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Ben Chananja · 1862-02-21 · 8 (21.2.1862) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
8 (21.2.1862)
Date
1862-02-21
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage zum ״Ben Chananja" Nr. 8. AntiliritiK. Wäre ick nicht von der Ueberzcngnng durchdrungen, daß eS zur Mission ״Ben Chananja's" gehört, glanbwürdige Daten für die künftige Geschichte dcö ungarischen Jsraelö zu sammeln, und betrachtete ich nicht die Unterlassung einer Berichtigung, wodurch solche Daten an Klarheit und Wahrbeit gewinnen, als eine Versündigung gegen obige Mission — in der Thal! ich wüßte meine äußerst kärgliche Muße einer viel edlem Thatigkeit zu widmen, als dem Geschäfte, eine grundlose Wortkritik nach Gebühr znrückznweisen, die in der diesjährigen 1. Nummer des ״Ben Ehananja" Seite 7 am Schlüsse eines Korrespondenzartikelö: ״x. Pest, 28. Dezember" enthalten ist. Der Schluß dieses Korrespondenzartikels lautet so: ״Zum Schluffe noch die Notiz, daß die ״Homilien über die Sprüche der Vater" von nnserm Herrn Oberrabb. Dr. Meisel in ungarischer Uebersetznng erscheinen werden. Der Uebersetzer, Herr Lehrer Bauer, hatte den sonderbaren Ginfall, in der Pränumerations-Einladung das Wort ״Väter" mit .,dsatyak“ wiederzugeben. Der Notizensammler des ״Pester Lloyd" übersetzte dieses Wort ganz richtig mit ״Urväter." Mancher Leser muß demnach auf den Gedanken kommen, daß von Sprüchen der Patriarchen, oder gar der antedilnvianischeu Heroen die Rede sei." Hierauf habe ich nur Folgendes zu bemerken: Für das Wort: ״Patriarch" hat der Ungar zwei Ausdrücke: ״egyhäzi atya“ und ״törzs-atya.“ ״Egyhäzi atyäk“ sind im ecclesiastischen Sinne Patriarchen — Kirchenväter, d. h. solche, die administrative Funktionäre sind. ״Törza-atyäk“ sind im fisiologischen Sinne Patriarchen---Stammväter, d. h. solche, von denen gewisse Geschlechter Herkommen, die ihrer fisischeu Beschaffenheit nach besonders unterschieden sind, was daS Vorderglied: ״törzs:“ ״fisischer Stamm" deutlich auSdrückt. Hingegen sind: ״ösatyäk" solche Vorältern, Vordern, Ahnen, die entweder in der Taktik, in der Filosofie, oder in den schönen Künsten hervorragend waren, oder gar in denselben ein neues System aufgestellt, wie dies in jedem ungarischen Geschichtswerk von Bedeutung zu finden ist. Dem deutschen ״Väter" für ״אבות״ entspräche wol am bezeichnendsten: ״atyäk, apäk“, vorzüglich letzteres, da es mit dem hebräischen ״אב״ homonym ist. Allein diese Ausdrücke werden, wie bekannt, nur im familiären Sinne gebraucht. Wird das hier Vorgetragene resumirt und dabei erwogen, daß eS nur ״Sprüche der Väter", durchaus aber keine ״Sprüche der Patriarchen" gibt, so dürfte eS selbst dem oberflächlichsten Sprachkenner einleuchtend sein, daß meine Uebersetzung: ״ösatynk“ für ״Väter" in den "אבות unter allen Bezeichnungen, die heute in der Uttgarischen Sprache für dieses Wort vorhanden sind, die richtigfte ist. Rezensent kann also sehen, wenn er sich nicht gewaltthätig die Angen verbindet, daß meine Uebersetznng auf Studien beruht, während er nur in den Wind hineinkritisirt hat. Demnach hatte nicht ich den ״sonderbaren Einfall", daS Wort ״Väter" mit ״ösatyäk“ wiederzugeben, sondern e r hatte den ״sonderbaren Einfall", ein Wort zu bekritteln, wofür ihm daö Versiändniß fehlt. Und wenn der Notizensammler des ״Pester Lloyd" ״ösatyäk“ mit ״Urväter" übersetzte, was Rezensent, sich als Autorität gerirend, als mit ״Patriarch" gleichbedeutend für ״ganz richtig" erklärt, so erinnert dies an jenen Grammatisten, der ,ZGmulus fuit comlitor Romae“ mit: ״Romnlns war Zuckerbäcker in Rom" übersetzte. Bezüglich der witzig sein wollenden Schlußfrase: ״daß man unter 68״atyäk moinlatui״ gar Sprüche der antediluvianischen Heroen verstehen könnte, so ist dieselbe so klassisch, daß ein gesunder Denker darüber nur lachen, durchaus aber nichts schreiben kann. Es scheint aber vielmehr der Name des Verfassers zu sein, der Herrn x. (kappa, nicht zu verwechseln mit ״Verkappter)" ״die Galle rührt." Nun wenn dies der Fall ist, so hätte er längst schon Gelegenheit gehabt, durch sein hochgelehrtes kritisches Eingehen in die deutsche Original- Ausgabe die gelehrte Welt in Staunen zu setzen. Ist es aber die Korrektheit der ungarischen Uebersetznng, um die er so tief bekümmert ist, so bin ich so frei, ihm zur Aufrichtnng seines gekränkten Patriotismus zu bedeuten, daß unsere Landsleute etwas zu kommod sind mit der Rücksendung der Prännmerationsbogen, demzufolge noch einige Wochen bis zum Erscheinen des Werkes verstreichen werden, und somit gewinnt er wohl Zeit genug, sich mit der Philologie der ungarischen Sprache näher vertraut zu machen, um dann neu adjnstirt mit seinem kritischen Geschütze auf meine Wenigkeit loöznrücken. Nur Eins sollte Herr x. nicht unterlassen, nämlich mit fl. 3 österr. Währ, ans die ungarische Uebersetzung der ״Homilien" zu pränumeriren, dann — bei Apollo! — sind wir, was diese Augelegeuheir betrifft, für irnmer vollkommen in Ordnung. Pest, den 28-ten Jänner 1862. L. M. Bauer, Uebersetzer der ״Homilieu über die Sprüche der Väter." (Az ösatynk raonäatai.)

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