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Ben Chananja · 1862-03-14 · 11 (14.3.1862) · p. Seite 87

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
11 (14.3.1862)
Date
1862-03-14
Page
Seite 87 (sequence 3)
Language
German
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87 Naphtali Cohen war der Aelteste von vier Geschwistern, und obgleich anfangs sehr arm, denn seine früh verstorbencn Eltern hinterließen gar nichts, suchte er doch die Stelle eines Vaterö bei ihnen zu vertreten. Nichts ist rührender als die Erzählung dieser väterlichen Fürsorge, die Schilderung, wo er in einem Stübchen kümmerlich aber Vergnügt lebte, wie ihn der Herr segnete, daß er seine ganze Familie ehrbar ansstatten konnte, und für sich noch so viel überbehielt daß die Habschaft seiner Eltern als Gerathe, Bücher, Silber n. s. w., die w gen Schulden in fremden Hände gerathen waren, von ihm angekanft und bedeutend vermehrt wurde. Besonders rühmt er sich, viele kabbalistische Handschriften zu besitzen, unter anderen die große ״Kemea" praktische Geheimlehre, deren Werth unschätzbar sei (Zevaab, p. 14). Diese kabbalistischen Schriften, die er fleißig studirle, machten anö ihm einen Kabbalisten, einen Wnndermann. Sein Nus war in ganz Polen verbreitet, und als die Rabbinerstelle in Posen frei wurde, wählte man ihn feierlich znm Oberhanpte. In Posen stieg sein Ruhm noch mehr, denn seinen frommen Gebeten allein eignete man 1696 den glücklichen AuSgang der falschen Beschuldigung eines MörderS gegen die Inden zu. Er wurde allgemein als Meister der Kabbalah verehrt, und man suchte bei ihm Schntzblättchen für alle Krankheiten und alles Nebel. Von Polen drang sein Ruf nach Deutschland, und 1704 wurde er von Posen nach Frankfurt am Main alö Oberrabbincr berufen und mit vielen Kutschen eingeholt. Hier erfreute er sich derselben hohen Reputation als großer Kabbalist. Doch als den 14. Januar 1711 eine FenerSbrnnst bei ihm auSbrach, beschwor er vergebens seine Kunst. Nicht nur sein HauS, sondern die Synagoge und die ganze Indengasse wurden ein Raub der Flammen. Der schreckliche Brand verzehrte auch seinen Ruhm als Wundermann, er konnte nicht mehr länger in Frankfurt bleiben. Er verließ die Stadr und rettete sich nach Prag. Dort lebte er noch 1712, wo er eine Approbation zum Buche: Perach Halebanon schrieb. 1713 finden wir ihn in BreSlau; von hier auö eiferte er, in einem Schreiben an Zebi Aökenasi, datirt vom 14. September 1713, gegen Nechemiah Chajun. Endlich kehrte er 1714 nach Östroh znrück, wo einer seiner Söhne, R. Bezaleel Cohen, Richter war. Im Jahre 1715 hielt er sich am Hofe des Königs von Polen zu Reisen aus. Nach Angustö Abreise nach Warschau ist er in Lissa tödtlich krank geworden. Er genaö jedoch und ging wieder nach BreSlau. Da er sich nun lange mit vergeblicher Hoffnung, wieder nach Posen als Rabbiner zn kommen, herumgeplagt hatte, begab er sich endlich im Frühjahr 1716 wieder nach Ostroh. (Schndt, j ü d i s ch e M e r k w ü r d i g k e i t e n, II. Continuation, p. 28.) Von Ostroh schleuderte Naphtali Cohen einen zweiten Brief gegen Nechemiah Ehia Ehajnn, den MoseS ChagiS veröffentlichte. Im Jahre 1718 war er in JeroSlaw (S. Birchat Jakob). In demselben Jahr, 1718, reiste er mit seiner treuen Gefährtin nach Jerusalem. Er kam aber nur bis Constantinopel, wo er bei einem gewissen Zarach den Mardochai mehrere Wochen logirte. Nechemiah Ehia Chajun befand sich gerade damals in dieser Hauptstadt und wollte ihn sprechen, allein der Rabbiner von Frankfurt weigerte sich, ihn zu empfangen. Bald darauf wurde er krank und segnete das Zeitliche, den 16. Januar 1719. Seine Frau kam allein nach der heiligen Stadt, mit ihrer Tochter Judith. Diese vermählte sich, obgleich schon alt, mit R. Jacob Wilner. Naphtali Cohen war ein Meister in der hebräischen Sprache. Seine Briefe und Aufsätze sind in einem stießenden Styl und sehr klar und deutlich geschrieben. Besonders zeichnet sich in dieser Beziehung sein Testament anS. Er hatte jedoch kein Dichtertalent und die viele Gebete, die er schrieb, haben wenig poetischen Werth. Auch als Talmndist steht er weit hinter den Kaidenover und Joseph Samuel van Krakau; seine Novella'S über den Traktat Berachot, sind mehr breit alö tief. Folgende Schriften wurden von ihm verfaßt: Semikhnt Ehakhamin, über Reihenfolge und Zusammenhang der talmudischen Traktate, nebst Eommentationen und Novella'S, über Traktat Berachot, unter dem Titel: Birchat Adonai. Frankfurt am M. 1707 in Folio. B e t Rachel, Gebete und Hymnen. Früher gedruckt mit der ״Tefilla" nach deutschen und polnischen RicuS, nebst Commentar. Amsterdam 1741 in 8-to; besonders erschienen, Wdvra-Grodno, 1815, in 8-0. Selichot, Bußgebete, nebst Commentar. Frankfurt a. O. 1702, in Folio. Selichot, Bußgebete für die BeerdignngS Gesellschaft in. Frankfurt a. M. Franfnrt a. M. 1. A. in 8-0. Zewaah, Testament an seine Kinder, mehrmals gedruckt. Jgerot, Briefe, ausser den Erwähnten befinden sich mehrere in den Rechtgutachrnng Sammlungen seiner Zeitgenossen und College», unter Andern in C ha kam Zebi Nro. 76. Naphtali Cohen hinterließ mehrere gelehrte Söhne, worunter sich Mordechai Cohen, Rabbiner in Brody und Posen und Schwiegervater deS berühmten Jaabez, anSzeichnete. Fortsetzung folgt. ' s einet mnsläMchen ünafijfe bcs Sofjat. Von Ignatz Stern in H.-H.-Väsürhely. Fortsetzung.*) IX. רזי דרזין Urgeheimnisse'. הכמת אדם תאיר פניו ביד כל אדם יהתיום לדעת Job 37. 7. .כל אנשי מעשהו 8- 136. Wir wollen nun, bevor wir die weitern Additamente des Sohar besprechen, zwei dem Inhalte nach mit in das Gebiet der Geheimlehre gehörende Episoden folgen lassen: Die רזי דחין und die היכלות — welche beide als Aus- oder *) S. I. Jahrg. S. 206, 308, 360, 448, 506. II. 16. 68. 212. 357, 450. III. 63, 172, 261 , 406, 465, 505, 606. IV. 185, 313,321,362,386.

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