Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 11 (14.3.1862)
- Date
- 1862-03-14
- Page
- Seite 89 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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89 nach den Formen welche dem inneren Gesichte des Geistes aufgeprägt sind, und das Aeußere der Fisiognomie hat nur eine Bedeutung als Abbild des Geistes der mit bestimmten Zeichen versehen, von jenen aus Eden fließenden Strome herab kommt. 73. b. Uebrigens werden allgemeine phisiognomische Regeln vorgetragen die, wie gesagt, noch heute, als richtig gelten können. Ein eigenthümlicheö Zusammentreffen aber ist eS, daß kie Cabbaliste.l die vier Gestalten des Gotteswagens alö physiognomische Urtypen auffassen, so daß die Annährnilg an, oder die Entfernung von denselben den Charakter der Gesichtsbildungen bezeichnet; und eben so will auch die neuere, überhaupt holländische Schule die Gesichter nach Den Phisiognomien des Thierreiches schematisiren, um gewisse allgemeine Typen daraus zu abstrahiren. Auch die Campersche Messung des Gesichtswinkels, welcher je nach dem Volumen des Gehirnes varin, hängt mit dieser Theorie zusammen ... 8- 151. Auffallend ist vielleicht der Umstand, daß die speciellen Beziehungen dieser Wissenschaft zur Astrologie, wie dieß in Hinsicht der Charaktere schon im Talmud Sabbath 112. geschieht, gar nicht berührt werden, da doch was den mantischen Theil der Kunst betrifft keine andere Basis denkbar ist. In den phisiognomischen Schriften des Mittelalters sind die Phisiognomien wie in der Chiromantie, die sieben Hügel der Handfläche nach den sieben Planeten benannt. Vielleicht sind die sechs oder sieben Buchstaben רזהססץ , auf die jeder TypuS zurück geführt wird, wenn fi auch augenscheinlich aus זה ספר combittirt sind, doch eine geheimnißvolle Andeutung. (Vgl. U. 105. b. ein ähnliches Verfahren mit den Bzt. .(ארכה;!פר i)illorifrf)(’ ,)kmer&imgcn. Von G. Wolf. Gestatten Sie mir einige Bcincrknngen zu dem Aufsätze: Jüdischer ״Adel" von Herrn Dr. Carmoly Nr. 2 des B. CH. —Die jübischen Atelssamilicn in neuerer Zeit in Oesterreich sind lückenhaft angegeben. Statt Königsberg soll es wohl Hönigsbcrg oder Königswarter heißen. Meine Bemerkungen beziehen sich jedoch zunächst ans die ans früherer Zeit genannten adeligen Familien Mordcchai Meisel und Jakob BaS-Schcwi. Es befindet sich hier im StaatSministcri um ein Adelsarchiv. Ich habe Nachforschungen angestellt und es fand sich nichts über Meisel vor. Menasse den Israel scheint diese Nachricht in seinen ,מלןיך־ ישראל dem Hörensagen nach angeführt zu haben. Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, daß die Mittheilung in Gal-Ed S. 18 dahin zu erganzen ist, daß Johanna Meisel, welche als die Gattin M.. nicht wie Hock angibt als die Schwägerin petirt im Jahre 1621 in Folge der Befürwortnng des Herzogs von Braunschweig 10.000 fl. als Legat von dem Meisclschcn Nachlasse erhielt. — 1578 hatte er dem Kaiser!. Zahlmcister Ivan Mcdori 2000 Thalcr zum Theil, für die kaiscrl. Küche und zum Theile um Zahlnngen in den Niederlanden zu leisten geborgt. Nach drei Jahren erst gelang cs ihm, diese Summa, nachdem er wiederholentlich demüthig darum gebeten hatte, zu erhallen. Als Prädikat von Jakob Baö-Schewi wird zwei Male ״Brencnberg" genannt. cs soll jedoch heißen: Trenenburg.*) Dem Baö-Schewi war cs gestattet eine eigene Sinagoge z!1 halten, und bin ich in, Be¬ *) Das B. war bloß Drucksehlcr. Ned. sitze des Adelsdiploms. Gegen die Söhne BaS-Schewis kommen wiederholentlich Klagen vor , daß sie Untriebe bei Vorstandswahlen machen. Ueberhaupt waren ähnliche Klagen in Prag öfters. lieber Elia Halsanus, von welchem auch in meinem ״Ferdinand II." die Rede ist, sind die Bemerkungen Steinschneiders im HamaSkir H. 118 und Catal. S. 2814 zu beachten. In einem Vcrzeichniß der Juden in Wien, welche in der Stadt wohnten, vom Jahre 1609, (es sind im Ganzen 71 Personen) findet sich folgender Passus: ״In Wibmcr Viertl (Wimmer viertel jetzt genannt) hat es sunst kheinen Inden als beh HannSen Mader Burger in Schilter gässel (Schultcrgassc in der Nähe des Staatsministeriums und des JudenplatzcS) ainen Juden Elias Aluanns (der Namen kömmt in verschiedener Weise geschrieben vor) genant, der Erzncn Doctor so ein Weib und fünf Kinder und sonsten kheinen Dicnstbothcn hat/' — Das CliaS HalfanuS als Richter nach Wie» berufen wurde, oder daß er richterliche Functionen ansübte, wird in dem betreffenden ihm ertheilten Privilegium nicht gesagt. Erlauben Sie mir, bei dieser Gelegenheit noch eine andere Bemerkung über den Aussatz: ״Das letzte Eril der Juden in Oesterreich unter der Kaiserin Maria Theresia ״in der Neuzeit" dessen Verfasser nicht genannt ist. Dieser schöpfte aus den darüber erschienenen Büchern, und da ist es natürlich, daß Vieles unklar ist. Ich bin im Besitze sämmtlichcr darauf Bezug habender Documcnte, die nicht bloS für die Geschichte der Juden von Interesse find. Leider bin ich jetzt nicht in der Lage dieselben zn veröffentlichen. Amts- und Berufs-Geschäfte und eine nnausschiebbarc literarische Arbeit zwingen mich, sehr haushälterisch mit der freien Zeit, die mir sehr spärlich zngemessen ist, zu sein. — Für jetzt jedoch möge Folgendes zur Berichtigung jenes Aufsatzes diencn. Bei der damaligen Ausweisung war nicht im Allerentferntesten der Grund, als hätten die Juden Vcrrath am Vaterlande geübt. Die Statt- Halter von Prag, welche für die Juden das Wort nehmen, weisen auf den Patriotismus der Inden hin. Im Jahre 1756, als die Juden längst wieder in Prag waren, wo nicht blos die holländische Gesandtschaft für die Juden sprach, sondern die Schuster nnd Schneider etc. um die Rückkehr der Juden petitionirt hatten, fand man bei einen Spion einen Zettel auf welchem Folgendes stand : ״. . . II wen 68t arrivü stier an soir un nouveau qui 68t un juif bactisd et qui a lendu de tres bons Services au general de Winterfeld . . . a Duchs 19. oct. 1756. Mannstein." In Folge dieses Schreibens befiehlt die Kaiserin 13. Nov. 1756 strenge auf Verräther, Neophiten oder Juden zn fahnden und der mährische LandeS-Nabbiner MoseS Aron Lcmbcrgcr wurde beauftragt, einen Bann über Verräther zu verhängen. In demselben, welcher aller Gemeinden hebräisch und deutsch zugeschickl wurde, wird an den ״Prosetcn Josu bei Jericho und an den großen Fluch von ״Parok" dem ״Meroo" bei der Niederlage SiSras erinnert. (Mau hat Noth, diese vcrballhornten Worte in die richtigen umzuäuderu.) Die Scelenzahl der Juden in Prag von damals in runder Summa 7,000. In ganz Böhmen waren 21,996 Seelen und zwar im Prachimer Kreise 2,143 . im Bunzlauer 1,187, im Königgrätzer 1,009, im Bechnier 1,659, im Saatzer 2,257, im Kaurzimer 2,439, im Czaslauer 1,387, im Leitmeritzcr 1,825, im Brauiiauer 1,582, tut Pilsner 3,311, im Nallonitzer 1,637, im Ehrudimer 660. Luzzallo über 5pmoza. Von I. W. Schür; Realschullehrer in Waag-Ncustadtl. Der gelehrte und verdienstreiche Prof. Luzzatto zieht in seinen Bemerkungen znm Pentateuch (Mischtadel. Wien 1846) bekanntlich zn wiederholten Malen gegen Spinoza zu Felde, lieber die wesentlichsten