Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 10 (7.3.1862)
- Date
- 1862-03-07
- Page
- Seite 82 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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82 0 Wien, 4 März. ״Die Statuten des Vereins zur Nnterstützung mitekloser israelitischer Studireuder in Wien" haben so eben die Presse verlassen.; §. 2. lautet: Der Zweck des Vereins ist hauptsächlich, die Gewährung von Beiträgen zur Entrichtung der Rigorosen- und Promotionstaren an jene mittellosen israelitischen Stndircnden. welche den größten Theil ihrer FacultätSstnLien an der Wiener Universität zurückgclegt haben, und an derselben den Doktorgrad erlangen wollen. Außerdem wird cs Aufgabe des Vereines lein, mittellose israelitische Stndirende an de» höheren Lchranstallten in Wien (der Universität und dem Polytechnicnm), weiche sich mit guten Zeugnissen ausweisen können, in dringenden Fällen z. B. zur Anschaffung nöthigcr Lehrbücher. Instrumente und Utensilien zu unterstütze». Wenn es endlich die Mittel des Vereins gestatten, soll auch für die Verpflegung der besonders «11־ bemittelten israelitischen Stndirendcn im Anschlüsse an die bereits bestehcnde israelitische Spciscnanstalt Sorge getragen werden. 'V Pest, 4. März. Ein begabter und strebsamer jnv. Hörer der Rechte, Hr. Adolf Reinitz, ist im Begriffe, eine höchst intcrcssante, in ungarische Sprache abgefasste Monografie über die Insel Ebios herauSzngcbcn, in welcher er das geographische, statistische nnd geschichtliche Moment mit gleicher Sorgfalt behandelt. Die Schrift wird sicherlich nicht ermangeln, die Anfmcrkfamkeit der Kenner ans sich zu ziehen, und den jnngcil hoffnnngSvolleii Schriftsteller die ihm gebührende Ausmnnterung zu verschaffen. Literarische Änzeigen. Periodische Schriften in hebe. Sprache. אוצר הבמה — Herausgcgeben von Joseph Kohlt, Leinberg 1H(>0. 80־. Erstes Heft. Besprochen von Leopold D n k e S. כל קליפה וקליפה מצטרסת לשריון י) Die Bestrebungen sind cs, welche den Menschen machen. Es sind sie, welche den Rccensenten mache». Vorliegende Blätter enthalten Maniiigsaltiges, es sind die Bestrebungen vieler Mitarbeiter darin niedergelegt. Die Bestrcbniigen sind mannigfaltig, nnd. wie alles in der Welt, haben auch sie ihren relativen Werth. Zn den biblischen Worte» צדיק ::דורותיו (Gen. 7,!1.) haben die Talmudisten in ihrer lakonischen Weise zwei kurze Phrasen hinzugesügt, welche zugleich eine höchst erftaiinliche kritische Ebaractcristik cnthakten.׳) Es sind die allbekannten Worte ולא בדורות אחרים ״Er war fromm in seinen Geschlechtern — aber nicht in and er» G c schl cch tern." Der intcrcssautc Gegensatz dazu lautet וכל שכן ברורות 8״ אחרים e f ch w e i g e in andern G e s ch l e ch t c r 11. ״ Der sromme Stoah ist todt, der Satz der Talmndisten ist aber zur Belehrung für in so heftigen Zorn gerathen. Er kann es nicht verschmerzen, daß ich in keiner ehrerbietigen Weise von ihm Rede. Er thnt mir aber Unrecht. Herr Sziilx) ist als Mensch wirklich ein ganz respektables Jndividiilin. Seine literäcischen Erzengniffe sind aber leider so beschaffen, daß ich ihn für einen sehr geistlosen Schriftsteller halten muß- Es mag auch nicht ganz ohne Bedeutsamkeit sein, das sich Hr. 8z., wenn er in Pathos geräth, in die Welt der Qnadrupedeö versetzt. Am besten könnte er diese meine Meinung widerlege», wenn er seine, für das 8z. H. geschriebenen geistreichen Leitartikel in einem besonder» Baude heranögcben würde. Ich subskribire hiermit ans 10 Eremplare dieses merkwürdigen publizistischen Werkes. Red. die Nachwelt zurückgeblieben. Genau genommen, drücken die 2 angeführten Phrasen nur den allgemeinen Gedanken ans, daß der Werth aller Dinge und Personen in dieser Welt nur relativ zn betrachten sci. Absolut Vollkommenes ist dem Menschen wohl zn suchen erlaubt, aber leider nicht zu finden gegönnt. Die beide» talmndischen Phrasen wenden wir bier — nur von der besten Seite genommen - ans dieses Buch an. Wir können übrigens nicht allen Bestrebungen des Buches folgen. Nur einige Stellen auszuheben und einige Bcmerknngcn daran zn knüpfen, können wir uns hier erlauben. Das Buch enthält eregctische, philosophische nnd belletristische Beiträge. Herr Pros. Luzzatto hat (S. 30 ff.) einige Erklärnngcn von Wörtern der Mi sch nah gegeben. Es ist eine Jugendarbeit des gelehrten Verfassers und als solche daher nicht so scharf zn betrachten unter Andern ist das allbekannte Wort שעה erklärt, welches sowohl Stunden. als kurze Zeit überhaupt bedeutet. Manches findet sich dort, welches in philologischer Hinflcht nicht dorthin gehört.') Im Allgemeinen mag bemerkt sein, daß das Wort שעה mit ״ שעהwenden" in Verbindung stehet, die Flüchtigkeit der Zeit andentcnd, so wie das heb. Wort ״ שמהJahr" mit dem Begriff׳«״ i e d c r h o l c n"') nnd ״verändern" in Verbindung stehet. Ein gutes Wörterbuch des talmndischen Sprachschatzes wäre sehr nützlich, sowohl für das Vcrständniß des Talmuds selbst. als auch für die allgemeine Geschichte der hcbr. Sprache überhaupt. 1: s ist im Talmud die Bcdcntnng einiger hcbr. Worte ansbewahrt, welche zur Ertlärung der griechischen Nebersctznng nützlich sein könnten. So z. Bdas וערפתו (B. M. 11. 13 , 13), welches die griechische Ucbcrsctzung ohngefähr gicbk als hätte וערבתו gestanden, ohne daß man eine veränderte Lcseart anznnchmen braucht: man kann sagen, daß man dort dem Worte?ערן die Bedeutung von ״answechseln" gegeben, welche Bedeutung der Talnind ansbewahrt hat.^) Mancher Ansdruck des Talmuds ist eigcnthümlicher Natur nild enthält eine tiefe Anschannng. So z. B. das Wort למעשי חרורין welches nicht leicht zn übersetzen ist. Der Werth des Arnch hat sich lange erhalten und wird sich noch lange erhalten. Er wird immer die Grundlage jedes talmndischen Wörterbuches bleibe». I Er ist reicher als man glaubt. Es sind viele W örter nnd Pl,rasen darin die gelegentlich in einem Artikel angeführt sind, die sich in dem Hanptarrikel nicht sindcn?) Es sind ans dem Talmud viele Realien in verschiedenen Artikeln angeführt.") Ein Inder zn allen diesen Sachen wäre sehr nützlich nnd würde den Werth des Werkes erhöhen. Ergänzungen aller Art könnten dazu gegeben werden. Beispiele aller Art sollen anderwärts gegeben werden. In den Schlagwörtcrn findet sich z. B. nicht die Phrase על אחת כמה וכמה cs ist diese Phrase allbekannt und stehet feit lange in der nachbiblischer Sprache. 10), In so fern dieses Worc einen der logischen Hauptbegriffe bezeichnet, ist es von böhcrer Bedeutung. Man hat in neuerer Zeit viele Ansklärnngen zum Arnch gegeben, die in verschiedenen periodischen Schriften") zerstreucr sind. Auch i» diesen Blättern sind allerlei solche Artikel zu finden. Es sind meistcnthcils Erklärungen oder Ergänzungen solcher Wörter, die ans fremden Sprachen entnommen sind.") Hie und da auch eigentlich Talmudische. Die Erklärung uiancher derselben entbehrt jedoch der Begründung, So z. B. die des Wortes ׳אפטרתא welches dort in einem gewissen Zusammenhang mit!almudischen Kunstausdrücken gebracht ist. אפטרתא heißt nichts anders als eine Abschicdsrede; daher auch uncigentlich eine Leichenrede. Es können sich zwei Leute beim