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Ben Chananja · 1862-03-14 · 11 (14.3.1862) · p. Seite 88

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
11 (14.3.1862)
Date
1862-03-14
Page
Seite 88 (sequence 4)
Language
German
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88 Umarbeitungen älterer, vorliegender, oder nur in der Tradition vorhandener Materiellen sich ergeben. 8- 137. Ein nothwendigeSCorrolarium der Kabbalistischen Gnosis ist daö Wissen von dem höheren Zusammenhang des Geistigen mit dem Irdischen, des Seelischen mit dem Leiblichen. Als Grundprinzip gilt: Alles, was wir in der Schöpfung wahrnehmen, ist nur der Abglanz eines unsichtbaren Urtypus; alles Sichtbare giebt Zeugiu'ß vom Unsichtbaren. Demzufolge mußten also die Erscheinungen am MicrocoömnS, die äußeren Merkmale dieser, als das höchste und erhabenste Urbild angesehenen Menschengestalt, als höchst wichtig aufgefaßt und für ihre Formen in allen :!)reu Nuaueiruugen eine hohe Bedeutung festgestellt werden. Daher die Verwandschaft zwischen Geheimlehre und Physiognomik und Chiromantik. Und nehmen wir schon in den Jdraö wahr, wie hie und da ein Sohar auf zerstreute Regeln dieser Diöciplinen angespielt wird; so wird II. 70. a. ein eigenes רזי דרזין überschriebeues Fragment dieser angeblichen Wissenschaft gewidmet, in welchen jene zerstreuten Lehren benützt und noch viele neue hinzugefügt werden. DaS Fragment liegt in zwei Versionen vor, von welchen die Eine, und zwar wie es scheint die altere, in den Sohartert gekommen ist, wahrend die Andere als Additament daneben sigurirt. 1-17. Nach NachmanideS Thoraeomm zu 1. M. 5. 1) haden die Kabbalisten von der Physiognomik noch den besondem Gebrauch gemacht, daß sie die Jünger ihrer Wissenschaft früher nach phsiognomischen Regeln beurtheilten, ob ihr AenßereS sie dazu empfehle ') und wirklich haben unsere Fragmente, während der von Ramban angedeutete Vers den Hauptausgangspunkt bildet, an das ואהה ההוד in Jithro ihre Verhandlung angelehrt, indem sie ans das anöersehen den Hauptakzent legten: ״Dn sollst durch Besichtigung und Beurtheilung ihrer Physiognomie dir deine Leute wählen." Ob nun daS hier Vorgetragene die bei N. Scherira erwähnten Ueberlieferungen sind, oder ob unsere Fragmente bei Benützung mancher bekannten Traditioneu die in ihrer Zeit ganz nngebr. gewesenen Regeln unter jenen Firmen zusammenlrngen, muß bei den Mangel an anderweitigen Nachrichten dahingestellt bleiben. Ramban seinerseits sagt ausdrücklich: :לא זכינו להב'. Am wahr sch einliebsten ist manches Alte bei den neuen EharlataniSmen mit untergelaufen; denn wirklich finden wir auch Sätze, die nicht nur von Alters her als Wahrheiten gegolten, sondern sogar noch heute in ihrer Allgemeinheit von den Psvchokogen bestätigt werden. 8- 1-18. Um die vorliegenden zwei Fragmente charakterisiren zu können, muß man auf die zwei verschiedenen Teile merfen, in welche sich der Stamm dieser Lehre!heilte. Der Eine und zwar der altere mit der Kabbala eugverbuudene Grundsatz ist, das Äußere als das Symbol des Inneren zu erken- ') Auf ähnliche Art lassen die alten Schriftsteller den Pythagoras sich seine Schüler wählen. neu und zu begreifen: Wie der Himmel in seiner Ansdehnuiig, drückt sich das erste Fragment 67. a. aus, eine Mappe von Figuren und Zeichen bildet, die dem, der sie zu lesen vermag, die tiefsten Geheimnisse offenbaren, eben so bildet das Aenßere des Menschen, die Züge seines Gesichtes, die Lineamente seiner Stirn, wie die Furchen seiner Hände, den Spiegel, in welcher man den Charakter des Jndividnnms in allen seinen Geheimnissen zu erkennen vermag. Aber dieses Theorem, das die äußere Form des Microcosmus wie die Phänomene des Universums, als Eins seiner Alphabethe betrachtet, mußte in allen seinen Consegnenzen verfolgt, in je- 11er astrologischen Zeit auf die Idee führen, daß der Kundige wie auS den Sternen , so auch aus den derselben analogen Zügen und Linien des Gesichtes und der Hände auch Künftigeö heraus zu lesen vermag, und das ist daS Feld ans welchen das zweite Fragment sich zumeist bewegt: Wie am Firmameute, heißt es in demselben 70. b, der Stand der Gestirne und der Planeten, je nach den Begebenheiten der Welt wechselt; ebenso sind die Züge und Linien am Menschen von Zeit zu Zeit, je nach seinem Schiksale gewissen Veränderunge» unterworfen und darum heißt es: זה ספד תולדות die Schicksale der Menschen, wie sie entstehen und sich ändem. Hier ist die Charlatanerie in ihrem Elemente, da die Empyrik gar keine Stützpunkte biethet. Wenn also Ramban in seiner zu Saragossa gehaltenen Draschah sagt: ״Alle Diese gehören zu den alten Wissenschaften;" so bezieht sich dieser Schluß wahrscheinlich auf den angedeuteten zweiten Theil der DiSciplin. 8. 149. Noch eine bedeutende Verschiedenheit gibt sich in den beiden Fragmenten kund: DaS erste behandelt seinen Gegenstand als Wissenschaft, ohne aber den Werth und die Bedentung derselben zn überschätzen; der Rath .ואהה תהזד ging von Jithro aus. M o sch e ab er dc r v o m heiligen Geiste erfüllt war, konnte dieses men schliche Hilfsmittel leicht entbehren. Das zweite Fragment hingegen trägt hochtrabend die Regeln als von Gott offenbarte Lehren vor, und will wissen, daß Mosche selbst die tieferen Geheimnisse kaum aufzufassen vermochte, 70 a., und so sehen wir in den jungem Schriften diese Diseipliu sich immer mehr und mehr sublimiren. Vrgl. Tiknnin Jeschanim wie Ehadaschim, wo die Prinzipien derselben, wie in der hier 74. a. beigegebene Mathnithin zn Emblemen der nnbegreiflichen Gottesgestalt hinaufgeschraubt werden, und das Bestreben sich kund gibt, diese empirischen Regeln a priori zu couftruiren. — Der Urmensch ward im Ebenbilde GotleS geschaffen, und hatte die Formen und Linien wie sie eigentlich ursprünglich sein müssen, von welcher Form die später erzeugten Geschlechter regenerirtcn 90. b. Wie die Gestalten im Spiegel so wechselt bei dem Menschen die Gottesgestalt. 8. 150. Von der Art, wie sie die Grundprinzipien der Fisiognomik geben ist bemerkenöwerth: Die Gesichtözüge sind keine äußere ondern innere Zeichen, dieselben verändern sich, je ') In gewisser Hinsichl nrgirt aber auch las erste Fragment die Mutabilität: [:הילדות אה mit 77 הולדות השדים. a. Bergt. י1 .»7 דהייף אה ה ודנים.

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