Pächter der ehemaligen Iudenstener genoßen immer, besonderS aus dem Laude, in jüd EultnSangelegcnheiten einen großen Einflnß-, die Furcht mit ihnen in Eollision zn gerathen, was für die betreffenden Gemeindeglieter schwere Folgen nach sich ziehen konniite, räilnue ihnen eine fast diktatorische Gewalt ein. Seit der Aufhebung der Jnvcnstener haben sie es immer verstanden die Gemeinden in Prag und anderswo unter dem Vorwände der Ablesung der Steuer . in Koniribntiou zu setzen, wobei sie sich daraus beriefen, irgend eine Wohllbätigkeits-Anstatt gründen zu müssen, als wenn dieses ihre Ausgabe gewesen wäre. Ungcheure Eapitalieu sind.anfgestappclt worden, über deren Gebahrnng aber nie ein Ausweis erfolgt ist. Diese Pächter, welche so triste Erinnerungcn Hervorrufen, gebärden sich ,ctzt als die natürlichen Vertrete,- der böhmifchei! Indenschaft und agitiren für eine Eultnsordnilng, welche eine Ecntrallcitung für jüd. Angelegenheiten in Böhmen schaffen soll, die für alle EultnSbedürfnisse in Böhmen zn sorgen hätte. Dieselbe hätte natürlicher Weise ans jene» Stcncrpächtcrn, ans einigen willfährigen, jenen Pächtern ergebenen Nabbinen zu bestehen z zur Erhaltung dieser neuen Institution würde dann eine LandeScnllus-Stcner geschaffen werden, wo dann die Pächter in ihrer ehemaligen Herrlichkeit die Anferstchnng einer neuen I n d e n st e n c r mit moderner Bezeichnung feiern wollen. Da ein öffentliches Bekenntnis! von dergleichen Plänen für jetzt noch etwas gefährlich ist, so suchen die Spitzen dieser Parthci durch anonyme Inserate, welche mit Schlagwörtcrn bespickt sind, aus die unerfahrene halbgebildete jüdische Landbevölkernng zu wirken, um bei einem etwaigen snfferagc nnivcrsel ihrer Sache gewiß zu sein. Dieses Treiben hat aber auch bei den verständigen Thcil der Gemeinden Böhmens Aufmerksamkeit erregt, woraus man sich entschloß nie und nimmcr mehr zu einer Eentral-Leitung im Sinne jener Herrn die Zustimtunug zn geben, vielmehr die strenge Antonomie der jüdischen Gemeinden zu wahren, wie solche vormals bestand. Die Ansgabe der Enltuöordnnng wäre bloü ein Organ aus den verschiedenen Gemeinden zu schaffen, welche dann und wann über gemeinsame Angelegenheiten zu beralhen »nd zn beschließen hätten. Eine Verbindung der Intereffen vertchiedcner Gemeinden zur Hebung der Unterrichts- und Wohlthätigkeitö-Anstaltcn im Wege der freien tlebercinknnsc der verschiedenen Ansichüsse ist gctvis,׳ ein einfacheres und billigeres Mittel, gemeinschaftliche Interessen zu fördern, als die Einführung einer jüdisch geistlichen Bürokratie, welche vor lauter Förmlichkeiten und AmlSciser in ihrem Wirken nur aus Mißtrauen und Widerwillen stoßen werden. Es ist die Ausgabe der Eultnsordnnng die Bildung von gemeinschaftlichen Gcmciudeausichüsseu zu ordnen, deren Wirkungskreis scharf zu bcstimmcu, im Uebrigen ist die Autonomie der einzelnen Gemeinden streng aufrecht zn erhalte». In Eulinsangelegenheiten Zwang ansüben, hieße den weltlichen mit dem schlimmern geistigen Druck vertauschen. Pest, am!). Mär; 1802. Eine Windstille, deren traurige Folgen schwerlich ausbleibcn dürsten, ist in dein ung. jüd. Schulwesen eingetreten. Die Regsamkeit unserer Gemeinden, das Streben und Schaffen unserer Lchrer. der erfrischende, belebende Hauch der durch unser Schulwesen noch vor zw ei Jahren wehte, sie sind alle stille geworden. Sollte vielleicht nnser Schulwesen ein gleiches LooS mit der Blumcnwelt haben, die wenn sie eine gewisse Zeit lang uns mit ihrem Wohlgernch und ihrer Farben- Pracht ersreneie, dann vom Stnrnie geknickt in das Nichts hinznsinkcii verdammt ist? Wäre dem so, hätten wir wenigstens noch Hoffnnng, daß die mit Füßen getretene Schule recht bald verjüngt und gestärkt sich ans ihrer dc:nüthigen und traurigen Stellung erheben werde, und obgleich ich nun nicht Pessimist bin. so dünkt cs mir doch, daß der Frübling unserü Schulwesens noch lange ans sich warten lassen wird, zumal die Berichte vou Zerwürfnissen der Lehrer und Gemeinden noch immerhin eine Nnbrik in ten Spalten unserer jüd. Journale bilden. Einen wesentlichen Trost finden wir in dem Benehmen der hie!, jüd. Gemeindercpräsentanz gegen ihre Schnlell und Lehrer. Dieselbe, vollkommen erfassend welch l>. Mission die jüd. Schule zu erfüllen habe, hat nicht nur deii Gehalt ihrer Lehrer erhöhet, sondern trotz aller sich dargebotencii Schwierigkeit den Entschluß gefasst, eine Mädchenschule zu baue״ und überhaupt dieselbe vollkommen zn reorganisiren. Möge es den wacker» edlen Männern gelingen. die das Wohl unserer Gemeinde befördernde Nnlcrnehmnng zur völligen Reife zu bringen und unserer spätesten Nachkommen Dank wird ihnen ebensowenig ausblciben, wieder, welcher ihnen heute schon allgemein zu Thcil wird. Zu einem andern Punkte unkercö sozialen Leben übergehend, will ich einer vom Professor Großmann im ung. Verein gehaltenen Vorlesung Erwähnung rlnin. Dieselbe fand am