Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1862-03-07 · 10 (7.3.1862) · p. Seite 83

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
10 (7.3.1862)
Date
1862-03-07
Page
Seite 83 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2542917-2542971-2542982--2509-2546296
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

83 Abschiede auch über talmulisch-logischc Gegenstände nnterhaltcn, dieses aber liegt nicht in dem Worte'') אפטרחא• Wie von andern Bäumen so schüttelt auch vom Baum der Erkcnntiiiß der Wind zuweilen unreife Früchte herab. So finden sich auch hier manche Sachen, welche vor ernster Betrachtung nicht bestehen tonnen. Herr Sn ior S a ch s spricht (S. 44) die Bcrmuthnng aus, daß das Wort פסיקתא identisch sei mit פתיחה• Wir können die Ansicht nicht thcilen. פסיקתא heißt nichts anderes als Ab sah, Abschnitt n. s. s. Die Abschnitte sind mit verschiedenen Uebcrschristcn versehen, die theils aus Worten des Pentateuchs (wie z. V. פסיקתא ויהי בשלה 11. a. in.) theils aus den Propheten cntuvmmc» sind z. B. פסיקתא י דקומי אורי ')> Es bezeichnet dieses die Sache klar genug. Herr Sachs nimmt das Wort פתיהה nnalog zu denjenigen, die sich im Midrasch zu den Klageliedern finden, und bringt damit die talmndischc Stelle in Verbindung שהיה פותה דברים ודורשן (יי׳ ״)er begann die Worte und deutete sic"). Es ist dieses cbensalls nicht so genau. Die angcsührten talniudischcn Worte haben keine» eigentlichen Zusammenhang mit de» ״ פתיהותn Midrasch zu den Klageliedern. Die angcsübrtcn Worte der Mischnah, heißen im Aklgcmcittcn den Weg bahnen, eine neue Ansicht eröffne« n. f. s. Die Talmudistcn wollten sagen, er wußte gute Einleitungen zu machen, entweder zu eigentlichen Vorträgen, oder zu DiScussioncn. Gute Einleitungen zu Vorträgen zu machen, war immer als ein Hanptwcrth der Redner betrachtet, und cs ist bei allgemeinen methodischcu Werken nicht minder wichtig. Den Rednern im alten Athen ward es nicht erlaubt, Einlcitungen zu ihren Reden zu machen, um die Zuhörer zu Mitleidcn zu bewegen.'") Es ist hieraus klar zu ersehen, wie hoch man die Einlei tun gen gehalten hak. Es ist also auch daraus der Werth des Complimentö zu crkcnne» , welches die Talmitdisten dem Manne mit den angeführten Wortcn machten. Es ist uns nicht unbekannt, daß bei den Jude» keine solche Reden üblich waren, wie bei den Griechen und Römern. Die Analogie die zwischen beiden war, war cs allein, welche wir hier in Betrachtung gezogen haben.! Die Talmudischcn Worte שפתח לו תחלה dürfen hier auch noch l angeführt werden.'') Es begegnet uns ferner in diesem Buche (S. 60) eine Noriz über menschliche Freiheit und göttliche Allwissenheit. Das große Rälhsel des menschlichen Verstandes! Aon Ehrisip bis Schclling herab hat es die Filosofcn beschäftigt.1S) Locke hat ehrlich eingestanden, daß er diese 2 Sachen nicht zu vereinigen weiß, obwohl jedes für sich allein unumstößlich ist. Dieses Geständuiß macht ihm Ehre und gewährt uns Trost. Das Historische der Sache übersichtlich zu betrachten ist interessaut. Eine wohlgeordnete Zusammenstellung der hieher gehörigen talmudischen Stellen (mit gehöriger Trennung der eigentlich filo so fischen von den theologischen) wäre recht interessant niid lehrreich für die Geschichte der menschlichen Ansichten. Der Verfasser vorl. Notiz glaubt daü Räthsel gelöst zu haben. Der Verfasser scheint mit seiner Lösung glücklich zu sein, die Zahl der Glücklichen ist ohnedies nicht groß, und wir wollen denselben im Genüsse seines Glücks nicht stören. Der Verfasser dieser Notiz hätte vielleicht ein glücklicher Eandidat für die Prinzessin sein können (Bergt, v. Z. S. 407). Daß derselbe zn spät gekommen ist, bedauern wir. Es wird (S. 97) das Mat לחנים in □להצי corrigirt. Es ist dieses längst erklärt. Vergl. unser Schire Sch lomo S. 78. Das dort ebenfalls angesührte Wort ריחנים ist talmndisch und heißt riechbare Dinge überhaupt. GS sind auch viele hcbr. Gedichte zerstreuet in diesem Bande׳ die in dem gewöhnlichen Tone sind, ohne besonderes Talent. Es sind viele Uebersehnngen ans dem Deutschen darunter. So unter andern ein Gedicht von Dr. Kämpf, übcrschriebcn ״der Jude" welches 2 Mal übersetzt ist. Wir haben das deutsche Original nicht gesehen, aber aus dem Hebräische» konnten wir nicht ersehen, wie dieses (Gedicht zur Ehre der Ucbersctznng gekommen ist. ES ist uns nichts darin begegnet, welches höher als eine rhetorische Phrase stehet. Die Fehler der Juden sind offenbar, ihre Tugenden sind verborgen und müssen aus der Tiefe geholt werde». Wir haben übrigens bereits in der Anzeige deö סובבי יצחק in diesen Blättern'") über die hebr. Poesie der Neuzeit, einiges gesagt. Einige Anzeigen von allerlei Werken finden sich zu Ende des Buches. ES machen dieselben keinen Anspruch ans literarische Wichtigkeit. Der allgemeine Ton des Werkes ist zwar wissentschaftlich, cö ist aber auch nicht zn längnen, daß viel Schwulst und ungebührliche Weitläufigkeit dem Leser oft beschwerlich fallen?") Zn Anfang und Ende deö Buches, hat der Herausgeber Sir Moses und Lad!» Montcsiore verherrlicht oder zu vcrhcrrlichcn geglaubt. Wenn diesen panegyrischen Ausbrüchen mehr Maaß und Geschmack zu Tbcil geworden wäre, so wären dieselben — h ö ch st überflüssig. Was dieselben jetzt sind, wollen wir für uns behalten. Hoffentlich haben die Leser dieses Buches die letzten dieser Ergüsse gelesen. Die Mannigfaltigkeit des Buches hätte uns noch Stoff genug geben könncu für Bemerkungen aller Art, deren wir so manche niedcrgeschricben haben. Dieselben jetzt zu geben, ist uns nicht geeignet, und so werden einige bei anderer Gelegenheit sich dem Leser vorftellcn. Wir sehen mit Vergnügen einem folgenden Heft entgegen, des talmudischen Sprichworts eingedenk בל קליפה וקליפה שצם רפת ״ בשריוןJede Schuppe sdes Panzers) vereinigt sich zum Panzer." Ä n m erkunde n. ') Vergl. unsere rabb. Sprnchknndc S. 31. No. 120. ■) Daß Philo dieses bereits hat, darf hier beiläufig bemerkt sein. Ans Rahm (die hcbr. Tradition S. 24) ersehen wir, Daß cs Hieronymus auch hat. Letzterer kann es von dem erster» cntnommen haben. ף Es mag hier der talmudifthe Spruch angeführt sein: ״Ein Unglück von kurzer Dauer heißt auch ein Unglück." צרת שעה הוי צרה (I erIIsch a l III i Aboda Sara Abschn. 1.) ') Varro in seinen Buche: V6 lingua l.itina sagt, das Wort Annus (Jahr) stehe mit Anulus (Ring) in Verbindung. -׳) Sifci zu יערוף במטר finden sich die Worte n ערוף לי סלע (Fehlt im A r u ch) Vergl. H a m a S k i r. No. 21 S. 62. ") Vergl. Ozar Ne chm ad. III. S. 1 ff. Es ist dieses der allgemeine Begriff. Das מעשה הורוס ist eine Bezeichnung, welche sich an eine spceiclle Person ankiiüpft. Es find beide Ausdrücke richtig; mann braucht nicht das eine als eine Corrnplion der alten Casuistcn zu halten. Arnch selbst (Art. הדרוס) hat auch beide. ׳) Man hat verschiedene Auszüge ans dem Arnch. Ein Fragment hat sich handschriftlich erhalten auf der Orfo rdcr Bibliothek (oppenh. Sammlung). Ein ערוף הקצר ist gedruckt Const. 1516. Das erstgenannte ist nicht identisch mit dem 2-ten. Diese Auszüge beweisen, wie notchwendig man dieses Werk gehalten hat. s) So z. B. die talmudische Phrase אין לו מה בקרקרו ist im Art. אן, wo man eS schwerlich suchen wiro. Die Phrase בעלי שערים ist im Art. אר- Zm Art. הלק ist manches über נפש ». a. m.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.